Lykurg.
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diese Anschauung in ihr eine wahre Begeisterung erwecken. In den von gymnasti-schen Hebungen freien Zeiten mußten außerdem die Jünglinge, welche an der Spitzeder Abtheilungen standen, an die Knaben bestimmte Fragen richten (z. B. wer ist derbeste Mann? welche Handlung verdient das höchste Kob?), und der Knabe mußte daraufsofort eine kurze Antwort geben, in welcher sich der Geist des Spartiatenthums wider-spiegelte. Man hielt es für eine große Schande, wenn jemand über sittlich-politischeVerhältnisse nicht klar ausgeprägte Urtheile in sicherer Bereitschaft hatte. Natürlick)war nach demselben Gesichtspunct alles ausgesucht, was zur geistigen Bildung desSpartaners niitzuwirken hatte (s. ».). Ein Hauplmittel aber für die Charakterbildungsollte das gesetzlich empfohlene Freundschaftsverhältnis zwischen älteren undjüngeren Leuten abgeben. Während die Knabenliebe in anderen hellenischen Staatenin niedrige Sinnlichkeit ansartete, bewahrte jenes Verhältnis in Sparta einen reinensittlichen Charakter; es beruhte nur auf der Neigung der Seelen zu einander. AeltereBürger hatten fast die Pflicht, sich einen Liebling unter den Knaben und Jünglingenzu wählen und steten freundschaftlichen Umgang mit ihm zu pflegen; jener führte denNamen k-'snv,^->-x (Begeisterer), der Liebling (Hörer). Jener sollte sein Idealder Kalokagathie dem Jünglinge einprägen und ihm selbst ein Beispiel sein; der Jüng-ling sollte ans den Nath des Aeltcren willig hören. Diesem Verhältnis traute maneine so große Wirkungskraft zu, daß man für Vergehen des Aitas den EiSpnelas ver-antwortlich machte und bestrafte. Zugleich befriedigte man in dieser Weise die in jedemMenschen mächtigen Bedürfnisse des Gemüthcs und zwar so, daß cs dem Staatedirecten Nutzen brachte, indem das ältere Geschlecht mit dem jüngeren durch zarte Bandeverknüpft und die Tradition der gesetzlichen Lebensanschaunng im Fluß erhalten wurde.Endlich ist noch zu erwähnen, daß von den auf Gehorsam angewiesenen Stufen einallmähliger Uebergang zu befehlender Stellung statlfand. Zunächst erhielten dieJünglinge einen Antheil an der Leitung der Knaben; zugleich ordnete man ihnen einigeSklaven unter, welche sie namentlich bei Tische zu bedienen hatten; dann übertrug manihnen die Aufsicht über die im Lande wohnenden Unterthancn, endlich gab man ihnenkleine Commandos über die im Heere mitkämpfenden Helotcnschaaren.
Die körperliche oder gymnastische Ausbildung des Spartaners ordnete sichder sittlichpolitischen Tenvenz der Erstehung überhaupt unter; vorzugsweise aber solltesie kriegerische Tüchtigkeit bewirken. Da aber die Spartaner im Kriege nicht durch ihreMasse wirken konnten, so mußten die Anforderungen an den einzelnen Mann um sohöher gespannt werden. Ihn gleichmäßig in den vollenBesitz aller seiner Kräftezu bringen setzte man die geeigneten Mittel in Bewegung. Durch eine strenge Diätsuchte man den Körper abznhärten und gegen die von außen drohenden schädlichen Ein-flüsse gewißermaßen sicher zu stellen, ihn frei und unabhängig und zu einem stets ge-fügigen Werkzeug des Willens zu machen. Nach dieser Seite hat denn auch die spar-tanische Erziehung etwas Forcirtes; sie faßt man vorzugsweise ins Auge, wenn mansprichwörtlich von „spartanischer Erziehung" redet. Die Knaben trugen keine Schuheund keine Kopfbedeckung; die Haare waren bis zum Eintritt in das Mannesalter kürzgeschoren. Vom zwölften Lebensjahre an wurde das Untergewand abgelegt; ein einzigerMantel war die ganze Bekleidung des Knaben und derselbe blieb es in allen Jahres-zeiten. Das Lager war hart. Der Knabe selbst mußte es sich aus Spitzen des amEurotas wachsenden Schilfrohres bereiten; nur im Winter durfte er einige wärmendeKräuter untermischen. Bäder wurden nur im Eurotas genommen, warme, wie sic imübrigen Hellas gebräuchlich waren, waren nicht gestattet, ebensowenig der Gebrauchvon Salben. Auch die Kost war knapp; vollständige Sättigung hielt man nicht fürzuträglich; der Knabe sollte auch den Hunger ertragen lernen. Diesen nahm manaber auch in anderer Weise noch in Dienst. Zur Stillung des Hungers erlaubtenämlich das Gesetz gewiße Nahrungsmittel zu stehlen; wer aber dabei ertappt wurde,Wurde mit Schlägen bestraft. In dieser Weise sollten die Knaben List und Gewandt-