Lob.
Locke.
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haben, daß ihnen durch eigene Kraft etwas gelungen ist und daß sie Anerkennung dafürgefunden haben. Denn entweder ist ihrer Selbstthätigkeit überhaupt nichts zugcmuthetworden, oder was sie versuchten und leisteten, ist nicht beachtet worden und hat ihnenniemals ein Wort freundlicher Anerkennung eingetragen. Solche Kinder werden zunächstsehr wenig leisten; aber gerade darum muß man gerne die Gelegenheit ergreifen, sieLurch ein freundlich ermunterndes Lob zur Selbstthätigkeit zu ermuthigen und Wo möglichin gutem Gange zu erhalten, und Gleiches gilt von Zöglingen, welche für einen llnter-richtsgegenstand oder sonst eine von ihnen zu verlangende Thätigkeit kein lebendigesInteresse gewinnen können. Durch äußere Strafen kann man den Trägen wohl-zubestimmten äußeren Leistungen, nicht aber zum Fleiß im eigentlichen Sinne zwingen;dieser ist eine frische, lebendige, weil mit der Hoffnung des Gelingens verbundene,Thätigkeit, und diese Hoffnung wird in dem Schlaffen am sichersten durch ein Wohlangebrachtes Lob erweckt und wach erhalten. Dagegen wird der im ganzen tüchtigeSchüler durch einen gelegentlich ausgesprochenen Tadel am wenigsten niedergedrückt,wohl aber vor der Einbildung, als ob ers schon ergriffen hätte, bewahrt und angesporntwerden, dem vorgesteckten Ziele nachzutrachten.
Eine pädagogische Verwerthung des Lobes, wie sie in dem Obigen gefordert ist,wird wohl von dem Vorwurfe, das unkindlichste und unchristlichste Motiv zu sein, nichtgetroffen werden, welchen K. von Raumer der Aufstachelung eines eitelen und eifer-süchtigen Ehrgeizes mit vollem Rechte gemacht hat. G. Baur.
Localschulen, s. Schulbezirk.
Locaten, wörtlich — Gedungene, Gesellen (daher auch 80611 genannt),welche der Meister auf Wochenlohn annimmt, von den Lehrern im Mittelalter ge-braucht; vgl. S. 300.
Location, s. Rangordnung.
Locke, John. (Lockes Leben ist beschrieben von Le Clerc: Möge üistorigus clokeu Ar. Imvlrs in dem 1. Bd. seiner Osuvr. divers. und von Lord LinZ, Dds litsanä lettsrs ok loliu Imolrs, rvitlr extraets trom bis jouruals null ooramon - xlaesbooles. Fsrv säition. Imnckou. 1858. Neuerdings von Raumer, Geschichte derPädagogik, II, S. 112 —136 und besonders von Schärer, John Locke. SeineVerstandestheorie und seine Lehren über Religion, Staat und Erziehung. Leipzig 1860.)Den Anregungen zu einer Verbesserung der Erziehung, wie sie von Montaigne und Bacoausgegangen waren, waren namentlich auf deutschem Boden die praktischen Reformversuchevon Ratich und Amos Comenius gefolgt. Der Erfolg der letzteren jedoch entsprachzumal bei Natich den Erwartungen nicht. Man hatte zu sehr der abstracten Methode ver-traut und unterlassen, die im wirklichen Leben, die Erziehung hemmend oder fördernd,mitwirkenden Factoren gehörig mit in Rechnnng zu bringen. Doch wirkte der einmalgegebene Anstoß immerhin noch fort. Der Pietismus, auf pädagogischem Gebiete vorallen durch A. H. Francke repräsentirt, kam der von den pädagogischen Neuerern ge-stellten Forderung eines wahrhaft bildenden Unterrichtes und einer Berücksichtigungder Ansprüche des täglichen Lebens durch Hereinzichung der Realien in den Kreis derUnterrichtsgegenstände auf seine Weise und wirksamer nach, indem er mit klarem Be-wußtsein und voller Entschiedenheit das evangelische Princip zur Grundlage seiner Er-ziehung machte und von seiner Bekanntschaft mit den wirklichen Zuständen des Volkesund dessen einzelner verkümmerter Glieder sich leiten ließ. Fast zu derselben Zeit, alsFrancke seine nachher zu so großer Ausdehnung erwachsenen Anstalten zur geistigenHebung des Volkes zu begründen anfieng (1694), erschien (1693) eine Schrift, welche,obgleich ursprünglich nur für einen ganz engen Kreis bestimmt, doch in hohem Gradeden pädagogischen Fragen auch das Interesse der höheren Stände zuwandte und be-wußt oder unbewußt unter dem Einflüsse der von Montaigne und Bacon angeregtenIdeen stand: Lome tirouAtüs eouesrniuA sckuoation von John Locke. DerVerfasser war sechszehn Jahre nach Shakespeares, sechs Jahre nach Bacos Tode,