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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Märchen, Fabel.

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Nach vielen Abenteuern wird der Prinz durch die Fee schön, und die Prinzessin klugund Weise und gelehrt geinacht. Man konnte sehen, wie eifrig im Zwischenact überdie Sache discntirt wurde. Das lebendige Interesse der Zuschauer sprach sich auchin der manierlichen Ungeduld vor dem Anfänge anS. Einmal stieg ein kleiner Locken-kopf ans eine Bank, und rief mit Heller, das Geplauder der andern übertönenderStimme: Hlons Honsisnr, on vous pris cls oominsnssr; ckonnse 1s siAnal, Ismonäs attsnä! Die andern Kinder klatschten, und eine kleine Nachbarin sagte: s'sstun bravs! Aber ihr weiblicher Mentor wies sie alsbald zurecht und schnurrte: 'Imi-sse-vous, Uuckoinoisells, vons stss uns sötte!

Doch es ist auch für uns Zeit zu schweigen, und mag sich über dieses letzteGenrebild aus dem Leben (Schrebcr) jeder Leser weiter denken, was er will. Esbleibt uns nur noch übrig, über die Literatur einige Worte zu sagen. Zuerst von denFabeln. Aesops Vorgänger ist von 1)r. Philipp Wolfs übersetzt: s. dessen Morgen-ländische Erzählungen. 1. und 2. Bändchen: Calila und Dimna, oder die FabelnBidpais. Stuttgart 1837. Von Aesops Fabeln giebt es eine Menge Ausgaben,bis zum sog. Volksbuche herab, dessen Holzschnitte Res. in seiner Jugend mit Lustcolorirt hat. Daneben stand ihm Boner, der Edelstein, der älteste deutsche Fabel-dichter (am besten herausgegeben von Beneke, Berlin 1816), und der vortrefflicheBurkard Waldis in alter Ausgabe zu Gebote, ebenso Erasmus Alber. Die neuen:Hagedorn, Zachariä, Lichtwer, Pfeffel, besonders auch Geliert sind bekanntgenug, und haben werthvolles Material zur Auswahl; den Franzosen dient bekanntlichLafontaine als klassisches Fabelbnch in zahllosen Ausgaben. Vgl. auch Fr. Hang,200 Fabeln für die gebildete Jugend, größtentheils freie Nachbildungen französ., dän.,engl, und spanischer Originale. Illm, 1823. — Walther, I. G. L., 60 Fabeln fürJung und Alt. Ulm o. I. — Für kleinere Kinder ist Hey-Speckt er sehr berühmtgeworden.

Was^ die Märchen betrifft, so ist zunächst die reiche Literatur der orientalischen,der indischen, persischen, arabischen Märchen, unter welchen Tausend und eine Nacht dieim Abendlande verbreitetste Sammlung ist, nicht hier anfzuzählen; für unsere Zweckeist dieses bunte, phantastische Gewimmel nur mit sonderlicher Auswahl oder gar nichtzu benützen. Durchaus einverstanden erklärt sich Verfasser mit dem in den: Artikel„Jugendlectüre" hierüber Bemerkten. Die morgenländischen Märchen sind ans andernWurzeln empor gewachsen, sie bilden eine sehr wesentliche Form für sich in der Litera-tur, und sind in ihrer Art Repräsentanten des kunstvoll ansgebildcten Märchens, aberso schön sie auch sein mögen, Kinder- und Hausmärchen sind sie nicht, und wenn siebesonders hierzu appretirt wurden, haben sie den ursprünglichen Schmelz meist verloren.Die europäischen, näher die germanischen Volksmärchen sind viel später, als man glau-ben sollte, aus der Tradition ins Schriftthnm gebracht worden; erst gegen Ende desvorigen Jahrhunderts hat man angefangen, sic zu sammeln und aufzuzeichnen, und zwarnicht immer ohne Znthaten des eigenen Geschmacks. Obenan wird immer als die reinsteQuelle stehen: Jakob und Wilhelm Grimm, Kinder- und Hausmärchen. Berlin 1819—21.3 Bde. 3 Thlr. 12 Ngr. Neuerdings auch in kleinerer Ausgabe. — Ihre Vorgängersind I. K. A. Mn saus, Volksmärchen der Deutschen, 5 Bde., zuletzt Gotha, 1838,2'/- Thlr. und Frau Benedikte N eubert, Volksmärchen der Deutschen. 6 Bändchen.2. Ausl. Leipzig 1840. Thaler, beide ziemlich veraltet. — Reiche Sammlungenenthält Ludwig Bech stein, Märchenbuch, 13. Anfl. Leipzig 1854. 10 Ngr., neuillustrirt 1857. 3 Thlr. 10Ngr. — Heinr. Kletke, Almanach deutscher Volksmärchen.Berlin 1839. 1^/g Thlr. Desselben Märchensaal aller Völker. 3 Bde. Berlin 1845.I V» Thlr. — Vergl. auch Franz Graf von Pocci, Märlein von Hansel und Gretel,von Sneewittchen, von einem der auszog das Fürchten zu lernen n. a. München1836 ff. 10 n. 8 Ngr. — Otto Speckt er, das Märchen vom gestiefelten Kater.2. Ausl. Hamburg 1858. 20 Ngr. — I. W. Wolfs, deutsche Hausmärchen, wohlfeile