Malen.
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Die Landschaft. Sie behauptet in den meisten Fällen den Vorrang, da einnatürliches Talent für dieses Fach, wenigstens in Deutschland, überwiegend anftritt undvielleicht in der lyrischen Richtung und dem landschaftlichen Natursinne unserer Jugendbegründet liegt. Dazu kommt die leichtere Nutzanwendung desselben, insofern es deinSchüler bequemere Studien und den Bvrtheil in Aussicht stellt, dieselben auf Reisenund Wanderungen nützlick zu verwerthen. An die Landschaft schließt sich unmittelbardie Architekturmalerei an, deren strengere, also speciell architektonische Auffassungauch die volle Kenntnis der Linien- und Luftperspective nothwendig macht.
Blumen, Früchte u. s. w., nicht selten mit wissenschaftlichen Nebenzwecken fürBotanik; ein Fach, das im Stillleben, in der Arabeske und im Ornament einersehr anmuthigen und phantasievollen Entwicklung fähig ist und nach allen Seiten hinnützliche Anwendung finden kann. In seinen Beziehungen zur Botanik tritt dagegendieses Fach auf das naturwissenschaftliche Gebiet. In diesem Falle hat es seinenGegenstand nicht mehr beziehungslos, gleichsam um seiner selbst willen zu fassen, son-dern geleitet von wissenschaftlichen Gesichtspuncten und Voraussetzungen, z. B. alsschematische, mikroskopische oder anatomische Darstellung. Solche Tendenzen werden danndie jedesmalige Auffassung des darzustellenden Gegenstandes bestimmen, und man hatdabei auf die Wahl einer Malweise zu sehen, also ans Darstellungsmittel, welche dieseAuffassung unterstützen; eine Rücksicht, die ein für allemal Lei naturwissenschaftlichenDarstellungen zu beobachten ist.
Th i ere. Ein Fach, für das hie und da eine besondere Anlage und Vorliebe auf-tritt, und das denn auch, abgesehen von seiner wissenschaftlichen Seite, wie sie für denZoologen, den Thierarzt oder Landwirth von Werth sein kann, eine Sphäre eigentümlicherSchönheit umfaßt und selbst gemüthliche und humoristische Seiten in Menge darbietet.
Bildnisse und Figuren, offenbar ein Zweig der Malerei, der die solidesteVorbildung und das gründlichste Studium erfordert, dann aber auch ein überaus reichesund interessantes Gebiet umschließt und dem Schüler den Vortheil einer weit umfassen-deren Kunstbildnng znwendet, als ihn ein anderer Zweig der Malerei gewähren kann. —Natürlich soll hiermit keineswegs der Schluß gestattet sein, als sei der Figurenmaleran sich auch ein höher stehender und vorzüglicherer Künstler als etwa der Landschafter.Es ist nur soviel damit gemeint, daß das Figurenmalen, beziehungsweise das Gesammt-studium desselben, sich nicht in einem so eng umschlossenen und snbjectiven Kreise bewegt,als es bei den anderen Fächern, unbeschadet der größten Erfolge darin, der Fall ist.Ein weiterer Gesichtskreis, eine objectivere, auf die geistige Lebendigkeit und Schönheitder Menschenwelt gegründete Erkenntnis wird also auch das voraussichtliche Resultateines so umfassenden Studiums sein.
Zum Schlüsse lassen wir noch die kurze Charakteristik aller der verschiedenen Mal-weisen folgen, welche, je nach Umständen, im Unterrichte Anwendung finden können;und wir nennen hier mit möglichster Rücksicht auf den methodischen Gang zuerst:
Das Tuschiren. Bei diesem handelt es sich noch keineswegs um eigentlichesMalen, d. h. um naturgetreue farbige Darstellung, sondern nur um ein mit neutralenoder conventionellen Farbentönen, wie chinesische Tusche, Sepia, Bister u. a. m. aus-geführtes monochromes Bild, das also nur den Effect, die Haltung und Stimmung desGegenstandes, diese aber bis ins feinste zu erreichen fähig ist. Allein diese Darstellunggeschieht ans nassem Wege und mit dem Pinsel, nämlich mit wässerigen und transparentenFlüssigkeiten. Und hierin eben beruht der Hanptcharakter dieser Malart, also ihr breiter,auf Massen gerichteter Vortrag, ihre weichen, der äußersten Zartheit wie der tiefstenSchattenkraft fähigen Abstufungen, mit einem Worte: ihr ausgeprägtes Helldunkel, zu-gleich aber auch ihre technische Verwandtschaft mit der eigentlichen Malerei, da sie Pinsel-führung und Farbenauftrag mit jeder Wassermalerei gemein hat. Das Tuschiren wirddemnach für gewiße Effecte eine sehr wirksame und überhaupt für Natnrstudicn bequemeMalweise sein. Besonders aber wird es im methodischen Unterricht eine Vorstufe bilden