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Lob.
verwandt worden ist, daß schon Noah Sem nnd Japhet gelobt, Ham aber getadelthat, und daß Pelens bei der Erziehung des Achilleus das Streben nach Ehre undLob eigentlich zum Princip seiner Pädagogik gemacht hat, wenn er seinem Sohne deneinzigen väterlichen Rath mitgab: „Immer der erste zu sein und vorznstreben vorandern" «(»arkükti- xvck «zz.Mii. II. XI. 184). Freilich könnte
man gerade die Erziehnngsresultate des Peleus als eine Stütze für die Behauptungbenutzen, daß jenes Princip zwar geeignet sei, den Zögling zu bedeutenden äußerenLeistungen anzufenern, nicht aber die innere Heiligung seines Sinnes zu bewirken, unddaß es daher Wohl zur Aeußerlichkeit der heidnischen, nicht aber zu der Innerlichkeiteiner wahrhaft christlichen Bildung passe, wie denn schon Quintilian den Ehrgeiz, wenner auch zur Tugend im Sinne äußerer Tüchtigkeit ermuntere, doch selbst als ein Lasterbezeichne sl-ieot ipsa vitium sit amditio, treguontsr tamon causa virtutum est. Inst,or. I. 2, 22). Aber es ruft doch auch der Apostel Paulus seiner lieben Gemeindezu Philippi zu (4, 8): „Weiter, lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, wasgerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa einLob (k-Evox), dem denket nach!" Und so wird es wohl nur darauf ankommen, durchrichtige Verwendung des Lobes in der Erziehung zu verhüten, daß nicht die berechtigteWerthlegung auf Lob in das von dem Erzieher allerdings mit aller Sorgfalt fern zuhaltende Laster des Ehrgeizes ansarte; oder wie Herbart es formulirt: „die Hauptsacheist, daß man keinen Ehrgeiz künstlich ernähre, aber auch kein richtiges und natürlichesEhrgefühl erdrücke."
Zu diesem Ende nun ist es vor allem nöthig, daß die Zöglinge in dem Bewußt-sein erhalten werden, wie das Lob nur ein Zeichen der Achtung ist, derensie sich Werth gemacht haben, und die Achtung selbst nur eine Folgeihres pflichtmäßigen Verhaltens; daß also das letzte und eigentliche Ziel ihresStrebens nicht einmal die Achtung anderer sein darf, geschweige das äußere Lob,sondern nur die Erfüllung ihrer durch Gottes Gebot ihnen auferlegten Pflicht. Dieserrechten Auffassung des Lobes tritt der Erzieher selbst entgegen, wenn er der ausdrück-lichen Anerkennung äußerer Pflichtmäßigkeit einen zu hohen Werth und eine zu großeWirkung beimißt und sie deshalb in seiner pädagogischen Thätigkeit zu stark hcrvortretenläßt. Er zieht dann selbst jenen Ehrgeiz groß, welcher in dem Lob nnd nicht in derPflichterfüllung das Ziel seines Strebens erkennt, und welcher, weil er eben selbst einLaster ist, nicht die Ursache von Tugenden werden kann, die diesen Namen in Wahrheitverdienen. Beweis dafür bietet die Erziehung der Jesuiten, in welcher ja dieser Ehrgeizder eigentliche Hebel ist ss. d. Art. S. 776 ff.). Wie sehr die frommen Väter ihreZöglinge verleiten, alles andere zum Mittel für den letzten Zweck äußerer Anerkennungzu erniedrigen, geht auf die widerwärtigste Weise daraus hervor, daß sie eine besondereBelobung auch denjenigen verheißen, welche durch besondere Andacht leuchteten; undwenn sie andererseits außerordentliche Andachtsübungen als Strafe für Vergehen ver-hängen können, so beweist dies, in wie hohem Grade es ihnen durch ihr Verfahrengelungen ist, selbst das innerlichste Thun des Gemüthes, die Andacht, in ein innerlichwerthloses, todtes äußerliches Werk zu verderben. Eine solche Pädagogik kann es zueinzelnen glänzenden Unterrichtsresultaten bringen, im Gebiete der eigentlichen Erziehungaber nur verderblich wirken. Den ergebensten Dienern der römischen Gesetzeskirche,welche in ihren Schülern für diese unbedingt gehorsame Werkzeuge zu erziehen streben,treten, wie billig, die Pädagogen der philanthropinischen Aufklärerei zur Seite; denndiese so gut, wie jene, mußten mit äußeren Hebeln sich helfen, da beiden die innereTriebkraft der aus einem lebendigen Glauben hervorgehenden heiligen Liebe fehlt. DenPhilanthropinen verdanken wir jene den natürlichen Ehrtrieb überreizende Verschwendungdes Lobes in der Schule, die Orden des Fleißes und der Tugend, die Ehrenkarten,die goldenen und silbernen Ehrenpuncte u. st w. K. F. Bahrdt eröffnet den Eltern,welche seinem Philanthropin zu Heidesheim ihre Kinder anvertraucn wollen, marktschreierisch