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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Luther.

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reden lassen, wie es K. v. Raumer in der Geschichte der Pädagogik gethan hat.Luther erkannte es tief, daß alle Nothstände in der Christenheit daher konimen, daßsich niemand der Jugend annimmt.Soll es wieder in einen guten Schwang kommen,so muß es wahrlich an den Kindern angefangcn sein." Festgegründet im Worte Gottesführte er seine Ermahnungen überall ans die heilige Schrift zurück und holte von dortder rechten Rinderzucht Exempel. Gegenüber der römischen Werkheiligkeit, die sich durchMönchsleben und Klosterübnngen, durch Fasten und Kasteiungen den Himmel verdienenwollte, wies er mit Nachdruck darauf hin, daß es die höchsten und besten, Gott wohl-gefälligsten Werke seien, die man an den Kindern thut, an denen man Himmel undHölle verdienen könne. Das sind die Hungrigen, Durstigen, Nackenden, Gefangenen,Kranken, Fremdlinge, von denen der Herr spricht bei Matthäus 25, 35. 36. Ererinnerte an Abraham, an dem Gott zeigt, daß die Strafe, die er über Sodom ver-hängen wollte, ihm nütze sein würde, seine Kinder in der Furcht Gottes aufzuziehen(1. Mos. 18, 19.), an Sarah und Rebecca, die die vortrefflichsten Hausmütter gewesen,an Jonadab, der herrlich gelobt wird in seinen Kindern, darum daß er sie frommund gottselig auferzogen hatte, an Tobias, Snsanna n. a., die also erzogen wurden.Wiederum hob er hervor, was Eli verdient habe, daß er seine Kinder übel zog, wiegeschrieben steht im 1. Buch Sam. 3, 13. In König Salomon, der unter seinenköniglichen Geschäften das Buch Uroverdiorurn für das junge Volk gemacht, sah erein Exempel für alle Könige und Herren, daß sie sich auch der Jugend annehmensollten. Aber als das höchste Vorbild stellte er Christum selbst hin, der die Kinderzu sich kommen läßt und sie uns befiehlt, indem er die Engel rühmt, die ihrer warten,der nicht bloß lehret, ein wie großer Dienst es ist, so man das junge Volk wohl ziehet,sondern der auch' greulich zürnt, so man sie ärgert und verderben läßt.

Der Ehestand, der durch die Reformation zu Ehren kam und den Luther nichtgenug rühmen und preisen kann, hat als die liebreichste und beste Arbeit, daß mandie Kinder, die uns Gott giebt, versorget und anferziehet. Er ist ein heiliger Stand,und jeder Vater soll ein Pfarrherr und Bischof seines Hauses sein.Ein Hausvater,der sein Haus in Gottesfurcht regieret, seine Kindlein und Gesinde zu Gottesfurchtund Erkenntnis, zu Zucht und Ehrbarkeit ziehet, der ist in einem seligen, heiligenStande. Also eine Frau, die der Kinder wartet mit Essen, Trinken geben, Wischen,Baden, die darf nach keinem heiligeren, gottseligeren Stand fragen. Was kann dochin der Gemeinde Gottes besseres und nützeres gelehrt werden, denn das Excmpel einergottseligen Hausmutter, die da betet, seufzet, schreiet, Gott danket, das Haus regieret,thut was das Amt eines frommen Weibes mitbringet, begehret, daß sie möge Kinderhaben mit großer Keuschheit, Dankbarkeit und Gottseligkeit? Was sollte sie mehrthun? Aber der Papst, Kardiuälc und Bischöfe sollen das nicht sehen, denn sie sindes nicht Werth." Ein solches Haus nennt er eine rechte Kirche, ein auserwählet Kloster,ja ein Paradies. Denn Vater und Mutter werden Gott hier gleich; denn sie sindRegenten, Bischöfe, Papst, Doctor, Pfarrherr, Prediger, Schulmeister, Richter undHerr. Darum sieht er auch in dem Ehestände den Ursprung alles weltlichen Regi-mentes und in dem Hausregiment das Fundament deS guten Völkcrregimentes.In seiner Auslegung von 2. Mos. 20, 21 sagt er:So haben wir nun genugsam imvierten Gebote gehöret, wie man Vater und Mutter ehren soll und was dies Gebotin sich halte und lehre; also daß man es Wohl greifen kann, daß Gott viel darangelegen ist, daß dieser Gehorsam gegen Vater und Mutter im Schwange gehe. Undwo solches nicht geschieht, da sind keine guten Sitten, noch ein gut Regiment. DennWo in Häusern Gehorsam nicht gehalten wird, wird man es nimmermehr dahin bringen,daß eine ganze Stadt, Land, Fürstenthum oder Königreich Wohl regieret werde. Dennda ist das erste Regiment, davon einen Ursprung alle andern Negimente und Herrschaftenhaben. Wo nun die Wurzel nicht gut ist, da kann weder Stamm noch gute Frucht folgen.Denn was ist eine Stadt anders, denn ein Haufen Häuser? Wie sollte denn die Stadt Wohl