ausschließlich seinen: Dienst für die Schule, seinem Reformwerke, sammelte all seinStreben um diesen Mittelpunct, erweckte durch sein geistvolles Wort viele Mitarbeiter,steigerte weithin in den Kreisen der Schule das pädagogische Interesse, und machte soaus seiner Revue gleich Leim Beginn einen Licht- und Feuerherd für die Schulwelt,einen allgemein angesehenen Sprechsaal, zn dem jeder gebildete Schulmann Zutritthatte und dessen Eigenthümer ohne Unterlaß dafür besorgt war, daß Geist und Gelehr-samkeit, Witz und lebendige Rede darin getroffen wurde. Weil er aber sich selber undseine ganze Existenz an seine Revue und die Verwirklichung seiner Neformprincipiensetzte und außerdem sich der Vortrefflichkeit seiner Absichten bewußt war, so wollte erauch ungehindert ans sein Ziel losgehen können und weder „gegen Personen noch gegenDinge Rücksicht nehmen müßeu", und hielt sich zu dem Ende in der That lange Zeitso unabhängig als nur immer möglich. (Vgl. d. Art. Humanismus S. 642. D. Red.)
Von den vielen Abhandlungen, die er von 1840 an und wie schon bemerkt, beson-ders während seines Züricher Aufenthaltes in ihr veröffentlichte, mögen nur einigehier besonders namhaft gemacht und gewürdigt werden. Zuerst die drei Hefte mo-derner Humanitäts studien. Das erste „die moderne Philologie und die deut-schen Schulen" erschien schon 1840; das zweite „über Wesen, Einrichtung und päda-gogische Bedeutung des schulmäßigen Studiums der neueren Sprachen und Literaturenund die Mittel ihm anfzuhelfen" 1843, ist für Lehrer und das größere Publicumbestimmt und sollte richtigere Ansichten über die Natur des schulmäßigcn Sprach- undLiteraturunterrichts und eine bessere Methode desselben verbreiten. Von dem drittenHeft erschien die erste Bearbeitung schon 1838 „über den Unterricht in fremdenSprachen", 1840 die zweite, 1846 die dritte unter dem Titel: Die genetischeMethode des schulmäßigen Unterrichts in fremden Sprachen undLiteraturen. Dieses, eines seiner Hauptwerke und unter seinen methodologischenAbhandlungen die vorzüglichste, reichhaltigste, giebt in seinem theoretischen Theileine Darstellung der Grundsätze, welche der schulmäßige genetische Sprachunterrichtauf den verschiedenen Stufen befolgt, und zwar werden dieselben zuerst im allgemeinengegeben, dann auch noch im Lesondern für eine fremde Sprache auseinandergesetzt.Der praktische Theil entwirft den Stufengang eines solchen genetischen Unterrichtszunächst fürs Französische, theilweise auch noch für die Elemente der lateinischen Sprache.Die genetische Methode an sich ist natürlich nicht Magers Erfindung, auch ihre An-wendung auf das Sprachenlernen nicht sein Werk, wie er selber sagt: „Ich habe anVorhandenes angeknüpft, meine Methode ist schon früher und nach und nach wachsendin den Köpfen vorhanden gewesen." Aber das ist sein Verdienst, dieses Verfahren aufsvielseitigste beleuchtet, den andern Verfahrungsweisen gegenübergestellt, und in seiner An-wendung auf neuere Sprachen in einem wahrhaft fruchtbaren Exempel uns vor Augengestellt zu haben. Daß er aber von Seiten vieler classischer Philologen eben wegendieser Methode viele Widersprüche sich zuzog, ist bekannt.
Ein viertes Heft dieser Studien hätte den Mutterfprachunterricht behandelnsollen; dasselbe kan: leider nicht mehr zu Stande und müßen wir als eine Art Ab-schlagszahlung folgende Aufsätze annehmen: Beurtheilung der Wurstschen Sprachdenk-lehre; Vorrede zu seinem deutschen Sprachbnche, Kritik von Phil. Wackernagcls Un-terricht in der Muttersprache und von Hieckes Buch über den deutschen Unterricht.
Alle diese Schriftstücke zeugen von einem Neichthum an Kenntnissen jeder Art undinsbesondere von genauer Bekanntschaft mit dem jedesmaligen Gegenstände, regen daherauch jeden Schulmann aufs vielfachste an, das was die neuere Sprachwissenschaft bisjetzt errungen, durch schulmäßige Bearbeitung besonders für den Unterricht :m Deutschen,Französischen und Englischen fruchtbar zn machen. Ebenfalls höchst anregend ist „derschulmäßige Unterricht in den Naturwissenschaften" 1844, eine Betrach-tung, durch welche der Verfasser veranlassen wollte, daß die Fachmänner sich überdiesen Gegenstand aussprechen; er begnügte sich, die Probleme des Naturwissenschaft-