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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Maria Theresia.

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als Staatsminister nach Wien zurückgerufen, Wo wir ihn mit besonderem Interesse dieIdee einer gründlichen Hebung des Volksschulwesens verfolgen sehen werden, tritt in-folge von darüber entstandenen Differenzen aus dem Staatsministerium ans (1771),stirbt? Franz Carl Kreßel, Freiherr von Qualtenberg aus einem böhmisch-mährischenGeschlecht, geb. 1728, 1761 Rath in der böhmischen Hofkanzlei, 1771 Staatsrath ininländischen Dingen an der Hof- und Staatskanzlei, nimmt als solcher den regstenund eingreifendsten Antheil an den Berathungen über eine verbesserte Schulordnung,nach Aufhebung des Jesuitenordens 1773 Präsident der unter unmittelbarer Leitungder Kaiserin eingesetzten Studiencommission; stirbt 17. Mai 1801. Tobias PhilippGebier, geb. zu Zeulenrode im Reuß-Greizischen den 2. Nov. 1726 aus einer pro-testantischen Familie, 1753 Convertit in österreichischen Diensten, 1762 Hofrath Lei derböhmischen Canzlei, 1768 Staatsrath, entschiedener Freund der neueren Richtung undGönner Felbigers; 1782 wirkl. geheimer Rath; auch Literat und Dichter; stirbt 60 I.alt. Franz Carl v. Hägelin, geb.? studirt in Halle unter Wolf, niederöster-reichischer Hofrath, wird 1771 zum Mitglied der niederösterreichischen Schülcommissionernannt, welche die projectirten Volksschulverbesserungen ins Leben zu führen hatte,und ist die Seele derselben, bis innere Streitigkeiten bei der Berufung Felbigersseinen Wiederaustritt aus derselben herbeiführen; stirbt 18. Jan. 1809. CarlAnton v. Martini, geb. in Tyrol 15. Aug. 1726, 1754 Professor des Rechts ander Universität in Wien, später Hofrath, 1760 Mitglied der Studienhofcommission,

1773 Mitglied der Commission in Angelegenheiten des aufgehobenen Jesuitenordensund als solcher Verfasser desallgemein verbesserten Plans in Studiensachen", welcherden sofort folgenden Reformen im Gebiet des Schulwesens zu Grunde gelegt wurde;

1774 Rath an der böhmischen und österreich. Hofcanzlei, 1782 w. Staatsrath, stirbt8. Aug. 1800. Joseph v. Sonnenfels, geb, 1733, 1763 Lehrer der polit.Wissenschaften in Wien, 1770 Niederösterreich. Regierungsrath, 1779 Hofrath Lei derböhmisch-österreich. Canzlei; der bekannte Verfasser der Schrift: Ueber Abschaffung derTortur; stirbt 26. April 1801.

Dies ungefähr war der Kreis höherer Staatsmänner, an dessen Mittelpunktestehend M. Th. während des letzten Jahrzehents ihres Lebens ihre großartige Thätig-keit für die Entwicklung des Schulwesens entfaltete. Suchen wir diese nunmehr imeinzelnen und des näheren kennen zu lernen; so haben wir schon früher bemerkt, daßdas höhere und gelehrte Schulwesen weniger davon berührt wurde. Doch treten unsauch auf diesem Felde ganz charakteristische Erscheinungen und Veränderungen entgegen. Wie in den übrigen Ländern, so hatten einst auch in dem österreichischen Reiche diegroßen Universitäten, welche dasselbe zählte (Wien, Prag, Freiburg u. s. w.), alsgroßartige autonome Corperationen unter der Oberleitung der Kirche mit regem geisti-gem Leben bestanden. Als aber im Laufe des 15. Jahrhunderts nach der allgemeinenRichtung der Zeit der Scholasticismus in allen Fächern des Wissens zu Fall kam,als der Humanismus mit seiner vorwiegend antiken Richtung siegreich einzog und dieWissenschaft sich von der Gebundenheit des Mittelalters freimachte, erfolgte auch aufden Geist und das innere Leben der Universitäten eine mächtige Rückwirkung. Siesuchten aus dem Verhältnis der Dienstbarkeit, in dem sie zur Kirche standen, heraus-zutreten. Ihre Formen blieben zwar noch ziemlich dieselben. Bald aber zeigten sichdie Keime eines innern Verfalls, die sich zur Zeit der reformatorischen Wirren undder sie begleitenden Ereignisse namentlich auf den kath. Universitäten immer mehr ent-wickelten. Schon jetzt wurde dadurch das Einschreiten der Staatsgewalt hervorgerufen.Die kirchliche Stellung gieng in eine mehr staatliche über. Schon Ferdinand I. griffmit mehreren Reorganisationen ein (Kiek, Geschichte der Wiener Universität B. I. II«,Tomek, Geschichte der Prager Universität).

Zwar blieben die Universitäten nach ihrer äußern Erscheinung noch selbständigeInstitute mit besonder» Rechten und sie solltenfortan Stätten der Wissenschaften und