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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Kunst.

Lachen.

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Lessings Nathan möchten wir ein gutes Wort einlegcn, indem dieses Werk in jeder.anderen Beziehung znr Behandlung im Schulunterrichte sich ganz besonders eignet, inBeziehung aus den religiösen Inhalt aber die Schule gerade wohl thun wird, einerspäteren Ausbeutung des Stückes im Sinne eines abstracten Deismus und Kosmopo-litismus dadurch vorznbcngen, daß die hierauf deutenden Einseitigkeiten der Dichtungaus dem Charakter der Zeit ihrer Entstehung in ihrer relativen Berechtigung dargestellt,zugleich aber ans ihr rechtes Maß znrückgeführt werden. Ueberall aber muß der Zweckdes ästhetischen Schulunterrichtes das lebendige Verständnis der vorhandenen classischenDichtwerke sein. Versuche der Schüler in eigenen Gedichten oder besser Versen sindnützlich für das Verständnis der poetischen Formen und für die Forderung der eigenenSprachgewandtheit, sollten aber nie besonders begünstigt werden, weil dadurch die eitleEinbildung des Verfassers, daß er ein Dichter sei, zu leicht erregt und sein liebevollesEingehen in die Meisterwerke der Dichtkunst eher gehindert als gefördert wird.

Der bei den oben angeführten verwandten Artikeln angegebenen reichen Literatursei hier nur beigefügt als etwas neues: Kuno Fischers schöne AbhandlungSchillerals Philosoph" und als etwas minder bekanntes: die Vorrede A. A. L. Follcns zuseinemBildersaal deutscher Dichtung" (Winterthur, 1828), wo die pädagogische Be-deutung der Kunst des Näheren erörtert wird. G. Baur.

Laboratorium, s. Chemie.

Lancaster, s. Bell.

Lachen ist eine stoßweise Ausathmung der Luft, hervorgerufen durch den Reizdes Komischen, also durch die Urtheilskraft vermittelt; obwohl es auch ein hiedurchnicht vermitteltes Lachen giebt, nämlich in Folge von Affection gewisser Nerven bei Ver-wundungen, Krankheiten, oder auch im höchsten Affect des Zorns, der Verzweiflung,eines Schmerzes, welches letztere Lachen vielleicht seinen Ursprung aus derselben Quellewie das natürliche nimmt, nämlich aus dein Eindruck des Kontrastes. Mit diesen: pa-thologischen Lachen hat es die Pädagogik in der Regel nicht zu thun.

Lachen wie Weinen gehört zu den Vorrechten des Menschen, von welchen geradedas Kindes- und angehende Jugendalter den ausgedehntesten Gebrauch macht, so zwar,daß die Lust zum erstcrn mit den Jahren in demselben Verhältnis znnimmt, in welchemder Drang zum andern schwindet, während in der Mitte dieser Periode beide sich indie Herrschaft theilen, wie Sonne und Regen im April. Kant nennt sie die Affeete,durch welche die Natur die Gesundheit mechanisch befördere, und haben hierüber diePhysiologen Auskunft zu geben, deren Untersuchungen übrigens gerade hier der Unter-stützung des Experiments an ihren Kaninchen n. dgl. entbehren müßen, weil diese Opfer-thiere der Medicin nicht lachen. Kant giebt auch folgenden Rath:Kinder, vornehmlichMädchen müßen früh zum freimüthigen, ungezwungenen Lächeln gewöhnt werden; denndie Erheiterung der Gesichtszüge hiebei drückt sich nach und nach auch im Inneren abund begründet eine Disposition znr Fröhlichkeit, Freundlichkeit und Geselligkeit, welchediese Annäherung zur Tugend des Wohlwollens frühzeitig vorbereitet." Es dürfte jedocheine hierauf besonders gerichtete Einwirkung weder nöthig noch räthlich sein. MorosemAussehn muß man begegnen, freundliches kann man nicht künstlich erzeugen. Lasse mandem natürlichen Lachtrieb sein Recht, so Wird er seine Spuren in den Gesichtszügenvon selbst zurücklassen, wodurch sodann unter dem Hinzntritt günstiger Bedingungen,namentlich innerer, das Angesicht den gewinnenden Zug der Freundlichkeit erhält.

Daß man der Kindheit und Jugend die Motive des Lachens nicht verwehren soll,bedarf so wenig eines Beweises, als daß man ihnen die Bewegung in freier Lust ge-