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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Locke.

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Alters; er überläßt sich daher allen den Unordnungen, die er bei den Ausschweifendstenunter ihnen antrifft, hofft sich Credit und das Ansehen eines Mannes zu erwerben,indem er die Bescheidenheit und Enthaltsamkeit, in welcher er bis dahin gelebt, unterdie Füße tritt, und hält es für Tapferkeit, gerade zu gegen alle die Tugendregeln zuverstoßen, die sein Erzieher ihm gegeben 96). Dem allem aber will nun L.dadurch Vorbeugen, daß er empfiehlt, einen Hofmeister von höchster Vortrefflichkeit zuwählen, der mit der gehörigen wissenschaftlichen Bildung und Charaktertüchtigkeit aucheine Weltkenntnis verbindet, die ihn in den Stand setzt, seinen Zögling mit den ihmdrohenden Gefahren zum voraus stufenweise bekannt zu machen. Abgesehen also davon,daß verhältnismäßig nur sehr wenige Eltern im Stande sein werden, ihren Kindernüberhaupt einen Hofmeister zu halten, beruht alles, was er zur Empfehlung einer-ausschließlich häuslichen Erziehung sagt, auf der Voraussetzung, daß das kaum erreich-bare Ideal eines Hofmeisters in der That verwirklicht sei. Und daneben malt er dieSchulerziehung so völlig ins Schwarze, daß er die Vorzüge, welche sie auch vor derbesten häuslichen Erziehung, wenigstens für Knaben, voraus hat, ganz übersieht, über-sieht, daß die geselligen Tugenden, auf welche er doch so großen Werth legt, nur inder weitern Gemeinschaft mit solchen, die dem Zöglinge ferner stehen, recht begründetund geübt werden können, ja daß selbst die Individualität nur in der freieren Be-rührung mit anderen auf gleicher Stufe des Alters und der geistigen Entwicklungstehenden Individuen gehörig sich entfalten kann, während sie unter der alleinigen Ein-wirkung der überlegenen Persönlichkeiten der Eltern und Erzieher dazu nicht kommt.In dieser einseitigen Bevorzugung der Hofmeistererziehung besteht die Hauptschwächeder Lockeschen Rathschläge, und er hat damit, obwohl er der Pflichten des Zöglingsgegen die Gesellschaft stets eingedenk bleibt, doch der egoistischen Jsolirung desselben,in welcher später Rousseau über dem Rechte des Zöglings die Rechte der Gesellschaftan diesen völlig übersah, wesentlich Vorschub geleistet 70. 71. 8294).

In einem abschließenden H leitet L. von diesenGedanken über die Erziehungeines jungen Mannes im allgemeinen" zueiner umständlicheren Betrachtungder verschiedenen Zweige des Erziehungsgeschäftes" über 133). Erleitet diese ein mit der Bemerkung 134. 135. 136.):Was jeder gesittete Mann,der für die Erziehung seines Sohnes einige Sorge trägt, ihm außer dem Erbgute anLaarem Vermögen zu hinterlassen wünscht, ist, glaube ich, in folgenden vier Stückenenthalten: in Tugend (virtus), Klugheit (rvisciom), Lebensart (brssclinA) und Kennt-nissen (I^rninA) , , , ^tze die Tugend obem an, als die erste und unentbehr-lichste unter den Eigenschaften eines Menschen oder eines gebildeten Mannes, weil sieunumgänglich nothwendig ist, ihm Achtung und Liebe anderer und Zufriedenheit mitsich selbst zu erwerben. Ohne sie wird er weder in dieser noch in der andern Weltjemals glücklich sein. Um hierzu den Grund zu legen, muß man seiner Seele zeitigeinen richtigen Begriff von Gott beibringeu als dem unabhängigen höchstenWesen, dem Urheber und Schöpfer aller Dinge, der uns liebt, und von dem wir alles,was wir haben, und alles, was uns gutes widerfährt, empfangen. Als eine Folgehiervon muß man ihm auch Liebe und Ehrfurcht gegen Gott einflößen." Miteinem so allgemeinen Begriff von Gott soll aber, nach L.s Meinung, der Erzieher sichauch begnügen, und wenn er nachher (8 157) es als eine Nothwendigkeit bezeichnet,daß das Kinddas Gebet des Herrn, die Glaubensartikel und die zehn Gebote ohneAnstoß auswendig lerne," und zwar durch wiederholtes Borsagen schon ehe cs nur lesenkann; so steht das mit seiner Erziehungstheorie in keiner organischen Verbindung, son-dern bekundet nur seine Abhängigkeit von der kirchlichen Sitte seines Vaterlandes, wiedenn seine philanthropischen Uebersetzer und Commentatoren darüber billig in nichtgeringes Entsetzen gerathen. Statt von der Erkenntnis Gottes handelt er im weiterenVerlaufe von Beseitigung der Gespensterfurcht 137. 138.) und schließt mit wieder-holter Empfehlung der Erziehung zur Wahrhaftigkeit 139). Die Klugheit ist