Lippe.
Leb.
431
beträgt für jedes Kind 1 Thlr. Der Unterricht einer ersten (oberen) Elaste wirdmeistens nach folgendem Lectionsplane ertheilt:
Montag.
Dienstag.
Mittwoch.
Donnerstag.
Freitag.
Sonnabend.
8- S
Katechismus.
Biblische
Geschichte.
Biblische
Geschichte.
Katechismus.
Bibellesen.
Biblische
Geschichte.
(Perikopen.)
9—10
Lesen imGesangbuch.
Weltgeschichte.
Deutsche
Sprache.
Lesen imKinderfreund.
Weltgeschichte.
Deutsche
Sprache.
10—11
Schreiben.
Deutsche
Sprache.
(Dictiren.)
Tafelrechnen.
Schreiben.
Naturlehre.
Tafelrechnen.
11—12
Kopfrechnen.
Geographie.
Singen.
Kopfrechnen.
Geographie.
Singen.
Bei einigen Volksschulen wird, wie auf dem Gymnasium, im Zeichnen und Turnenunterrichtet.
Die Zahl aller Lehrer im Fürstenthum Schaumburg-Lippe (mit 30,000 Eiuw.)beträgt 61, die der Lehrerinnen 6, die der Schüler und Schülerinnen 5056.
vr. Bömers.
Loli. > Wenn Ehre die „vortheilhafte Meinung von jemand hinsichtlich seinerVorzüge" ist und „auf diese Meinung gegründetes Ansehen", Lob dagegen die Aeußerung„günstigen, beifälligen Urtheils"; so wäre Lob der in Worten hervortretende Erweisder im Inneren vorhandenen ehrenden guten Meinung, und somit, wenn doch dasWort der unmittelbarste und deutlichste Ausdruck des Gedankens ist, das unmittelbarsteund bestimmteste Symptom der vorhandenen Ehre. Demnach würde was über Lobzu sagen ist, sich aus einer Anwendung der Bestimmungen über Ehre, Ehrgefühlund die verwandten Begriffe auf diese Aeußerung der Ehre einfach ergeben, und sohätten wir vor allem auf den diese Begriffe betreffenden Artikel zu verweisen (II. S.44 ff. Vgl. Aufmunterung 1. S. 301 ff. und Belohnung I. S. 526 ff.).
Nur in wechselsweise empfangendem und gebendem Zusammenleben und Zusammen-wirken mit andern kann der Mensch seine Bestimmung erreichen. Für die Lebendigkeitund Fruchtbarkeit eines solchen Lebens und Wirkens ist es aber eine unerläßliche Be-dingung, daß einem jeden die ihm gebührende Ehre gegeben werde. Fehlt diese Be-dingung, so fehlt ihm auch sowohl die über die Beschränktheit seines eigenen Wirkensihn beruhigende und zu freudiger Thätigkeit ermunternde Zuversicht wohlwollender undförderlicher Unterstützung von Seiten anderer, als die crmuthigende Hoffnung, daßsein eigenes Wirken fruchtbare Anerkennung und eine gute Statt finden werde. Wemohne seine Schuld alle Anerkennung von Seiten der Mitlebenden und Mitwirkendenfehlte, der würde sich zwar mit dem Bewußtsein seines redlichen Strebens trösten tonnenund mit der Hoffnung, daß er doch vor Gott Anerkennung finden werde; immerhinaber würde er die Unfruchtbarkeit und Erfolglosigkeit seines Lebens und Wirkens zubeklagen haben. Das Bedürfnis nach Ehre und die Werthlegung auf dieselbe hängtalso nothwendig zusammen mit der dem Menschen wesentlichen gliedlichcn Verbindungmit der gesammten menschlichen Gesellschaft. Ist aber die Ehre die gedeihliche Lebenslustfür menschliches Wirken, so ist das lobende Wort gleichsam der einfachste Aörometer,dessen Anzeigen die für feinere Symptome noch weniger empfängliche Jugend am wenigstenwürde entbehren können. Darum ist die Werthlegung auf Lob dem Menschen natürlich,wie die Werthlegung ans Ehre es ist, und es bedarf nicht der besonderen Nachweisung,daß „schon in den ältesten Zeiten" nach Lob getrachtet und das Lob auch pädagogisch