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Mager.
lichen Unterrichts zu stellen und anzudenten, wenn auch nicht zu lösen. — Weiterebedeutende Abhandlungen sind: Einrichtung und Untcrrichtsplau eines Bürgergymna-
siums. — Die neuesten Vorschläge zur Gymnasialreform. (Köchly u. s. w. be-treffend.) — Schule und Leben; Glossen zu Curtmans Preisschrift. — Glossen zuHippels „Sendschreiben über einige Mängel der preußischen Schulverwaltung." —Die Volksschule als Staatsanstalt. — Wir haben oben schon bemerkt, es wäre einJrrthmu, zu glauben, als habe Mager in diesen Schriftwerken durchaus neue, große,folgenreiche Principien oder eine neue Idee der Pädagogik ausgestellt: er wollte nurmitbauen an neuen Grundlagen für die Erziehnngs- und Unterrichtswissenschaft. Ueber-haupt: Mager war nicht Pestalozzi und nicht Hcrbart; aber in den reichen päda-gogischen Erzgängen, welche dieser Männer Arbeit angebrochen hat, vermochte er nach-zudringen wie keiner unter den Schulmännern, und was man hier von edlem Metallzu Tage fördern konnte, verstand er auszuschmclzen und in klangvolle Münze auszu-prägen. So, mit seinem Talent das Richtige und Wahre schnellen Blickes zuerkennen, völlig zu seinem Eigcnthum zu machen und praktisch zu verwenden, war ereine höchst schätzbare Kraft, doch nur zweiten Ranges, er war nicht genial, wohl abergenialreproducirend. Daß er ferner kein Modepädagog war, sondern vielmehr unauf-hörlich und in allen Tonarten wiederholte, was ihm in Sachen der Bildung zu sagenwichtig erschien, mochte es auch noch so unangenehm berühren, darauf muß man schonaus dem früher Gesagten schließen. Auch ist schon angegeben worden, daß ihn anfangsund längere Zeit die erhobenen Widersprüche nicht beunruhigten oder entmnthigten.Der denkfaulen over der leidenschaftlichen Leute Geschrei achtete er nicht, gleichviel obes Lob oder Tadel enthielt; auch wußte er, daß es Zeit braucht, bis ReformgedankenEingang finden bei Lehrern, in den Schulbüchern und in den Schulen und daß mangeduldig zuwartcn müße, bis die Fruchtkeime Wurzel schlagen und aufsprossen. Spätermachten dieselben unklaren Widersprüche und fortgesetztes Nichtbeachten dessen, für waser socht, den lebhaften Mann wohl hie und da sehr ungeduldig und bitter; aber daßman in den letzten Jahren seiner Wirksamkeit in der Revue ihn nicht mehr bekämpfte,sondern sich mehr und mehr nur vom Streite zurückzog und die Streitfragen ruhenließ, das gefiel ihm übel; deshalb meinte er auch, es sei keine beneidenswerthe Lage,trotz unsäglicher Arbeit im günstigen Falle nur eine Minorität, ja nur eine Minimitätfür seine Ansichten gewonnen zu haben.
Doch Mager täuschte sich hierin über die Ergebnisse seiner Thätigkeit. Dennunerachtet jener Widersprüche und Gegenbestrebungen sind durch sein Bemühen bleibendeErfolge für Methodik und Didaktik erzielt worden, viel mehr als er erfuhr. Durchsein Wort ist von Anfang an manches besser geworden, auch wenn man es nichtWort haben wollte; dadurch daß er die Hauptsachen immer wieder aufs neue insLicht stellte, blieb ebenfalls viel haften, ohne daß man sich dessen recht bewußt war,und so lernte man von ihm viel in der Stille. Ja, manche Ansicht, welcher anfangs,als einer Irrlehre, niemand sich zuwenden wollte, gelangte allmählich dem Wesentlichennach zur Geltung und manches andere, das uns jetzt geläufig und ein sicherer Besitzgeworden, hat besonders er auf beharrliche Weise verfochten. Aber warum unter-blieb dennoch der reichlichere Beifall? Seinen Schulbüchern entgieng ernicht; das französische wie das deutsche Elcmentarwerk fanden eine weite Verbreitungin und außerhalb Deutschland und erleben mit allem Rechte noch immer neue Aufla-gen. Hätte er wirklich als lehrender Schriftsteller nicht ebenfalls Lob undAnerkennung in größerem Maße verdient? Es ist unbestreitbar, aus dem Felde derpävagogischcn Literatur war zu seiner Zeit, d. h. von 1838—1848, keine zweite Per-sönlichkeit zu finden so vielseitig gebildet, so lebendig, ja Geist und Leben sprudelnd,wie er. Welch vorzügliche Factoren wirken in den Abhandlungen und allen Erzeug-nissen seines Geistes zusammen: Belesenheit und Geistesfrische, umfassende Kenntnisseund Humor! Von der landesüblichen Trockenheit des Stils ist bei ihm auch nicht