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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Mädchenerziehung.

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abstracten Allgemeinheit als Gesetz, als Recht, als äußere Ordnung, und dieser Buch-stabe des Gesetzes kann nur dadurch in Uebereinstimmung gesetzt werden mit dem Geisteheiliger Liebe, daß die einzelnen diesen Geist, der eins ist mit dem der wahren Hu-manität, aus dem Hause in die Oeffentlichkeit mitbringen. Dadurch fällt dem Hausevor allem die primitive und continuirliche Anregung des religiösen Lebens zu, und dieganze Eigenthümlichkeit des Familienzusammenhanges begünstigt dieselbe. Denn, wieman auch über das Wesen der Religion denken mag, dagegen wird schwerlich noch eineEinsprache erhoben werden, daß die Entwicklung des religiösen Lebens ihren Ausgangnimmt von einer Erregung heiliger Gefühle, einem unmittelbaren Jnne-werden des Göttlichen, an welches dann, wie bei allen andern psychologischen Ent-wicklungen, die intellektuelle und ethische Ausgestaltung der Religiosität sich anschließt.Ist nun die psychische Grundform des Familienlebens das Gemüth, zeigt sich imHanse das Gefühl als der vornehmlich erregte Factor aller Seelenzustände, so folgtdaraus, daß die ursprüngliche und wesentliche Pflege des religiösen Lebens nur demHause gelingen kann. Das Haus bietet aber auch dem Bewußtsein jene ersten objektivenThatsachen, Ideen und Verhältnisse dar, welche das Gefühl mit einem religiösen Inhalteerfüllen können. Vater und Mutter werden ewig die wahrsten und tiefsten Symboleder göttlichen Macht und Liebe bleiben, und indem sich daher das Kind in diesen Ver-hältnissen orientirt, gewinnt es zugleich Anschauungen, an denen ihm seine Beziehungzu Gott verständlich wird. Diese Sätze sind freilich nicht so zu verstehen, als ob dasHaus, weil es auf dem Gemüthsleben ruht, darum an sich schon ein religiösesLeben producire, vielmehr gehören alle Gefühle und Gemüthserregungen zunächst ganzdem natürlichen Leben an, und es kommt eben darauf an, sie über dasselbe zu erheben;aber insofern der Mensch in seinen Gefühlen unmittelbar, d. h. in der Substanz seinesWesens, von der Substanz der Objecte bestimmt wird, und diese Art der Erregung fürdas religiöse Leben die nothwendigste aller Forderungen ist, insofern muß gesagt werden,daß das Haus die wichtigste Stätte für religiöse Bildung ist. Und hier trifft denn inauffallender Weise die psychische Organisation der weiblichen Natur zusammen mit derAufgabe des häuslichen Lebens. Denn Wenn der Vater das Haupt der Familie ist,so ist die Gattin, die Mutter, die Frau, die Seele desselben; sie ist in ihrer vorherr-schenden Innerlichkeit selbst das Urbild Lessen, was das häusliche Leben sein soll: einHerzensleben, ein Gemüthsleben; und soll nicht die Weiblichkeit selbst vernichtet werden,so muß alle Bildung dazu beitragen, dieses Gemüthsleben als solches zu bereichern.Ebendadurch wird die Frau das natürliche Centrum der Familie und das belebendePrincip des Hauses, Weil von der Unmittelbarkeit ihres Wesens alle Glieder desselbenauf gleiche Weise ergriffen werden und sich ergriffen fühlen. Ebendaraus erklären sichso viele Aeußerungen über die Geschlechtsdifferenz, welche darauf hinausgehen, daß andem Weibe zu schätzen sei, was es ist, und an dem Manne, was er thut; denn dadas Weib unmittelbarer von der Substanz der Objecte berührt und bestimmt wird, alsder Mann, der im Gegentheil zu einer bedeutenderen spontanen Einwirkung auf die Ob-jecte im Denken und Handeln berufen ist, so kommt für das Weib alles darauf an,durch welcheObjecte es von vornherein bestimmt ist und die allgemeine Rich-tung seines Wesens empfangen hat. Wenn daher das vorherrschende Gefühldie weibliche Natur besonders empfänglich macht, wie für alle Eindrücke, so auch für diereligiösen, so fordert eben diese Erregbarkeit der Empfindung, damit sie nicht zur Cha-rakterlosigkeit entarte und der Macht zufälliger Eindrücke anheimfalle, daß das Weibin der Substanz des religiösen Lebens verweile, d. h. daß die Gefühle desWeibes von Anfang an in die Bahn der Religiosität geleitet und dauernd inihr erhalten werden.

Auch dem Manne darf diese mystische Seite der Frömmigkeit nicht fehlen, ja siemag als psychische Potenz in einzelnen Männern energischer wirken, als in vielen Frauen,sie mag in der männlichen Seele überhaupt gelegentlich mit einer Gewalt hervortreten,