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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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541
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Mager.

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in der Geschichte, vornehmlich aber in der Literatur und Sprache darstellt. Er verlebteso in Paris einige Jahre in den anregendsten Studien, entwickelte seine große geistigeVcrsatilität und holte besonders die Versäumnis des Französischen ans dem Gymnasiumin vollstem Maße nach. Bon Paris gieng er nach Berlin, dann ans eine Hauslchrcrstclleim Mecklenburgischen, um bald darauf eine Frucht seiner französischen Studien hcranSzn-geben, denVersuch einer Geschichte und Charakteristik der französischen Nationallite-ratur von Anfang des 12. Jahrhunderts an bis 1789." Dieser erste Theil seinerLiteraturgeschichte, sowie die 4 späteren sind sammt dem dazu gehörigen Urkundenbnch:1'ablsau antlloloAigus äs In litsrntnrs trantzaiso oontsinporains (18371840), unterallen Umständen eine sehr bedeutende Leistung gewesen, sa sind es noch jetzt, und legtenreichliche Proben davon ab, wie philosophisch geschult ihr Verfasser war, welch umfassendeKenntnis der französischen Literatur und Sprache er besaß, wie fleißig er arbeiteteund wie gewandt er die Feder zu führen wußte.

Doch dies war nicht das einzige Gebiet, ans dem sich Magers Fleiß nun bewegte.Er hatte das lebendigste Bedürfnis sich so vielseitig als möglich anszubilden. Und daihn die Noth des Lebens, die Sorgen der Nahrung nicht in ein Amt drängten, sokonnte er nicht nur allen seinen Studien Nachkommen, sondern sich auch in mancherleiProductioncn versuchen. Nun hatte er zwar schon im Jahr 1833 in Paris neben dasStudium der Naturwissenschaften das der ethischen ausgenommen, aber dennoch setzteer erstercS in Berlin unter Weiß, Lichtenstcin und Mitscherlich fort, wurde von Hum-boldt ans eine naturwissenschaftliche Reise nach Petersburg und Moskau mitgenommenund schrieb eine Abhandlung über die Methode der Mathematik als Lehrobject und alsWissenschaft. Seiner Arbeitslust und Gewandtheit bot jedoch auch die Philosophie einweites Feld. Gleich so vielen seiner Altersgenossen da und dort in den deutschen Landen,verehrte auch Mager seinen geistigen Führer in Hegel. Daß er sich in das System diesesgroßen Denkers mit Entschiedenheit hineinversetzt hatte und daß er verstand, es theilweisemit Glück zu popularisircn, davon hat er unter anderem in seinemBrief an eine Dameüber die Hegclsche Philosophie" Zeugnis, abgelegt. Von der Weiterbildung des Systemsin der Weise, wie einige Schüler Hegels sie später versuchten, wollte jedoch Magers Sinnfür das Gesunde nichts wissen; im Gegentheil, je selbständiger er wird und je reicheran Erfahrungen, desto mehr Zweifel am herrschenden System erheben sich in ihm. ImJahr 1840 zählt er sich nicht mehr zu dessen Anhängern stricter Observanz, bis erallmählich, durch philosophisch-pädagogische Studien geführt, zu Herbart übergeht. Erhatte sich nämlich seit seinem Eintritt ins Fricdrich-Wilhelmsgymnasinm zu Berlin, dasdamals unter des vortrefflichen Spilleke Leitung stund, und infolge seines Unterrichtsin fremden Sprachen und Mathematik nach längerem Schwanken endgültig für dasStudium der Pädagogik und der ethischen Fächer entschieden, desgleichen auch in Rück-sicht auf unterrichtliche Praxis die Neigung zu Sprach- und Literaturwissenschaft umso völliger in sich ausgebildet. Als eine Frucht dieser Entscheidung und der dadurchhervorgerufenen Studien muß der damals entstandene Aufsatzüber den Unterrichtin fremden Sprachen" angesehen werden. Um dieselbe Zeit, im Jahr 1837, nahm erauch eine Lehrstelle für deutsche Literatur am College in Genf an. Freilich bekleideteer sie nur wenige Semester; Kränklichkeit und infolge davon Unlust stellten sich bei ihmein und so verließ er die Schweiz wieder, doch nicht ohne viel für Schule und Lebengelernt zu haben und siedelte nach Schwaben über, wo er sich seiner Gesundheit halberin Canstatt und dann in Stuttgart aufhielt. Hier, im altwürttembergischen Lande,fand der lcichtbewegliche, Welt- und redegewandte Rheinländer so viel Gegensätzlichesund doch wieder so viel Verständnis seines Wesens und so viele Berührnngspuncte,daß er sich aufs mannigfaltigste angeregt oder herausgefordert fühlte und nun einehöchst ergiebige schriftstellerische Thätigkeit begann. Da Mager sich einmal völlig derSchule und der Bildungswissenschaft zngewendet und während seiner kurzen Praxisdoch viel Erfahrung und richtige Einsichten sich erworben hatte, auch Neformgcdanken