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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Mager.

übergab befreundeten langjährigen Mitarbeitern und hochachtbaren Schulmännern diefernere Leitung seiner Zeitschrift. Seit Ostern 1848 hatte er aber auch die SchweizWieder verlassen. Er war einem Rufe aus Deutschland gefolgt und hatte in Eisenachals Director des dortigen Realgymnasiums aufs neue eine eigentlich schnlmännischeWirksamkeit übernommen; leider wiederum eine kurze und die letzte. Auf dem neuenPosten, auf den er sich mit großer Freudigkeit begab, fand sich Gelegenheit zur rührig-sten Thätigkeit. Er besorgte die vielfache Arbeit des Fort- und Ausbaus seiner Anstalt,war für einige Zeit an zwei weiteren Schulen der Stadt bctheiligt, verkehrte mit denBehörden aufs eifrigste im Interesse seiner Schule und arbeitete auch für das großher-zogliche Ministerium in Weinrar mancherlei Referate über Schulsachen aus. Alleswar großentheils nach seinem Wunsche und Geschmack und belebte ihn wunderbar.Leider dauerte es aber nicht lange. Das Nervenleiden, das schon in Zürich sich gezeigt,trat wieder auf, griff bald weiter uin sich und zehrte sichtbar an seiner Kraft. DasNebel wurde immer hemmender, die Lähmung immer fühlbarer, die stattliche Gestaltwar gebrochen, und der Mann, der seinen Jahren^nach eben jetzt auf der Sonnenhöheder vollen, ruhigen Manneskraft hätte stehen sollen, war (im Spätjahr 1851) schonso geschwächt, daß zuletzteine tägliche Lection von 8 9 Uhr Morgens mit 4 guten »Schülern und auf seinem Arbeitszimmer gegeben, ihn bis 12 Uhr erschöpfte." Im Früh-jahr 1852, nach nicht ganz 4jähriger Arbeit, erhielt er,unter Anerkennung der vor-züglichen Dienste, die er seiner Anstalt geleistet," die erbetene Entlassung. Es war ihmnicht vergönnt, seine Principien in der Praxis, an einer Mnsteranstalt während einerReihe von Jahren dnrchzuführen. Wie weit er neben dem eminenten Verstand, denumfassenden Kenntnissen, der musterhaften Darstellungsgabe auch die Klugheit besaß,die sich an die gegebenen Personal- und Localverhältnisse hält und bequemt, und diepersönliche Würde, mit welcher der Vorsteher einer Anstalt auftreten soll, kurz, ob derglänzende Theoretiker auch als Leiter einer Schule sich ebenso bewährt haben würde,das wollen wir dahin gestellt sein lassen.

Mager blieb zunächst noch 2 Jahre in Eisenach, dann ließ er sich in Dresdennieder, für seine Schulbücher oder für neue Abhandlungen thätig (er suchte noch 1855über die grammatischen Kategorien und über die Elemente des Satzes ins Reine zukommen), soweit die zunehmende Abnahme der Kräfte es gestattete. Wieder nach2 Jahren zog er nach Wiesbaden, seiner rheinischen Heimat, aber auch seinem Lebens-ziel näher. Denn nachdem er im ganzen 6 Jahre lang auf den Stuhl gebanntgewesen und ohne Murren und Klagen die Beschwerde des Siechthums und der That-losigkeit getragen hatte, erreichte er in eben dieser Stadt schnell das Ende seiner Wan-derschaft, den 10. Juni 1858, in einem Alter von 48 Jahren.

Die kräftigen Impulse aber, die er der pädagogischen Wissenschaft gegeben, dieer in so vielen Richtungen ausgestreut hat, sind nicht mit ihm zu Grab gegangen,sondern wirken fort als wesentliche Factoren bei der Arbeit der Gegenwart in denKreisen der Schule und der Erziehung."') Di. Büchcler.

Maiciltag, s. Schulfeste.

*) Ein Wort von M. gegen den allgemeinen Religionsunterricht, welches Hollenberg in derZeitschr. f. Gymn. 1863 Inn. S. 610 anführt, möchten wir auch unsererseits verbreiten helfen.

Er sagt in einem Eisenacher Programm:Die Mehrzahl unserer Schüler ist evangelisch oder solles werden. Der Religionsunterricht, von einem ordinirten Geistlichen von anerkannter Frömmig-keit und Gelehrsamkeit gegeben, ist also kein sogenannter allgemeiner, wie ihn leere unddabei doch confuse Köpfe neuerlich anpreisen und fordern, sondern ein durch unddurch besonderer, nämlich ein christlicher und zwar protestantischer und von jenem allgemeinenmöglichst weit entfernt." Hollenberg setzt hinzu: Für mich ist dieses Wort von höherem Werthe,als alles naturalistische und sentimentale Gerede, das seit Rousseau gegen den concreten Religions-unterricht angestrengt worden ist. D. Red.