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Märchen, Fabel.
Mäßigkeit und Unmäßigkeit.
Ausg. Göttingen 1858. 20 Ngr. — Jgn. V. und Jos. Zingerle, Kinder- undHausmärchen aus Süddeutschland. Regensburg 1854. 1 Thlr. — Pröhle, Heinr.,Kinder- und Volksmärchen, Leipzig 1853. 1 Thlr. 15 Ngr. Desselben Märchen
für die Jugend, mit einer Abhandlung für Lehrer und Erzieher. Halle 1854. 20 Ngr.
Neue Dichtungen oder Umdichtungen und Nachbildungen giebt es ebenfalls neuer-dings in reicher Auswahl; auch wo sie sich nicht mit eigentlich pädagogischem Zweck an-kündigen, findet sich Vortreffliches, und immer, auch wo sie als für die Jugend gedichtetauftreten, wird Prüfung und Sichtung nöthig sein. Das Beste ist immer gut genug.Von Klassikern wie Wieland, Göthe, Tieck, dessen Schule der mondbeglänzten Zauber-nacht, der wundervollen Märchenwelt besonders günstig war, wollen wir nur dieNamen nennen, und darüber Weggehen. Hervorzuheben wären namentlich etwa noch fol-gende: Clemens Brentano, Märchen herausgegeben von Gnido Görres, 2 Bde.,Stuttg. u. Tübingen 1847. 5 Thlr. 12 Ngr. — Wilhelm Hauff, Märchen. 5. Ausl.Stuttg. 1838. Neu 1853. 15 Ngr., überaus lieblich und nahezu das Beste, was vonmodernen Märchen erdacht Wurde. Der Verfasser hat auch Lieder gedichtet, welcheVolkslieder geworden sind, und von seinen Märchen gelten einige für alte Volksmärchen,ohne es zu sein, was eben für ihre Vortrefflichkeit spricht. — H. C. Andersen, aus-gewählte Märchen für die Jugend. 4. Ausl, mit Jllustr. v. Kretzschmer. Leipzig o. I.enthalten des Schönen und wunderbar Anmuthenden viel, auch für Erwachsene. —Ottilie Wildermuth, Erzählungen und Märchen. Stuttg. o. I. — F. W. Hack-länder, Märchen. Stuttg. o. I. — Grimm, Alb. Ludw., Kindermärchen. Frkf. a. M.1844. 1?/s Thlr. Märchen aus dem Morgenlande. Hamburg 1844. l'/s Thlr. Märchender alten Griechen und Römer. Grimma 1844. IV- Thlr. — Reb au, Heinr., dieschönsten und lehrreichsten Märchen aus 1001 Nacht. Reutlingen 1843. ^ Thlr.—Franz Hoffmann, Märchen und Fabeln für kleine Kinder. Stuttg. o. I. Desselben1001 Nacht, für die reifere Jugend bearbeitet. Stuttg. o. I. Desselben, die Volks-märchen des Musäus für die reifere Jugend bearbeitet. Stuttg. o. I.*)
Die pädagogische Literatur, welche zur Ausarbeitung dieses Artikels dankbar benütztworden ist, hat der Verfasser ebenfalls anzugeben:
Waitz, allgem. Pädagogik, S. 128 ff. P almer, evang. Pädagogik, 3. Ausl.S. 348 ff. von Raumer, Geschichte der Pädagogik Bd. III. Abth. 2. S. 212.B aur, Erziehungslehre S. 177. Vgl. Theolog. Studien und Kritiken von Ullmannund Umbreit 1854. 3. S. 724. V ölt er, Beiträge zur christlichen Pädagogik undDidaktik. S. 63 ff. Schreker, Kallipädie. S. 123. Grube, A. W., pädago-gische Studien und Kritiken für Lehrer und Erzieher. S. 343 ff. Dess. Bildung derJugend im ersten Jahrzehend des Lebens. S. 179. Wiese, die Bildung des Wil-lens. S. 37. 38. Gilbert, im Programm der Schule der Benderschen Anstalt inWeinheim 1849. S. Mager, Pädagog. Revue. 1850. April II. S. 137 ff.
G. Veesemneyer.
Mäßigkeit und Umnäßigkeit. (Lüsternheit, Naschhaftigkeit, Gefräßigkeit). DieEdelsten der antiken Welt, um nur an Solon, an die mehrfachen Aussprüche von So-krates und Platon zu erinnern, legten großen Werth auf das rechte Maßhalten inkörperlicher wie geistiger Arbeit und im sinnlichen wie im ästhetischen Genüsse; sie erkanntenWohl, wie sehr die Erhaltung der vollen Fähigkeit zu Arbeit und Genuß nur erzieltwird, wenn jede Hebung unserer Energie das jedem gesetzte Maß nur selten überschreitet,und wie jedes Unmaß im Genüsse die Just des Genusses selbst immer mehr abstumpftoder den Menschen schließlich durch die Erzeugung somatischen und psychischen Krankseins
*) Mehrere der Genannten geben auch orientalische Märchen in besonderer Bearbeitung, nichtin Uebersetznug, zum Theil ganz neu erfunden, und darunter sehr hübsche Dichtungen. Daßdieselben mit Vorsicht zu benützen und nicht unbedingt zu empfehlen sind, ist bereits bemerktworden.