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Maria Theresia.
Errichtung zahlreicher Schulen in Städten und auf dem Lande einen vielversprechendenAnfang genommen. Aber bald kam die unerbittliche Härte der Gegenreformation,unter deren eisernen Schritten die blühenden Schulen der Protestanten schon darumden Untergang finden mußten, „„Weil durch die deutschen Schulmeister nur der Ketzereidie Thüre geöffnet wurde"" (so selbst Helfert a. a. O. S. 51). Die Jesuiten, dieallmählig beinahe das ganze höhere Schulwesen in ihre Hand bekommen hatten,ließen in sehr charakteristischer Weise — abgesehen von der Sorge für die mechanischeEinführung der niedern Volksclassen in die äußern gottesdienstlichen Formen — diegeistigen Bedürfnisse der Masse ganz außer Acht. Auch was der weitherzigere undallseitigere Orden der Piaristen (Stifter: Joseph v. Calasanze zu Rom; der Ordenconstituirt 1620; Motto: Lasset die Kindlein zu mir kommen; Aufgabe: „die armenkleinen Knaben von den ersten Anfangsgründen in der Art recht zu lesen, zu schreibenund zu rechnen, wie auch vorzüglich in den ersten Grundsätzen des Glaubens und derFrömmigkeit zu unterrichten", der seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts in die kai-serlichen Erbländer eingeführt worden war, hatte weniges geleistet, theils Weil derStaat sich dieser Bestrebungen wenig annahm, theils weil auch hier äußerlich kirchlicheTendenzen vorherrschten. Und als nun vollends der österreichische Erbfolge- und dersiebenjährige Krieg ihre verwüstenden Wirkungen äußerten, wurden auch die dürfti-gen Anfänge des Volksschulwesens namentlich auf dem Lande großentheils vernichtet.Wie es in Böhmen und Mähren aussah, hat der Artikel „Kindermann" gezeigt. Anandern Orten der österr. Erblande, in den Erzherzogthümern, in Tyrol, Steiermark rc.sah es nicht besser aus. Ja selbst in Hauptstädten,'wie in Wien, bestanden die trau-rigsten Verhältnisse. Nach einer im Jahr 1770 aufgenommenen statistischen Berechnungbesuchten von 19,314 Kindern nur 4,415 eine öffentliche Schule, 8017 Kinder genoßenüberhaupt weder in sonstigen Gegenständen noch in der Religion einen Unterricht. Imganzen Erzherzogthum Oesterreich besuchten von 133,419 schulfähigen (männlichen) Kindernnur 23,192 eine Schule und zwar welche Schule! Noch schlimmer sah es in den süd-lichen, deutsch-slavischcn Erbländcrn, nicht besser in den italienischen und niederländischenBesitzthümern aus. Schreiend waren die Bedürfnisse, bis Maria Theresia im letztenJahrzehnt ihrer Regierung großartig schaffend und ordnend in diese Verhältnisse ein-griff. Sie hatte schon vorher im einzelnen, namentlich in den Militärgrenzländern fürErrichtung von Schulen zu sorgen gesucht. Aber jetzt erst, nachdem die Beendigungdes 7jährigen Krieges diesem Friedenswerke Raum geschafft hatte, traten die umfassen-deren Plane und Organisationen ins Leben. Der erste Anstoß dazu kam von außen.Leopold Ernst Firmian, Fürstbischof von Passau, dessen geistliche Gewalt sich auch übereinen Theil des österr. Erzherzogthums erstreckte, war es, der im Jahr 1769 derKaiserin ein pro memoria über „die Nutzbarkeit der Schulen für den Staat und dieheilige Religion" übergab und sie bat, „allermildest zu verfügen, daß die allgemeinenSchulen mittelst allerhöchst landesfürstlicher Anordnungen in gute Ordnung gebrachtund nachdrucksam befördert werden möchten." Dies gab auf Befehl der Kaiserin Ver-anlassung zu Verhandlungen mit der niederösterreichischen Regierung und der ob derEnsschen Landeshauptmannschaft. Nun waren zwar die darauf erfolgenden Gutachtendieser Landesbehörden, welche nicht im Stande waren, der neuen Idee gerecht zu werden,ausweichend, aber um so mehr zündeten die geregten Gedanken bei einzelnen Mitglie-dern des mit freisinnigen Männern besetzten Staatsraths in inländischen Dingen,namentlich bei Staatsrath v. Gebler. Diesem hatte ungefähr zu gleicher Zeit (Mai1770) Joseph Mestmer (geb. 1731, 1733 zu?*), Schulhalter bei St. Stephan und alssolcher Rector der bürgerlichen Schulen in Wien (auch Privatinformator der kaiserlichenJugend, namentlich im Schönschreiben) unmaßgebliche Gedanken zur Verbesserung der
Geburtsort ist nicht näher bekannt; er nennt sich LlarisburAeusts Snevns; sollte diesnicht auf Meersburg am Bodensee Hinweisen?