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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Malen.

können, die den Schüler mit Erfolg in die allgemeine Behandlungsart aller Wasser-malerei einleitet. Indem wir in Betreff der Lehrmittel ans das oben unter H 7 Gesagteverweisen, wollen wir nichts desto weniger hier einige Blätter nennen, die im Falleeines gänzlichen Mangels an Originalbildern für den Unterricht noch Lräuchbar werdenkönnen: Alte gute Kupferstiche in sogenannter ^qua tinta, Schab- oder Tuschmanier,wie sie fast in allen Fächern vorliegcn. Ferner Lithographien von ganz ähnlicher Wir-kung, z. B. Leonhard Drost, Reiseskizzen, Tondruck, Görlitz 1847, kleineLandschaften, nur in vier Tönen dargestcllt; sehr elementar, daher für Anfänger wohlgeeignet. Orschwiller, Paris, Rittern. Gonpil, malerische Gebirgshäuser n. s. w.,kl. Fol., ebenfalls gut, aber unvollkommen ansgcsührt. 6alams: Lssai äs lavislitlloAraplliqua, Osnevs 1843. §r. 8., kleinere Landschaftsstudien; wie alles vondiesem Meister, vorzüglich, aber schwer, daher schon für Geübtere. G. Engelhardt,bei W. Korn in Berlin, größere und durchgcführtere Landschaftsbilder in Fol. aufTorchon und in Handzeichnungsmanier, sehr gut.

Das photographische Bild nach der Natur, das seiner allgemeinen Wirkungnach der Tnschzeichnnng so verwandt scheint, wird sich für Schüler niemals znm Copirenempfehlen lassen. Denn wie bekannt entsteht die Photographie durch einen physikalischenProceß; sie bildet also in ihrem stofflichen Zusammenhang einen durchaus homogenenGuß, der der Behandlung des Pinsels schon deshalb schlechthin entgegengesetzt seinwird, weil er die Sonderung in einzelne Momente, wie sie das snccessiv entstehendeBild kennzeichnen, nämlich in Umriß, in feste Zeichnung n. s. W. total verwischt unddem Schüler bestimmte Anhaltspnncte nirgends darbietet. Dazu tritt die ungemeineVollendung des Details in diesen Blättern, die nicht, wie im Werke der Hand, als eineSteigerung und ein Fortschreiten vom Allgemeinen znm Besonderen erscheint, sondernbei der Photographie eine fundamentale und mikroskopische ist, die nachzuahmen über-haupt unmöglich wäre.

Das Coloriren ist eigentlich eine Verbindung von Tuschiren und Malen oderauch nur von Zeichnen und Malen. Man versteht unter dem colorirten Bilde, imGegensätze zur eigentlichen Malerei eine farbige Darstellung, die sich begnügt, in einerleicht schattirten oder tnschirten Zeichnung die Localfarben anzugebcn, und zwar mehroder minder stark betont, die aber den Charakter der Zeichnung vorherrschen läßt undauf jede umfassende Anwendung der Palette verzichtet. Auch das Coloriren wird alsoim Unterricht eine elementare Stellung einnehmcn können, insofern es den Schüler inden Gebrauch der Farbe einleitet. Bei naturwissenschaftlichen oder technischen Darstel-lungen fügt es dem graphischen Bilde auch noch seine allgemeine Färbung hinzu, undes kann überhaupt bei jedem Fache, so auch bei Studien nach der Natur, ans nützlicheund anziehende Weise verwendet werden. Unter einer Menge von Blättern, die theilsans der Hand, theils in Farbendruck colorirt vorliegen, nennen wir hier als brauchbar,für die Landschaft: Lindcmann-Frommel, Skizzen ans Rom und der Um-gegend, Karlsruhe bei dem Verfasser. Tondruck. Sie sind in der Auffassungsehr schön, eignen sich aber weniger zur Nachahmung, die manche Schwierigkeit darbietet,als zur Belehrung bei Studien mach der Natur. Für Architektur: 1?. Ltroobant, No-uumsnts ü'^roliitooturs sn UslZiqus, in Lieferungen in Fol. mit reicher Staffage, sehrschön, aber schwer. Für Genre: 1?. Krsnisr, Muäos variöss, llsaunin, Uaris. Manhat sich vor schlechten Copien zu hüten, die von diesen Blättern verbreitet sind. DieOriginale dagegen sind sehr geistvoll behandelt und mit Vortheil anzuwenden.

Das Aquarell, eine Wassermalerei, die ohne neutrales Medium für die Schatten,wie Tusche u. a. verfährt, also den Charakter der Zeichnung nicht mehr festhält, sonderndie Farbe im umfassendsten Sinne anwendet und so hoch zu entwickeln hat, als es imBereiche ihres Materials möglich ist. Das Aquarell erhebt sich somit im Gegensatzzur Colorirung zu einem vollendeten Farbeneffect, bewahrt aber trotz aller Kraft undTiefe, die ihm zu Gebot steht, dennoch eine gewiße Frische und Leichtigkeit der Behänd-