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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Luther.

und den Sohn an den Gehorsam mahnte, den er den Eltern schuldig sei. Hier stu-dirte er neben der Bibel fleißig den Augustinus und die Scholastiker. Aus den heftigenAnfechtungen, in die er bei seinem Streben, durch klösterliche Heiligkeit die ewigeSeligkeit zu erwerben, verfiel, Wurde er endlich durch Kasteiungen und harte Buß-kämpfe zu dem Glauben an die freie Gnade Gottes erhoben, ans die er fortan seinLebet: und den Neubau der Kirche gründete. 1508 Wurde er an die neugestiftete Uni-versität Wittenberg berufen als Professor der Ethik und Dialektik, was seiner Neigungnicht entsprach, da er mit der scholastischen Philosophie und dem Aristoteles bereitsgebrochen hatte. Als er daher im März 1509 Laooslauraus ml Liblin wurde, laser fortan Theologie. Im Jahre 1512 wurde er Doctor der Theologie. Dem Eidegetreu, den er geleistet, las er die heilige. Schrift mit höchsten: Fleiß, nahm dabei diealten Väter und Kirchenlehrer zu Nathe, studirte eifrig die griechische und hebräischeSprache und bekämpfte die Scholastiker und den Aristoteles. Frei von dem huma-nistischen Enthusiasmus seiner gelehrten Zeitgenossen schätzte er die classischen Sprachenhauptsächlich des Bibelstudiums halber. 1517 am 31. Octobcr schlug er die Thesenan die Schloßkirche zu Wittenberg an. Die weiteren Momente der durch Luther her-vorgerufenen und getragenen Reformation der Kirche verfolgen wir hier nicht, wo esgilt den großen Mann in seinem Reformationswcrke auf dem Gebiete der Jngendbil-dung und Erziehung näher zu schildern. Von besonderer Bedeutung für diese Seiteseiner Thätigkeit war es, daß 1518 Philipp Melanchthon als Professor der griechischenSprache an die Universität Wittenberg berufen wurde. Es ist bekannt, wie großLuthers Freude über diese Berufung war, wie er nicht Worte genug finden konnte imPreise der Gelehrsamkeit und übermenschlichen Gaben MelanchthonS und wie er selbst,um das Griechische gründlicher zu lernen, als Schüler sich zu seinen Füßen setzte.Melanchthon fühlte sich bald ebenso mächtig von dem gewaltigen Manne angezogenund schloß sich ihm in herzlicher Liebe an. Es kann nicht genug hervorgehoben werden,wie sehr dadurch das ganze Verhalten der Humanisten zur Reformation bestimmt wurdeund wie Luther gerade die bedeutenderen unter ihnen uöthigte, seine Wege zu gehenund dem Zuge des Jahrhunderts, der ein durchaus religiöser war, zu folgen. NachdemMelanchthon bereits 1527 eine Kirchen- und Schul-Visitation in Thüringen gehaltenhatte, in Folge deren mit Luthers Approbation das Visitationsbüchlein erschienen war,in welchem auch der sogenannte sächsische Schulplan enthalten ist, vollzog Luther, vonBugenhagcn und Justus Jonas unterstützt, in den Jahren 1528 und 1529 im Kurkreisund Meißen eine gleiche Visitation, die ihn veranlaßte, um der großen Unwissenheitder Geistlichen und Laien abzuhelfen, den großen und kleinen Katechismus zu schreiben.Bereits 1520 hatte Luther seine Schrift an den christlichen Adel deutscher Nationherausgegeben und in derselben die Verbesserung der deutschen Universitäten dringendempfohlen. In demselben Jahre war seineKurtze Form die zehen Gebote, Glaubenund Vater Unser zu betrachten" erschienen. 1521 begann er die Uebersetzung derheiligen Schrift. Im Jahre 1524 verfaßte Luther das berühmte Schreiben an dieRathsherrn aller Städte Deutschlands, daß sie christliche Schulen aufrichten und haltensollten. Im Jahre 1530 erschien die Predigt, daß man die Kinder zur Schule haltensolle. Wenn auch Luther später bis zu seinem Tode die Aufgabe des Unterrichtes undder christlichen Erziehung nicht weiter in besonderen Schriften darlegte, so enthaltendoch auch seine ans verschiedenen Zeiten herrührenden Predigten, Bibelauslegungen,Tischreden und Briefe so viele hierauf bezügliche Aussprüche, daß man erkennt, wieer während seiner ganzen Wirksamkeit die Reformation der Kirche in innigem Zusammen-hänge mit der Verbesserung der Kinderzucht und des Unterrichtes auffaßte.

Es ist schwer, die Fülle überall ausgestreuter inhaltsvoller Bemerkungen überchristliche Rinderzucht, die alle von der tiefsten Kenntnis des menschlichen Herzensund von der klarsten Einsicht in die Noth und die Bedürfnisse des Volkes zeugten, insKurze zusammenzufassen. Man möchte den großen Mann am liebsten überall selbst