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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Luther.

Lyccen.

Luthers ernste kräftige Worte an Eltern und Erzieher. Göttingcn 1822. Beste^Luthers Kinderzucht in Lehren und Lebensbildern dargestellt. Braunschweig 1846.Brüstlein, Luthers Einfluß auf das Volksschulwesen und den Religionsunterricht. Jena1852. Schiller, Di. M. Luther über christliche Kinderzucht. 2. Ausg. Frankfurta. M. 1854. Heiland.

Luxemburg, s. Holland S. 578.

Lycccu. (Vgl. d. Art. Gymnasium.) Das WortLyceum" (IrixkMv, Ivxktov)ist, wie die Ausdrücke Pädagogium, Gymnasium, Athenäum, Akademie, Collegium, jawie das Wort Schule selbst, dem elastischen Alterthum, der Grundlage unserer wissen-schaftlichen Bildung, entnommen. Seit dem Wiedererwachen der Wissenschaften suchteman für die höheren Lehr- und Erziehungsanstalten solche Ausdrücke aus dem griechi-schen und römischen Leben auf, welche, wenn sie auch die Sache selbst nicht genau be-zeichneten, doch eine analoge Erscheinung darstellten und über eine Schöpfung der Gegen-wart die Weihestener idealen Vergangenheit verbreiteten. So mußte das Lyceum, eigent-lich eines der großen Gymnasien Athens in der Nähe eines Tempels des-lkros und der Schauplatz der lehrenden Thätigkeit des Aristoteles, diesem Zweckedienen. Es bezeichnet ursprünglich als Wechselbegriff mit Gymnasium eine höhere Bil-dungsanstalt humanistischen Charakters, welche ans die Universität vorbereitet. Indiesem Sinne heißt jetzt noch das Gymnasium in Hannover Lyceum; dies war der her-gebrachte Name. Ebenso nannte Napoleon die von ihm noch während des Consulats,im Gegensatz zn den realistischen Schulschöpfungen der Revolution, wieder ins Leben ge-rufenen Gymnasien, in welchen der humanistische Unterricht wieder den Mittelpunctbilden sollte Lyceen, l^eves, noin srnxrunts ä l'anticzuite, wie Thiers sagt (Ui-stoirs äu oonsulat I. S. 457). Derselbe Name ist auch von Napoleon III. den kai-serlichen Gymnasien wieder gegeben worden im Gegensatz zu den oollöZes (vgl. d. A.Frankreich S. 451, 457482), mit welchem Namen man unter den Bourbons dieGymnasien bezeichnet hatte, welcher nun aber eine niederere Gattung von Anstalten,die Stadtschulen (oornruunaux) in verschiedenen Abstufungen und Spielarten bezeichnet.(Vgl. ebendas. S. 482.)

Im besonderen aber bezeichnet das Wort eine vom Gymnasium verschiedene Anstaltund zwar nach zweierlei Richtungen, entweder eine vollkommenere, oder eine unvollkom-menere. Am weitesten geht in elfterer Beziehung der Sprachgebrauch in Bayern, wo manmitLyceen" Anstalten bezeichnet, welche auf gleicher Linie mit den Universitäten stehen,sofern sie entweder den philosophischen oder auch noch den theologischen Unterricht derUniversität vollständig in sich ausgenommen haben und philosophische und theologischeFacultäten in sich schließen, meist nur von kathol. Theologen besucht. (Vgl. d. Art.Bayern S. 446.) Solcher Anstalten zählt Bayern 10. Diese sind es wohl, welcheFriedrich Thiersch*) bezeichnet alsSchmarotzerpflanzen von colossalem Maße," welcheden alten echten Stämmen des literarischen Hains Licht und Luft rauben und von denSäften leben, die jenen zu ihrem Wachsthum nöthig sind. Vorläufer dieser Anstaltensind die sogenannten d^innasia noaclemioa oder illustria aus dem 17. Jahrh., welcheihren Unterricht auf die Gebiete der Philosophie, der Theologie, ja sogar auch derJurisprudenz und Medicin ausdehnten und ein Surrogat für die Universitätsbildunggewährten (vgl. d. Art. Gel.-Schulwesen S. 641). Eine solche Anstalt führte inCassel (16571661) wirklich den Namen Lyceum (ebendas. S. 659). Vergl. auch denreich mit philosophischen, geschichtlichen und theologischen Lectionen ausgestatteten Lcctions-plan des im I. 1686 in Stuttgart errichteten O^rnnasiuin illustrs (Hirzel, Gesetzefür die Mittelschulen S. HIV). In einem etwas beschränkteren Sinne, wiewohl auchals ein Zuwachs des Gymnasiums nach oben, ist das Wort in der bayerischen Schul-ordnung von 1824 genommen, wenn durch diese an die Spitze der Gymnasialclassen,

*) Thomas Gedächtnisrede auf Friedr. Thiersch S. 2S.