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Philologie.
von dem philologischen Charakter seiner philosophischen Schriften, im Gegensatz zn seinenReden (ad Xtt. XIII, 12.), Wünscht dem Tiro Gesundheit, um mit ihmzu können und stellt die Ausdrücke yulotox/o- und zusammen*) und man
wird wohl Steinthal zustimmen können, wenn er **) den Gebrauch der Worte Prlöloxoxund Pilolo/lo: in dieser Zeit in Parallele stellt mit dem Gebrauche des Wortes „Bil-dung" und „gebildet" in unfern Tagen. Plutarch gicbt dem Pyrrhus und Alexanderdas Prädikat P-Io'1o-/or ohne Zweifel nicht bloß als wissenschaftlichen Kriegsmännern,sondern überhaupt als Männern von wissenschaftlichem Sinn und Streben. Bei späterenerscheint Ptloloxox im Gegensatz zn und «nanökoros. Als eigenthümlich ist noch
anznführcn die Auffassung in Seneca, spist. 108, 30, wo ausdrücklich unterschiedenwird zwischen Grammatikern, Philologen und Philosophen und dem Philologen dieErforschung der Alterlhümcr zngeschieden wird. Wir sehen hieraus, daß der Begriffauch zuweilen enger gefaßt wurde; im ganzen aber ist klar, daß das Wort eineschwankende Bedeutung hatte und daß wir uns hüten müssen, dasselbe im heutigenSinn in das römische oder griechische Zeitalter überzntragen.
Wenn aber auch der Name noch nicht gefunden war, so war doch die Sache hin-reichend bekannt, und wir haben nicht nur unter den alexandrinischcn Kritikern, Gram-matikern, Altcrthumsforschcrn, in Aristophanes, Aristarch u. a., sondern auch unter denrömischen Gelehrten, vor allen in Varro, Philologen in dem Sinne des Wortes znerkennen, wie wir eS oben bestimmt haben, mit der einzigen Beschränkung, daß sieihre gelehrte Thätigkeit weder mit diesem Namen benannten, noch auch ein Bewußtseinhatten von einer bestimmt abgegrenzicn und gegliederten Wissenschaft, welche sieanbanen.
In diesem Stadium der Entwicklung befand sich der Begriff Philologie bis ansdie neueste Zeit. Man begriff darunter vorzugsweise den ganzen Umfang alles besten,was die höhere Bildung ausmacht, und so lange diese zusammenfiel mit dem, wasdas griechische und römische Älterthnm darbot, war es natürlich, daß höhere Bildungüberhaupt und Kenntnis der griechisch-römischen Welt und Sprache in demselben Aus-druck znsammengefaßt wurde. In diesem Sinne erscheint die püilologia in den nuptiaspllilologias et Aisreurü des Marcianus Capclla an der Grenzschcide des Alterthumsund des Mittelalters. So schwebte die Sache den großen Humanisten des 14., 15.,16. und 17. Jahrhunderts in Italien, Frankreich, Deutschland, Holland, Englandmit mehr oder weniger Bewußtsein vor. Die Philologie war die gesammte Wissen-schaft, die Königin unter den Wissenschaften. Fürsten und Staatsmänner setzten ihrehöchste Ehre in diese Studien. Der Philolog als der Polyhistor umfaßte alle Gebietedes Wissens; in Holland wurde auch die heilige Philologie, die Künde der hebräischenSprache mit hereingezogen.
Andererseits finden wir daneben wieder einzelne Gebiete des Wissens speciell mitPhilologie bezeichnet. So wie bei Seneca a. a. O. die Alterthümer, so wurden beiden holländischen Gelehrten des vorigen Jahrhunderts vorzugsweise Grammatik, Kritikund Exegese***) darunter begriffen. Eine Fixirung, Abklärung und Ausscheidung begannsich allmählich erst zu vollziehen, als man sich überzeugte, daß das elastische Alterthumdoch nicht die Summe alles Wissens in sich schließe, mit einem Worte infolge derEntwicklung der Literatur der modernen Völker und der Hebung der Naturwissenschaften.Man mußte erkennen, daß das römische und griechische Alterthum zwar wohl dieGrundlage der höheren Bildung, nicht aber deren Complex oder Ideal sei.
Es war daher gewiß kein Ilebermnth von F. A. Wolf,P) als er das Gebiet der
*) Lä kam. 18, 21.
Geschichte der Sprachwissenschaft re. S. 374 ff.
***) Vgl. vlta Rullulcsuii nuotore IVxttvnbneüto p. 25.
ch) Es sei mir gestattet, zu Bestätigung dieser meiner Ansicht über F. A. Wolfs Bedeutungfür die Geschichte der elastischen Philologie mich auf eine, mir eben noch zu Gesicht gekommene