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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Locke.

bei King, S. 159), sehr gut und durch den stillschweigenden Gegensatz zugleich sichselbst charakterisirend, urtheilt:Montaigne versteht durch eine Art angenehmer Nach-lässigkeit, die aus eigenthümliche Weise gut ausgedrückt ist, ohne eigentliche Gründe zuüberreden. Seine Lssaz-s sind ein Gewebe von starten Behauptungen, Sentenzen,Bruchstücken aus Dichtern, die er so znsammensetzt, daß sie auf den Leser einen unge-wöhnlich starken Eindruck machen. Er beweist nicht, sondern ergötzt sich selbst und ge-fällt andern, voll von Stolz und Eitelkeit." Die pädagogischen Prineipien und Anwei-sungen, welche L. gelegentlich aufzeichnete, haben verschiedenen ihm befreundeten Fami-lien, z. B. der von Molineux und von Masham gedient. In der Gestalt, in welchersie im Jahre 1693 endlich veröffentlicht wurden, sind sie bereits am 7. Mär; 1690seinem Freunde Edward Clarke dedicirt. Charakteristisch für Entstehung und Haltungdes Ganzen beginnt die Zuschrift:Diese Gedanken über Erziehung, welche nun in dieWelt hinansgehen sollen, gehören mit gutem Recht Ihnen an, da sie vor einigenJahren für Sie niedergeschrieben worden sind und nichts anderes sind, als was Siein meinen Briefen bereits besitzen." Nur die Folge der Mittheilungen und den ver-traulicheren Briefstil habe er etwas abgeändert. Doch verräth das Buch auch in seinerjetzigen Gestalt noch hinlänglich die Art seiner Entstehung. Eine eigentlich wissenschaft-liche Anordnung ist weder angedeutet, noch vorhanden. Die Ueberschriften, wodurch esbei Campe in 24 Abschnitte zerlegt ist, fehlen im Original und in den 217 W, durchwelche das Ganze verläuft, kommt der Verfasser manchmal an verschiedenen Orten aufdieselben Gegenstände zurück. Doch kann man im allgemeinen 3 Haupttheile unter-scheiden. Der erste 130) handelt von der Erziehung zu leiblicher Gesundheit,

der zweite 31133) von den Erziehungsmitteln, durch welche der Zögling seinen

Willen dem des Erziehers unterordnen lernt, und der dritte (H 134217) von dendurch die Erziehung zu erzielenden Resultaten und insbesondere dem Unterrichte. Andiese Einteilung schließt die folgende Nebersicht des Inhaltes sich an.*)

L. beginnt mit den Worten:Eine gesunde Seele in einem gesundenLeibe das ist eine zwar kurze, aber vollständige Beschreibung eines glücklichen Zu-standes in dieser Welt," und motivirt dann mit Hinweisung auf seine medicinischenStudien, daß er zuerst und ausführlicher, als gewöhnlich, von der leiblichen Gesund-heit handelt. Doch will er nicht dem Arzte ins Handwerk pfuschen, vielmehr durchseine Rathschläge dem Vorbeugen, daß ärztliche Hülfe überhaupt nöthig werde, und dieWarnung vor Aerzten und Arzneien 29) nimmt eine Hauptstelle in seinen sanitä-tischen Regeln ein. Im allgemeinen glaubt er seine Vorschriften dem Publicum, wel-chem sie zunächst und vorzugsweise gelten, in die kurze Regel zusammenfassen zu können,daß Leute aus den höheren Ständen mit ihren Kindern ebenso verfahren sollten, wieunsere ehrsamen Pächter und wohlhabenden Landleute mit den ihrigen." Im einzelnenwird dann zuerst die Abhärtung des Körpers gegen die Einflüsse der wechselndenWitterung besprochen, besonders die Abhärtung des Kopfes, der ohne Bedeckung bleiben,und der Füße, die in leichten, das Wasser durchlassenden Schuhen getragen werdensollen. Gegen L.s Bevorzugung der vegetabilischen Nahrung vor der animalischenwürde die neuere Physiologie der Nahrungsmittel vieles einzuwenden haben, wenigergegen die des Kernobstes vor dem Steinobst, und daß er mit dem letzteren auch dieWeintrauben verpönt, wird manans Schlesiens Bergen" vielleicht begreifen, aber auch

Bald nach der Veröffentlichung des Buchs erschien die mit Anmerkungen begleitete undöfter aufgelegte französische Uebersetznng von Coste. Eine deutsche Uebersetzung verfaßte Ouvrier,mit welcher fast gleichzeitig die von Rudolphi erschien (1787, im 9. Bande des CampeschenRevisionswerkes, mit Anmerkungen von Campe, Gedike, Resewitz. Trapp u. a.) Ichcitire oben nach den tzZ, die im Original und in der Uebersetzung des Revisionswerkes sich gleichbleiben. Das Original liegt mir in der 14. Ausg. London 1772 vor, auch ist es jetzt in derTauchnitz'schen Sammlung englischer Autoren abgedruckt in dem Bändchen: IUe csntnrios okbln^Iisb üiLnxnag'e » I-iteratur. Die Dedication an Clarke fehlt in der Uebersetzung Rndolphis.