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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Mager.

ihn immer lebhafter bewegten, so konnten seine Studien und seine Schriften nur derSchule angchören. Hier gedenken wir nun zuerst seinerdeutschen Bürgerschule" 1840,einer Tendenz- und Gelegenheitsschrift von reinpraktischer Natur, in welche der dreißig-jährige Verfasser, der sich aber schon daran gewöhnt hatte, die praktischen Fragen derSchule philosophisch zu erörtern, als kühner, ungestümer Anwalt einer vielverkanntenund daher viel angefeindeten Sache austritt und ihr hilft, sich ans Licht zu ringen.Vor allem bestrebt er sich, in einem culturgcschichtlichen Excurse zu zeigen, daß dieselbeein'unabweisbares und stetiges Bedürfnis, eine legitime Geburt der heutigenZeit- und Culturverhältnisse sei, wobei er auf ebenso anschauliche als geistreiche Weiseden Begriff des Gebildeten als den des Gelehrten gewinnt. Sodann thut ermit scharfen, auch politischen Gründen dar, daß das Verlangen nach Realschulen nichtans einem irrenden Drange der Zeit beruhe, und daß zwischen der Volksschule, welchefür die allgemeine Bildung des sogenannten gemeinen Mannes sorge, und dem Gym-nasium, wo diejenigen, welche gelehrte Studien zu machen haben, mit der ihnen nöthi-gen allgemeinen Bildung und Vorbildung ausgerüstet werden, eine weitere Erziehungs-anstalt, das Realgymnasium oder die höhere Bürgerschule erforderlich sei, die Schule,welche der großen Menge der Gebildeten in der Nation die ihnen nöthige allgemeineBildung und Vorbereitung zur Berufsbildung verschaffen müße. Nachdem Mager hie-mit nicht nur Wesen und Bestimmung der höheren Bürgerschule ausgesprochen,sondern auch die Secundar- und die einclassigen Realschulen beseitigt hatte, entwirft ernoch die Grundzüge seiner Anstalt in 6 Classen (10.16. Jahr). Im folgendenAbschnitt gibt er die Methode für die einzelnen Lehrfächer an, wobei wir der Haupt-sache nach schon die genetische erkennen und uns besonders an dem Reichthum seinerMittheilungen über Sprach-, Geschichts- und Mathematikunterricht erfreuen. Hieraufspricht sich der Verfasser über Zweck und Nutzen der heutigen Bürgerschule aus,hernach über die Mittel und Wege, sie zu erreichen, was ihn auch zu gewichtigenAussprüchen über die Ausbildung der Reallehrer veranlaßt. Zum Schluffe wendet ersich an die falschen Freunde und an die Gegner seines Schützlings. Mit scharfenHieben züchtigt er da die Uti listen, die, den Charakter einer Erziehungsanstalt mis-kenncnd, die Realschule mit einer Berufs- und Fach- d. h. mit einer Gewerbeschulezusammenfallen lassen möchten und in ihrer Unwissenheit vergeblich vorgeben, sie könn-ten für industrielle und allgemeine Bildung gleich gut sorgen. Besonders schroff undherb jedoch tritt er den einseitigen Humanisten gegenüber, jenen, welche der neuenSchulgattung nicht einmal die Berechtigung des Daseins, vielweniger eine freie selb-ständige Existenz gönnen wollten. Als Stimmführer derselben faßt er den FriedrichThiersch und zeigt, wie sein Eifer für die Sache des Humanismus an Unklarheit leideund ihm zudem eine richtige Kenntnis seines vermeintlichen Widersachers, der Real-schule, ganz abgehe.

Daß diese Deutsche Bürgerschule eine bedeutende Leistung des erst 30jährigen Man-nes war und nach beiden Seiten hin klarere Erkenntnis und größere Sicherheit desStrebens vermittelte, sowie auch, daß er durch diese Parteinahme und durch eine solchees für immer mit vielen Humanisten verdarb, ist längst anerkannt. Mager selbst nenntsie später eine erste rohe Skizze, nicht aber eine ansgeführte Zeichnung, so wie erauch gleich in der Nachrede bedauert, er habe aus ihr kein Kunstwerk von Stil undComposition machen können. Unserer Ansicht nach theilen jedoch seine übrigen Abhand-lungen und Bücher so ziemlich dasselbe Schicksal, sowie überhaupt diese Deutsche Bür-gerschule uns schon die ganze Wesenheit und pädagogisch-literabische Signatur Magers,wie sie sich später entfaltete, errathen läßt: des Verfassers Standpunct und Strebenin pädagogischen Dingen, das reiche Wissen und die lebendige Darstellung, das scharfeAnfassen des Gegners und die herbe Redeweise, überall ein lortitsr in rs, fast nirgendsein versöhnendes suavitsr in mollo; kurz der Vorfechter der höheren Bürgerschule zeigt