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6 (1867) Philologie, classische - Reformation
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Philologie.

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das Abzählen der Zeilen und Verse, weiterhin die Fertigung von Verzeichnissen, Kata-logen, Uebersichten, Auszügen, Jnhaltsanzeigen, von Sammlungen des Zusammenge-hörigen (7iavo:>irx, öröa-axcelion, xvwvves, -önottkürrs, ovvcexwxnk,

«vS-olo/io-t, Aehnliche Sammelwerke beziehen sich auch auf das

Gebiet der Kunst, Werke der Bildhauer, Maler, Weihgeschenke, Dreifüße, Tempel,Monumente aller Art. Ein großer Theil der hervorragenden Männer ans diesem Ge-biet sind Bibliothekare (Zenodot, Kallimachus, Eratosthenes, Aristarch, Krates, Karystios).Neben diesen Arbeiten her geht eine massenhafte exegetische und commentirendeThätigkeit so daß man die Literatur dieser Zeit

einen oommentarius xsrxoturm der griechischen Nationalliteratur der Vorzeit ge-nannt hat. Nicht minder rührig ist die Kritik. Veranlassung dazu gab der ansge-breitete Bücherhandel, der dabei mit unterlaufende Betrug, die Fälschungen und Unter-schiebungen. Besonderer Gegenstand der Kritik war Homer (Aristarch von Samothrake),die Tragiker und Aristophanes. Eigene Künstausdrücke und Zeichen für dieses kritischeGeschäft wurden geschaffen. Doch bewegen sich diese Gelehrten fast ausschließlich aufdem Gebiete der niederen, vielfach von ästhetischen Momenten geleiteten Kritik. VonBedeutung sind auch die sprachwissenschaftlichen Arbeiten dieser Zeit, wiewohl wirein systematisches Lehrgebäude der Grammatik erst am Schlüsse dieses Zeitraums finden,das des Dionysius Thrax, dessen ursprüngliche Arbeit übrigens neben den späterenZusätzen schwer sestznstellen ist, wie denn dieselbe jedenfalls nur auf Elementarlehreund Formenlehre sich bezieht. Indessen haben doch auf dem Gebiete der Elementarlehreund Formenlehre die Philosophen, insbesondere Aristoteles und die Stoiker (Chrysippus)Namhaftes geleistet. Die Syntax ist als ein Theil der Rhetorik von Rhetoren undPhilosophen bearbeitet und infolge des Verfalls der lebenden Sprache ist der Wort-schatz in Sammlungen verschiedener Art (Atticismen, Barbarismen, Solöcismen,it-z-rs, 7 -,waoan), Sammlungen, die jedoch nirgends das ganze Sprachgebiet,

sondern nur einzelne Werke, Schriftsteller, Landschaften und Dialekte umfassen, zn-sammengestellt worden.

Auch auf dem Felde der Alterth ü m e r zeigt sich die Thätigkeit als eine vor-wiegend sammelnde und repertorische. Zahlreiche Monographien handeln, neben den ge-legenheitlichen Bemerkungen in den Commentarien, vom Kriegswesen, von Mythen,von den Privatalterthümern, von VcrfassungS- und Negierungsformen, von Geographieund Chronologie. Aber es fehlt diesem Zeitalter ebensowohl an der Fähigkeit, diehistorische Entwicklung und den innern Zusammenhang gegebener Bildnngszustände zubegreifen, die Literatur im einzelnen und im ganzen aufznfassen nach ihrer Beziehungzu dem Geiste der Zeit, als an einer geschmackvollen Darstellung und die philologischeThätigkeit dieser Periode ermangelt nicht nur der Originalität, sondern entbehrt auch,etwa mit Ausnahme der bukolischen Poesie und der Komödie, jedes ästhetischen Wcrthes.

Bis dahin hatte sich die philologische Thätigkeit fast ausschließlich auf heimatlichemBoden bewegt. Die Gelehrten waren Griechen, der Gegenstand ihrer Arbeit war dasgriechische Leben, wie es aus den Monumenten der Schrift und der Kunst zu ent-nehmen war. Anßergriechische Nationalitäten, wie die römische ganz am Endeunseres Zeitalters und die Orientalen finden wir nur ausnahmsweise beachtet. Indessenmögen die I.XX, Manetho, Berosns, cs mag das Sammeln und Studircn von In-schriften, Staatsacten, Chroniken in Aegypten und Syrien immerhin erwähnt werden.Dagegen wurde in der römischen Welt die philologische Thätigkeit, sofern sie dasgriechische Leben zum Gegenstand hatte, auf einen fremden Boden verpflanzt, undnahm damit einen neuen Charakter an. Sie erhielt ferner einen neuen Zuwachs durch

Heeren, Geschichte des Studiums der griech. u. röm. Literatur. Einleitung: Geschichteder Werke der Classiker !m Mittelalter. Gott. 1737. Haasc, äs rneäli asvi stnäüs xbilologsids.Breslau 1856.