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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Malen.

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lung, sowie Helle und Durchsichtigkeit der Töne, Eigenschaften, die mit der transparentenNatur dieser Aquarellfarben Zusammenhängen, in deren Beschaffenheit es liegt, ihr Fun-dament oder den Grund, auf dem sie ruhen, hier also das weiße Papier, noch durch-scheinen zu lassen. Im Unterricht empfiehlt sich das Aquarellmaler: durch die bequemeHandlichkeit seines technischen Apparats, und der Zndrang der Schüler zu ihm ist dennauch ein sehr überwiegender. Dennoch ist das Aquarell seiner vollen Bedeutung nacheine sehr schwierige Malweise, und es muß als ein Jrrthum von Seiten der Laien be-zeichnet werden, sich in diesem Kunstfach mit leichten Erfolgen zu schmeicheln. Vielmehrerfordert es eine umfassende Kenntnis der Farbenmischung, manuelle Gewandtheit undbesonders eine Vorbildung im Zeichnen, die die Form durchaus beherrscht und Corrcc-turcn möglichst entbehren kann. Wer es daher im Aquarellmalen zu eigentlichen Er-folgen und der nöthigen Unabhängigkeit bringen''will, der wird sich der speciellcn Unter-weisung eines Meisters jahrelang zu unterziehen haben. Beim Mangel an Original-bildern nennen wir hier für den Unterricht als anwendbar, in der Landschaft: U-vvo-lies ä'un artisto, Uariu, in kol. Landschaften, staffirt mit Figuren undThiercn in Farbendruck auf Torchon, sehr gut. Ferner A. Cassagnc, Land-schaften mit Architektur, kl. Fol. Farbendruck auf Torchon, beide bei Eacürv,öäitour, Uurim Endlich Hoguct, Marinen, in Fol. Farbendr. auf Torchon,gut. Für Architektur: Ansichten aus Prag, Nürnberg, Chartres u. a. Far-bendr. auf Torchon, Paris in Fol., sehr schön, aber schwer.

Das Gouache-Malen, eine Manier, die besonders im vorigen Jahrhundertsehr cultivirt wurde, gegenwärtig aber weniger zur Anwendung kommt. Es unterscheidetsich vom Aquarell specifisch dadurch, daß die Farbe hier nicht transparent, sondern imGegentheil stark deckend ist. Deshalb ist die Behandlung in mancher Hinsicht, so auchin Betreff der Correcturen leichter für den Anfänger. Auch läßt diese Malart eine über-aus zarte Abstufung der Töne und feine Ausführung zu. Dagegen liegt in ihremganzen Charakter eine gewisse steife Trockenheit und ein schwerer erdiger Ton, wasalles wesentlich aus der Beschaffenheit dieser Farbe, als einer undurchsichtigen Deckfarbehervorgeht und schwierig zu überwinden ist. Da nichts desto weniger Deckkraft der Farbenin vielen Fällen für den Maler von Werth sein kann, so hat es die Technik in neuererZeit zu einer gewißen Vermittlung zwischen Gouache und Aquarellfarben gebracht.Diese Farben heißen Honigfarben und haben mehr Körper, folglich auch mehr deckendeEigenschaft als die nur mit Gummi versetzten. In noch erhöhtem Maße ist dies derFall bei den neuesten -lloist 'lVuter (lolours in Tnboo. Es sind flüssige Wasser-farben in kleinen Staniolcylindern, die der eigentlichen Deckfarbe wenig nachstehen, dabeiaber einen Glanz und eine leuchtende Frische entwickeln, wie sie der Gonachefarbe nichteigen sind.

Das Miniature, nur auf Bildnismalerci anwendbar und eigentlich auf Elfcn-beintafeln auszuführen, deren zarter Ton und feine Textur im Eindruck des Bildes ent-schieden mitwirkt. Diese Malart, früher sehr cultivirt, wird schon durch ihren Namenals Kleinmalerei bezeichnet.*) Ihre Anwendung hat ebenfalls sehr abgenommen.

Das Pastell, eine Malweise auf trockenem Wege mit farbigen Zeichenstiften,früher für Portraits sehr viel benützt und auf Papier, streng genommen aber auf Per-gament auszuführen. Da die Stifte sehr weich, dabei stark deckend sind, so werden dieseFarben mil kleinen Wischern oder mit den Fingerspitzen in einander gerieben, was be-sonders auf dem feinen wolligen Pergament dieser Malerei eine große Zartheit derModellirung, aber allerdings auch einen etwas weichlichen und geleckten Charakter ver-leiht. Um nun andererseits auch einer gewißen Trockenheit dieser Farben und ihrer ge-

*) Wenigstens dem Sprachgebrauchs nach, der sich festgestellt hat. Denn eigentlich hängt dasWort mit Lllirirnr,, Mennig, und mit den alten LliiUatoreir zusammen, welche die Pergament-manuscripte mit farbigen Initialen und Bildern schmückten.