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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Locke.

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auf die pädagogische Seelenleitung mit der Forderung, daß der Erzieher dem Zög-ling eine Anctorität werde 3142). Bei aller Polemik gegen äußerliche

Zucht will er keineswegs, daß der Erzieher sich zu dem Kinde hcrabbücke, um mit diesemkindisch zu werden, sondern daß das Kind seine natürliche Abhängigkeit von dem Er-zieher und den Erwachsenen überhaupt empfinde, um so allmählich selbst zur Mündig-keit heranzurcifen. Mit vollem Rechte hebt er in dieser Rücksicht die hohe Wichtigkeitgerade der ersten Kindcrjahre hervor. Statt daß die Eltern zuerst in dem ungezügeltenEigenwillen des Kindes alle Keime des Bösen sich entwickeln lassen und dann mitStrenge zu spät und vergeblich zu erreichen suchen, was früher der konsequenten Leitungernster Milde leicht würde gelungen sein, sollten sie vielmehr in der Zeit, da das kind-liche Gemüth noch weich und lenksam ist, ihren Einfluß begründen, um dann den rei-fenden Geist mehr und mehr zu selbständiger Bewegung zu entlassen. Man sicht,

L. theoretisirt hier, was, wie wir oben sahen, sein eigener Vater praktisch an ihm geübt

hatte. Wie er ferner lieber den Diätetiker macht, der Erkrankung verhütet, als denArzt, der die wirklich eingetretene Krankheit curirt; so empfiehlt er auch, statt bei derBestrafung vorgekommener Vergehen sich zu beruhigen, vielmehr die Nothwendig-keit der Bestrafung zu vermeiden dadurch, daß man die Regeln, deren Er-füllung man von dem Kinde verlangt, ans die rechte Weise ertheilt, und dieses in seinerPflichterfüllung durch Ueberwachnng, Anleitung und Uebnng unterstützt 64bis 66, 70 und 71).Gebt eurem Sohn so wenig Regeln, als möglich, und wenneins sein soll, lieber zu wenig, als zu viel. Denn wenn ihr ihn mit einer Mengevon Regeln belastet, so entsteht daraus von folgenden beiden Dingen nothwendig eins:entweder ihr müßt ihn oft strafen, und die öftere Wiederholung der Strafe hat schlimmeFolgen, oder ihr müßt die Uebertretung dieser Regeln oft ungestraft hingehen lassen,und dadurch werden sie unbedeutend und verächtlich und euer Ansehen wird geschwächt.Macht wenig Gesetze, aber wenn sie einmal gemacht sind, so seht da-rauf, daß sie beobachtet werden 65)." Und dazu ist das wirksamste Mitteldas eigene gute Beispiel der Erzieher sH 71, 82), welches sie des häufigenStrafend nicht bloß, sondern auch des häßlichen Zankens 77) überhebt, womit dernachlässige Erzieher eigentlich nur das eigene böse Gewissen übertäuben möchte. Wirdnun auf solche Weise der Zögling nicht sowohl durch äußeren Zwang, als durch innereNothwendigkeit, gewöhnt, durch die Auctorität deS Erziehers sich bestimmen zu lassen,so ist bei zunehmender Reife erforderlich, daß er je mehr und mehr sich selbst eineAuctorität werde, indem er das Gesetz, welches ihm als ein äußeres gegenüberstand, inden eigenen Willen aufnimmt. Und dazu ist das dienliche Mittel, daß er als vernünf-tiger Mensch behandelt, zu selbständiger Erwägung der Gründe seiner Pflichten ange-leitet werde. Das ist das von L. empfohlene Räsonniren (rsasoninA) mit denKindern, das also, im rechten Zusammenhang betrachtet, auch nicht so schlimm ge-meint ist, wie Rousseau es auffaßte, der sich darüber lustig machen will, daß L. denZögling, als einen vernünftigen Menschen voranssetze, während doch das letzte Zielder Erziehung erst sei, einen vernünftige» Menschen zu bilden; noch nimmt L. an demJrrthum mancher Philanthropisten Theil, daß der Zögling, wenn er das Rechte nurerst erkannt habe, es nothwendig auch thun müsse.

Durch eine solche Zucht wird die Natur des Kindes, welche, sich selbst überlassen,von selbstverläugnender Befolgung allgemeiner Gesetze nichts weiß, unter eine höhereOrdnung gestellt, und werden die Ausbrüche ihres rohen imd willkürlichen selbstsüchtigenGelüstes vermieden, welche eine verkehrte Erziehung nur zu häufig selbst erst hcrvor-ruft sH 3437). Der plumpe Körper empfängt Gewandtheit und in gesitteterUmgebung bildet der Sinn für äußern Anstand sich aus (8 67 69). Diesinnliche Begehrlichkeit, welche ihre unberechtigten Ansprüche in roher Weiseäußert, verschwindet, und das Kind lernt auf das, was ihm nicht znkommt, ver-zichten, dafür aber das seinem Alter und seinen Kräften entsprechende Besitzthnm