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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Luther.

Luther, wie bereits oben erwähnt, im Jahre 1520 aus in der Schriftan den christ-lichen Adel deutscher Nation über des christlichen Standes Besserung." Er beklagte estief, daß ans den Hochschulen ein freies Leben geführt, wenig der heiligen Schrift unddes christlichen Glaubens gelehrt ward und allein derblinde heidnische Meister Ari-stoteles" regierte. Sein Rath gieng dahin, die Bücher des Aristoteles: Ullxmeorum,Nstapk^sioas, äs anima, ÜÜiioornm gänzlich abzuthun als verführerisch für den christ-lichen Glauben. Er spricht sich wiederholt in den stärksten Ausdrücken über den Scha-den aus, den Aristoteles angerichtet habe, indem der todte Heide des lebendigen GottesBücher verhindert habe. In einem Briefe an Johann Lange, Prior zu Erfurt, vom3. Febr. 1516 nennt er den Aristoteles einen Erzverlänmder, einen Komödianten, der dieKirche mit der griechischen Larve geäfft habe, den er, wenn er nicht Fleisch gewesenWäre, sich nicht scheuen würde für den lebendigen Teufel zu halten. Wir wissen, wieMelanchthon darin anderer Meinung war. In einem Briefe an den BayerischenKanzler Leonhard Eck (1535) schreibt Melanchthon: Vsrs snim zuäioas plurimnmintsi'6888 rsipudlioas, nt ^ristc>tsls8 oorwsrvstui st sxstst in svliolis ao ssrvstnr inMLnilnm äisosntiuin. Nain protsoto sins tioo auotors non soinm non rstinsri pnrapllilo8opüia 8sä ns gniäsrn znsta äoosnäi aut äiosnäi ratio nlla erit. DagegenWollte Luther es gern leiden,daß ^rmtotolw Bücher von der IwK'ioa, RllstorioaUoetioa behalten oder sie in eine andere kurze Form bracht, nützlich gelesen würden,junge Leute zu üben, Wohl zu reden und zu predigen, aber die Comment und Sectenmüßten abgethan und gleichwie 6iosroni8 Rllstoriou ohne Comment und Secten, soauch Utotolw Imbiss einförmig, ohne solche große Comment gelesen werden." Da-neben wollte er die Sprachen, Lateinisch, Griechisch und Ebräisch, die matllsmatieasäi8oipiinL8 und die Historie. Er konnte nicht hoch genug von den Universitäten denken,da auf ihnen die christliche Jugend und unser edles Volk gelehret und bereitet würde.Die Aerzte wollte er ihre Facultäten selbst reformiren lassen; die Juristen dagegenund Theologen nahm er für sich und verlangte zum ersten, daß das geistliche Recht,von dem ersten Buchstaben bis auf den letzten, zu Grund ausgetilgt würde, sonderlichdie Decretalen, da in der Bibel genug geschrieben sei, wie wir uns halten sollten. Ersah es mit Betrübnis, daß gerade auf den Universitäten die heilige Schrift hintangcsetztund daß die Theologie auf die Lsntsntins statt auf Gottes Wort gegründet wurde.Ich habe, so schreibt er am Schlüsse des 25. Abschnittes der gedachten Schrift, großeSorgen, die hohen Schulen sind große Pforten der Höllen, so sie nicht emsiglich dieheilige Schrift üben und treiben ins junge Volk."

Das Evangelium wieder auf den Plan zu bringen war das A und O aller seinerBestrebungen auch in der Pädagogik. Als das Mittel erkannte er die Sprachen, dieGott um des Evangelii willen geschickt habe. Durch dieselben für die gelehrten Ständetüchtige Männer heranzubilden, die die Sache des Evangeliums in der Kirche und imWeltlichen Regiment treiben und vertheidigen könnten, war ihm das Hauptziel bei allenSchuleinrichtungen. Obwohl der Zuschnitt aller Schulbildung auf diese Weise ein ge-lehrter wurde, wesentlich für alle auf das Lateinische begründet, so erkannte doch auchLuther tief die Bedeutung eines volksthümlichen Unterrichtes mittelst der Religion undgründete denselben auf die Muttersprache, der er selbst mit schöpferischer Kraft zuerstwieder neue Wege bahnte und deren er sich überall bediente, wo es galt, den tiefstenBedürfnissen des Volkes entgegen zu kommen. Durch Bibel und Gesangbuch, deutschenGottesdienst mit deutscher Predigt und durch katechetische Unterweisung sollten dieGrundlehren des christlichen Glaubens allen gemein und zugänglich werden. Geht ausallen seinen Bestrebungen für den volksthümlichen Religionsunterricht seine tiefe Einsichtin die Bedürfnisse unseres Volkslebens hervor, wie sie vor ihm keiner offenbart hat,so wurde anderes, was er auf dem Gebiete der Pädagogik erstrebte, theils durch dieDenkweise und die Bedürfniste seiner unmittelbaren Zeitgenossen bestimmt und bedingt,theils blieb es, da seine Hauptthätigkeit auf diesem Gebiete nicht zu suchen ist, zu all-