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Mager.
tung seine besondere Aufmerksamkeit geschenkt haben. Gleichwohl bleibt das Werk auchin seiner jetzigen Gestalt in den Händen kenntnis- und erfahrungsreicher Lehrer einesder schätzbarsten Schulbücher in ganz Deutschland, ein Ruhm, welchen sich auch seindeutsches Sprachbuch erworben hat. Dasselbe fehlt leider schon seit 1847 imBuchhandel; doch ist Aussicht vorhanden, daß es bald in einer neuen Bearbeitungwieder erscheine, zu der Mager viel Material hinterlassen hat.
Fast noch weitere Verbreitung als diese Lehrbücher fanden die ihnen auf dem Fußefolgenden französischen und deutschen Schullesebücher. Und ebenfalls mit gutem Recht.Denn sie stehen wie jene sämmtlich im Dienste einerseits des erziehenden, Geist undCharakter bildenden Unterrichts, andererseits entsprechen sie eben so sehr den sprachlichenZwecken des Unterrichts als dem realistischen.
Zn dieser schriftstellerischen Thätigkeit für die Schule kam aber seit dem 1. Juli1840 noch eine andere, die Herausgabe und die Leitung seiner pädagogischen Revue,die ihn gewaltig in Anspruch nahm, für die er aber von Anfang an ebenfalls mit dergrößten Begeisterung thätig war. Ueberhaupt kann man sich, wenn man Magersrastlosen Fleiß betrachtet, kaum des Gedankens entschlagen, als habe er geahnt, seinLebenstag Werde nur kurz sein. Nach zwei Jahren rührigster Arbeit für die Schulen unddas gesammte Schulwesen ergriff er gern eine Gelegenheit, sich nun auch andererseitswieder mehr mit der Praxis bekannt zu machen und übernahm im Spätherbst 1841eine Professur für französische Sprache an der Cantonsschule in Aarau. Er bliebzwar auch diesmal nur wenige Jahre im Schulamte, bis kurz nach seiner Verheirathnngim Sommer 1844. Aber obschon er neben dem Schulgeschäft die schrifstellerischeMuse gar nicht feiern ließ, so arbeitete er doch auch mit gutem Erfolge an seinenSchülern. Daß Mager eine Hauptzierde des deutschen Lehrers besaß, den ninnner-ruhenden Fleiß in der wissenschaftlichen Weiterbildung, ist bei der Schilderung seinerschnlmännischen Wirksamkeit zuerst hcrvorzuheben; denn unausgesetzt erweiterte er denKreis seiner Studien, durchdrang er aufs neue die alten Fächer, und wie schnell fander überall das Richtige, Wahre und seinem Zweck Entsprechende, und wie vollständigeignete er sichs an! Weil er aber die Kunst des Lernens in so ausgezeichnetem
Grade besaß und immer und allenthalben auf so fruchtbare Weise lernte, so stand von
dieser Seite aus seine Lehrthätigkcit auch auf dem günstigsten Boden. Kein Wunder,daß er durch sein Wissen und sein Können in der Schule imponirte und daß ihn eineseltene Herrschaft über den Unterrichtsstoff ganz besonders auszeichnete. Rechnen wirnoch hinzu, daß er mit sehr großer Frische und Gewandtheit lehrte, daß seine Dar-stellung eine Klarheit besaß, welche gediegene Schulmänner und Meister der Kunstüberraschte, sowie endlich daß er Zöglinge sowohl als Lehrobjecte mit jenem Lehrgeschickbehandelte, welches die Unterschiede zwischen dem schnlmäßigen und dem wissenschaftli-chen Unterrichte taktvoll zu beobachten weiß, so sind unstreitig die Hauptbedingungen
eines fruchtbaren Unterrichts erfüllt. Da jedoch noch dazu kommt, daß Magers Hu-
mor selbst die Trägeren anzuregen und zu beleben vermochte, mußte er da nicht diegewünschten Kenntnisse schaffen, wissenschaftlichen Sinn und Freude an geistigen Ge-nüssen wecken? Da er ferner der Jugend mit Freundlichkeit und väterlichem Wohl-wollen nahe kam, so blieb auch Anhänglichkeit und Liebe der Zöglinge nicht aus. Unddennoch, trotz dieser glänzenden Lehrausstattung konnte Mager kein musterhafterSchulmann werden. Wohlgeeignet zu lehren war er wie wenige, das mußten seineGegner sogar bezeugen; aber um ein Schulmann zu werden, ein ganzer, völliger, brauchtserstens einen Mann, der in sich selbst eine schöne Persönlichkeit groß gezogenhat, deren Nähe und Gegenwart durch den Adel der Seele und durch die Kraft undDemuth der Gesinnung von selber schon erzieht. Mager war nun reichbegabt nachGeist und Gemüth, hielt sich aber im ganzen zu wenig in Zucht, und arbeitete zuwenig an seiner eigenen innersten Erziehung. Zweitens brauchts dazu einen Mann vonopferfreudiger Hingabe an den ganzen Dienst in der Schule. Mit talentvollen Zög-