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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Malen.

ringen Daner abznhelfen, sie also saftiger nnd durchsichtiger zn machen, sind in neuererZeit die 6rsta UoI/oc>Ior oder 6rstal,asvi8 entstanden und in Handel gekommen.Diese Stifte sind in Holz gefaßt und mit Hülfe eines öligen oder scisenartigen Zusatzesungleich härter, daher leichter zu handhaben. Sie -haben ferner mehr Transparenz undFrische, als das eigentliche Pastell und haften so fest, daß sie wie schwarze Kreide prä-cise Contouren und regelmäßige Schraffirungen gestatten. In mäßiger Verbindung mitder Zeichnung, also als colorirte Zeichnung angewendet, werden sie, sowie überhauptdas Pastell, große Vortheile gewähren, z. B. bei Figuren und Bildnisstudien nach der.Natur und in Lebensgröße, ferner zur Angabe der Farben Lei botanischen und anato-mischen Gegenständen u. s. w., und sie können auch dem Schüler in dieser Weise sehrnutzbar gemacht werden. In voller Anwendung nnd.als durchgeführte Malerei stößtman dagegen auf viele Jnconvenienzcn in der Behandlung. Denn einmal ist die Ver-einigung dieser 6rsta pol^oolor zu einem satten und homogenen Farbenton auf Papier-gar nicht herzustellen, Corrccturen sind fast unanwendbar und es scheint überhaupt, daßdas passende, dieser Farbensubstanz vollkommen entsprechende Fundament erst aufgefundenwerden müßte, wenn man sie über die colorirte Zeichnung hinausheben und zn einervollen Farbenwirknng steigern wollte.

Das Oel malen bietet unter allen bisher betrachteten Malarten die reichstenBüttel dar, und die Beschaffenheit seines Bindestoffs, des Oels, bringt es mit sich, daßin ihm kein anderes Medium mehr wesentlichen Einfluß auf die Wirkung des Bildesausüben kann, als eben die Farbe selbst, sitze diese nun auf welchem Fundament siewolle. Dazu treten die umfassenden Eigenschaften dieser Farbe, die theils Deckfarbe,theils Transparentfarbe ist, einen sehr großen Reichthum der Palette umschließt undeiue Tiefe und Leuchtkraft entwickelt, deren Intensität durch das öftere llebermalen und durchLasiren sehr gesteigert werden kann. So entsteht ein Werk, das rein materiell betrachtet,an Solidität alle anderen Malereien weit übertrifft und sich auf einem Fundamentevon Leinwand, Holz oder Metall zu einer fast monumentalen Dauer erheben läßt.Diese technischen Eigenschaften sind aber auch Ursache, daß Leim Oelmalen der ganzeäußere Apparat, sowie der Gang der Arbeit eine weit größere Ausdehnung gewinnen.Im allgemeinen Unterricht wird daher diese Malweise schon deshalb schwer Platz finden,weil sie einen Aufwand an Zeit und selbst an Raum in Anspruch nimmt, wie er ebennur in der Absonderung vom Allgemeinen gestattet sein wird. Wer also vermöge seinesTalents und seiner Vorbildung zum Oelmalen Befähigung hat, und in der Lage ist,dieser Beschäftigung die nöthige Zeit zu widmen, der scheidet in gewissem Sinne ausdem allgemeinen Unterricht aus und hat sich unter die specielle Leitung eines Meistersvom Fach zu stellen; am besten Wohl eines solchen, der ein Atelier hält, d. h. der einenmit den nöthigen Erfordernissen ausgestatteten Raum hcrstellt, woselbst eine AnzahlSchüler unter seiner Leitung dem Studium der Malerei obliegt. Hier wird jede Ge-legenheit gegeben sein, nicht allein die Unterweisungen des Lehrers zu genießen, sondernauch den fördernden Einfluß begabter Commilitonen, wie er sich in der gemeinschaftlichenArbeit mit ihnen geltend machen wird; ein Vortheil, der auch in der Kunst nicht hochgenug angeschlagen werden kann.

Wir schließen mit Angabe der Hanptliteratur unseres Faches, soweit sie geeignetist, über allgemeine oder specielle Gebiete desselben Rath zu ertheilen.

Mattato clslla Uittura cli Uiouaräo äa Viuoi, Nilauo 1859. AntonFried. Tischbein: Unterricht zur gründlichen Erlernung der Malerei. Hamb. 1771. 8. F. L. Fernbach: die Oelmalerei, Lehr- und Handbuch für Künstler und Kunst-freunde. München 1846. 8. JohnBurnets Principien der Malerkunst, in 4Abth.Leipzig 1853. gr. 4. A.W. Hertel: die Oelmalerei rc. für Künstler und Dilettantenaller Art. Weimar 1857. - 24. L. I,. Uouvisr: 24auusl da jsuuss artistss st ama-tours su psiuturs. 3. sckitiou avso 7 plauodss. LtrassburZ 1846. 8. Ist sehr gutübersetzt von D. C. F. Pranye, Halle 1828, ferner neu bearbeitet von A. Er Hardt,