Malen.
Maria Theresia.
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Braunschweig 1862. — L. Hund ertpfund: Die Malerei auf ihre einfachsten undsichersten Grundsätze znrückgeführt rc. Augsburg 1843. — 'l'Irsuot: Matts äs psiu-turs ä I'^quarsII st äs Imvis eto. avso 24 plausllss. 1?aris 1836. Ist deutsch bear-beitet, Leipzig 1837. 8. Vollständige Anweisung zum Aquarellmaler! und Tuschen. —8t. 1?. (konstant-ViFuisr: Llannsl äs Mniatnrs st äs 6ouaolis. iCaris 1828. —Uromas Norvlrotlr am: Urs ^rt ot I-snäsoaps iCaintinA irr IVatsr (kolours. I.onäon1850. 8. — 6tr. Da^: illtrs .4rä ot lliniaturs illainting. I,onäon 1852. 8.
Or. Leibniz.
Maria Theresia, Kaiserin von Oesterreich (geb. 13. Mai 1717, gest. 29. Nov.1780) — ein Name, der in der Geschichte des deutschen Erziehungs- und Unterrichts-wesens nicht fehlen darf, weil er in ihr eine hervorragende Stelle einnimmt. Wennin unserer Zeit das Schulwesen, insbesondere das Volksschulwesen, immer mehr alswesentlicher Factor des Staatslebens begriffen wird, so verdanken wir den ersten Anstoßzu einer solchen Anschauung dieser Regentin, welche auf der fürstlichen Höhe, auf diedie Vorsehung sie gestellt hatte, die staatsökonomische und nationale Bedeutung desöffentlichen Erziehungs- und Unterrichtswescns mit klarem und scharfem Blicke erkannteund mit dem Hellen und denkenden Geiste des echten Staatsmannes erfaßte. Und zwarist dies eines der höchsten Verdienste dieser immer noch nicht in vollem Maße gewür-digten edlen Fürstin. Während wir bei ihrem großen Zeitgenossen und Gegner, Fried-rich II., jene Wahrheit nur von ferne aufdämmern sehen, während Lei den parallelengleichzeitigen Bestrebungen auf dem pädagogischen Felde in Deutschland der mehr allge-mein menschliche und volksthümliche G esichtspunct vorherrscht, ist es der Gedanke an diepolitische Bedeutung der intellectuellen Hebung ihres Volks durch staatliche Unterrichts-anstalten, der in ihre Regierungsprincipien eintritt, und sie zu einem Mittelpunkt ent-sprechender Thätigkeit für eine Reihe staatsmännischer Persönlichkeiten, zu einem Aus-gangspunkt ähnlicher staatlicher Bestrebungen in anderen Ländergebietcn macht. Dadurchgewinnt sie zugleich ein allgemeineres und höheres Interesse auch für unsere Zeit. Dennnicht nur ist man in dem durch sie einst beherrschten Staate Oesterreich nach langemSchlaf und schweren Reaktionszeiten genöthigt, an das von ihr begonnene Werk wiederanzuknüpfen, sondern es ist überhaupt der durch sie vertretene Gedanke, welcher inunserem modernen Staatsleben immer mehr zur Anerkennung gelangt und — freilichmit fortgeschrittenem, geläutertem Verständnis und zweckentsprechenderen Mitteln—zurAns- und Durchführung drängt. Um so belehrender ist es, einen Einblick in die Ge-schichte ihrer Bestrebungen und ihres Wirkens auf diesem Boden zu gewinnen.
Die Negierungszeit der großen Fürstin (Kaiserin seit dem 20. Oct. 1740) fälltin die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts mit seinen eigenthümlichen geistigen Bewe-gungen, die auf ein denkend-prüfcndes Erkennen der Dinge der sichtbaren und unsicht-baren Welt und die allgemeine Verbreitung eines Hellen Wissens unter dem Volke zurBrechung der dumpfen Zustände desselben gerichtet waren. Wie bekannt, so war esdiese Richtung, welche zur Förderung ihrer Tendenzen nun auch des Gebiets der Erzie-hung sich zu bemächtigen und dasselbe ihren Zwecken dienstbar zu machen suchte, sodaß man jene Zeit „das pädagogische Zeitalter" zu nennen versucht sein möchte.Aber mochten auch die leitenden Männer ihrer Umgebung und die Werkzeuge, derensie sich bediente, unter dem Einfluß dieses Geistes stehen und das ganze Streben derZeit ihr von selbst cntgegenkommeu — Maria Theresia selbst war nichts weniger alsvon diesem Geiste beherrscht, so wenig als von irgend einem unkirchlichen Sinn. Viel-mehr waren es allein die praktischen Staatsbedürfnisse, die Einsicht in das, was zurHebung der politischen und ökonomischen Kräfte ihrer Ländergebiete, zur Zusammen-fassung und Erschließung ihrer zersplitterten und verschlossenen Hülfsquellcn und derBefreiung der gebundenen Mächte des Volkslebens nothwendig war, was sie leiteteund in natürlicher, allmähliger Entwicklung der Dinge ohne Beherrschung durch allge-meine Ideen und ohne alle Gewaltsamkeit Schritt für Schritt vorwärts trieb. Es gab