Luther.
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den Harnisch führen nnd zwei Beine über ein Roß hängen, wiewohl sie solches seltenthun müssen nnd dafür das ganze Jahr Gemach, Lust, Freude, Ehre und Gutes genughaben. Gegen das Ende seiner Schrift gedenkt er noch der Gelehrten, deren manallenthalben in der Arznei und andern freien Künsten bedürfe, die sämmtlich in Schulenvorgebildet würden. „Wo wollten, rnft er aus, Prediger und Juristen nnd AerzteHerkommen, wo nicht die Grammatica und andere Redekünste vorhanden wären? Ausdiesem Brunnen müssen sie alle herfließen."
Solcher Mahnung bedurfte es, da einerseits niedrige Rücksicht viele bestimmte,die Schulen zu verlassen und gering anzusehen, weil augenblicklich die frühern Vortheilenicht inehr mit ihnen verbunden waren, andrerseits durch die Schwarmgeister, wie Karl-stadt, alle Gelehrsamkeit für unnütz erklärt wurde. Seine Mahnung blieb nicht erfolg-los. Schon 1524 wurden zehn Gymnasien theils umgestaltet, theils neu eingerichtet-1525 richtete er selbst die Schule zu Eisleben ein; 1526 wurde unter MelanchthonsBeirath das Gymnasium zu Nürnberg eröffnet, das bald zu hohem Ansehen gelangteund Luther zu besonderer Freude gereichte. Er drückte dieselbe in der Zuschrift aus,nüt der er den Sermon, daß man die Kinder zur Schule anhalte, an seinen FreundLazarus Spengler, Syndicus der Stadt Nürnberg, begleitete, und dankt Gott, daß ereinem ehrbaren fürsichtigen Rath eingegeben, eine solche feine herrliche Schule zu stiftenund einzurichten, mit großer Kost und Darlegung, die allerfcinsten Leute dazu erwähletund verordnet, daß vorher keine hohe Schule, wenn es gleich Paris wäre, so wohl mitLegenten versorget gewesen ist. — Bis zum Jahre 1600 gab es in Deutschland schonuahe an 150 Gymnasien.
Es ist bekannt, wie hoch Luther das Amt eines Schulmeisters hielt und mit wieherrlichen Worten er den Preis des Lehramtes ausgesprochen hat. „Das sage ichkürzlich, heißt es in dem gedachten Sermon, einem fleißigen frommen Schulmeister oderMagister, oder wer es ist, der Knaben treulich zeucht und lehret, dem kann man nim-mermehr genug lohnen und mit keinem Gelde bezahlen, Wie auch der Heide Aristotelessagt. Noch ists bei uns so schändlich veracht, als sei es gar nichts und wollen dennochChristen sein. Und ich, wenn ich vom Predigtamt und andern Sachen ablassen könnteoder müßte, so wollte ich kein Amt lieber haben, denn Schulmeister oder Knabenlehrersein. Denn ich weiß, daß dies Werk nächst dem Predigtamt das allernützlichste, größesteund beste ist, und weiß dazu noch nicht, welches unter beiden das beste ist. — Dennes ist schwer, alte Hunde bündig und alte Schälke fromm zu machen, daran doch dasPredigtamt arbeitet und viel umsonst arbeiten muß; aber die jungen Bäumlein kannman besser biegen und ziehen, obgleich auch etliche drüber zerbrechen. Lieber, laß esder höchsten Tugend eine sein auf Erden, fremden Leuten ihre Kinder treulich ziehen,welches gar wenig und schier niemand thut an seinen eigenen." In dem „Schreibenvon den Conciliis und Kirchen" (1539) sagt er: „Ein Pfarrer und Schulmeisterpflanzen und zeugen eitel junge Bäumlein und Würzsträuchlein in den Garten. O siehaben ein köstliches Amt und Werk und sind die edelsten Kleinode der Kirchen: sie er-halten die Kirchen." Darum wollte er auch, daß keiner zu einem Prediger erwähletwürde, „er wäre denn zuvor ein Schulmeister gewest. Jetzt wollen die jungen Gesellenvon Stund an alle Prediger werden und fliehen der Schulen Arbeit. Aber wenn einerhat Schulen gehalten, ungeferlich zehen Jahre, so mag er mit gutem Gewissen davonlassen, denn die Arbeit ist zu groß und man hält sie geringe. Es ist aber so viel ineiner Stadt an einem Schulmeister gelegen, als an Pfarrherrn. Bürgermeister, Küsterund Edelleute können wir entrathen, Schulen kann man nicht entrathen, denn sie müßendie Welt regieren." Daß Luther auch für die äußere Existenz der Lehrer sorgte undihre Besoldung nicht kärglich zugemessen sehen wollte, beweist die Einrichtung derSchule zu Eisleben, an welcher der letzte Lehrer noch 30 Gulden Gehalt hatte, währendder Rector mit 200 Gulden bedacht war, einem für jene Zeit erheblichen Einkommen.
lieber die Nothwendigkeit einer Reformation der Universitäten sprach sich