Mager.
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lingen von Zeit zu Zeit einen Cnrsns rasch und auf geisterfrischendc Weise durchzn-machcn, hätte Mager sich schon gern anferlegt, jedoch unser anstrengendes Schnlehaltenin einer gewöhnlichen Classe gefiel seinem lebhaften Drang und seinem unausgesetztphilosophirenden Geist nicht in die Länge. Vollends in regelmäßigen Zwischenräumeneinen Stoß Schülerarbeiten genau durchznnehmen, verlangte zudem noch ein Opfer anZeit, wie es ihn seine literarische Schafflust nur schwer bringen ließ. Es wäre jedochungerecht, daraus zu schließen, als habe Mager diesen Kleindienst und die Treue imKleinen gering geachtet oder als habe er die Mühen des Lehramtes nicht tragen mögen;es folgt nur daraus, daß er im Dienste an und in der Schule nicht seinen Lebens-Leruf erkannte, und so sehr es ihm Bedürfnis war, die Jugend zu bilden, so zog erdoch den Dienst für die Schule vor, hoffend, dort noch nützlicher wirken zu können.Er brauchte die Schule durchaus von Zeit zu Zeit, das fühlte er selber mit sicheremTakte, sie galt ihm jedoch nur als ein Mittel, um eine pädagogische Wirksamkeit imGroßen zu haben, gewiße pädagogische Ideen zu realisiren und Erfahrungen für schul-wissenschaftliche Studien zu sammeln; er hielt also nur eine Zeit lang Schule, umnachher den Schulen mittelbar wieder mehr sein zu können. Auf diese Weise konntesie ihm natürlich nicht Berufssache, nicht ausschließliche Herzensangelegenheit werden,er lebte sich also auch nie so in sie hinein, um in ihr völlige und dauernde Befrie-digung zu finden; ohne solches aber wird keinem die Weihe des vollendeten Schul-manns zu Theil.
Nachdem sich Mager gegen Ende des Schuljahres 1844 seiner Stelle wieder hatteentheben lassen, zog er nach Zürich, um ganz und nngetheilt für seine pädagogischeRevue, für die Vervollkommnung seiner Lehrbücher und für die Herausgabe weitererLehrmittel thätig sein zu können. Und nun tritt Mager zum zweitenmal in eine Pe-riode reichen literarischen Schaffens ein, um ss fruchtbringender für dasdeutsche Bildungswesen, weil seine Theorien über das Erzichungs- und Unterrichtsge-schäft der Schule wiederholt durch die eigene Praxis berichtigt und bereichert wordenwaren. Hat er sich während seines Aufenthalts in Schwaben vorzüglich mit seinenSchulbüchern beschäftigt, so gehörte er während des Züricherischen fast ausschließlichseiner Revue. Fassen wir diese nunmehr etwas näher ins Auge. Sie war schonden 1. Juli 1840 ins Leben getreten und zwar in Stuttgart, nachdem die Herausgabein Berlin von der dortigen Negierung nicht gestattet worden war. Daß mit ihrGroßes angestrebt und ein vielumfassender Plan verfolgt wurde, ist von einem Mannewie Mager zum voraus anzunehmen. Vor allem sollte sie eine Zeitschrift für diegesammte Pädagogik sein, also die ganze und nicht nur etliche Theile der Bil-dungswissenschaft in ihren Bereich ziehen. Sodann wollte er sie selbständig undunabhängig sehen, nicht als äußerliches oder innerliches Anhängsel an ein philolo-gisches oder theologisches Journal. Was aber ihre geistige Basis, das Verhältnis derRevue zur Philosophie betrifft, so stund zwar Mager anfangs, wie oben erwähnt, nochauf Hegels Seite, schloß sich jedoch nach und nach an Herbart an und strebte, von ihmgeleitet, darnach, die Grundlehren jener Psychologie zu verbreiten, welche den Geist alsEntwicklung saßt, folglich nach der genetischen Methode den Menschen als ein reelles,nicht als ein Jdealindividuum nimmt. In dieser Gestalt und in diesem Geiste wollteaber die P. R. vorzüglich ein Organ für Neformen in der Erzichungs- undUnterrichtswissenschaft sein. Desgleichen, obschon sie dem Gymnasium, der Real- undder Volksschule gleich sehr gehören und sie alle gleichmäßig berücksichtigen wollte, hieltsie es doch für besonders zeitgemäß, vornämlich den Real- oder höheren Bürger-schulen zu Hülfe zu kommen, jenen Anstalten, die damals allermeist gegen den „faulenKonservatismus" und gegen das theoretische Vorurtheil ihrer humanistischen Gegner zukämpfen und sich erst Bahn zu brechen hatten. Die Realschule glich ja damals noch«einer hernmirrenden Seele, die einen Leib sucht, ihn aber nicht bilden kann, weil
Pävag. Encyklopädie. IV. Z5