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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Lippe.

schaftlich mit diesen unterrichtet werden, nur daß die griechischen und einige lateinischeStunden sür sie wegfallen und ihnen dafür ein besonderer Unterricht im Deutschen undFranzösischen gegeben wird. Den Religionsunterricht ertheilen die Elassenlehrer selbst,eS findet kein besonderer Schulgottesdicnst statt. Für die griechische Sprache sind inI und II sieben wöchentliche Stunden bestimmt, und wird auch in 1 eine Stunde ansdas Italienische verwandt. Schnldiseiplin und Schulgesetze im ganzen wie in Detmold,vielleicht etwas strenger. In dem zu Anfang dieses Jahrhunderts errichteten Gymnasial-gebände sind für fast alle Lehrer und ihre Familien Wohnungen eingerichtet, und beläuftsich außer der freien Wohnung der jährliche Gehalt des Rectors ans 820 Thlr., desProrectors ans 750, des Conrectors auf 630, des Snbconrcctors ans 500, des Lehrersder V und VI auf 300 Thlr. Der Rcallehrer bezieht ohne freie Wohnung 550 Thlr.,der Zeichenlehrer für seine Mühwaltnng am Gymnasium 100 Thlr. Das Schulgeldfließt in die Schnlkasse, 6, 8, 14, 17, 20 Thlr. jährlich, dazu Eintrittsgeld in jederClasse 20 Sgr., Holzgeld 20 Sgr. bis 1 Thlr. 10 Sgr., Tnrngeld 10 Sgr., Pengel-geld (für das Läuten) vierteljährlich 1 Sgr. Außerdem erhält jeder Lehrer jährlichzwei Fuder Holz, und mehreren fallen auch geringe Accidenzien (Lcichengebühren > zu.Nach dem Programm des letzten Jahres belief sich die Anzahl sämmtlicher Schüler imSommersemester auf 113, im Wintersemester auf 112, und unter diesen waren 36Söhne nicht in der Stadt wohnender Eltern.

Zn Detmold wird eine mehrclassige höhere Töchterschule unter einem Haupt-lehrer und mehreren Nebenlchrern hauptsächlich durch das nicht unbedeutende Schulgeldunterhalten. Eine andere zu Lemgo steht unter der Leitung einer Lehrerin. Brockhauscn.

Lislfle-SchalMibllrg. Das Fürstenthum, das diesen Namen trügt und zu denvon Gott gesegnetsten Gebieten des deutschen Vaterlandes gehört, wurde seit der Re-formation von einer Reihe trefflicher Regenten beherrscht, die auch für die Schuletreulich sorgten. Bor der Reformation, sagt Paulus in der Geschichte des Möllen-becker Klosters, war „die Unwissenheit und Blindheit in geistlichen Dingen bei Geist-lichen und Laien aufs höchste gestiegen, so daß unter den letzteren sich viele fanden,die nicht einmal das Vaterunser recht beten könnten, welches auch um so weniger zubewundern, da in den damaligen Zeiten ans den Dörfern dieser Grafschaft gar keineSchulen gehalten wurden, sondern die Kinder in aller Unwissenheit aufwnchsen."

Anders wurde es erst, nachdem Graf Otto IV. im I. 1558 infolge seiner Ver-mahlung mit Elisabeth Ursula, Tochter des Herzogs Ernst des Bekenners von Brann-schweig-Lüneburg, zur evangelisch-lutherischen Lehre übergetreten war und die Refor-mation in den schanmburgischen Landen eingesührt hatte. Die von ihm (1563) ange-ordnete Gencralkirchenvisitation, welche die allgemeine Einführung der Reformationvollzog, wandte auch den Stadtschulen viele Sorge zu. Eingreifender jedoch wirktesein unvergeßlicher Sohn, der Reichsfürst Ernst (156!)—1622), der von der Wichtig-keit der Jngendbildung tief durchdrungen in allen Städten und allen Dörfern Schulengründete und dotirte. Die Stadtschule zu Stadthagen verband er 1610 mit einemGymnasium, ans welchem auch die Facnltätswissenschasteu gelehrt wurden; 1619 erhober dieses „Az-inimsiunr Ulnstro" zu einer Universität, welche er jedoch 1621 nachRinteln verlegte.

Aber auch zu dem jetzigen Gymnasium in Bückebnrg legte er den ersten Grund.Er ließ das massiv-steinerne Schnlhans, wie es noch jetzt dasteht, anfbanen; die dreiLehrer, welche er ursprünglich anstellte, besoldete er ans eigener Kasse. Von seinenNachfolgern stiftete Philipp (reg. 1643—1681j) das reformirte Waisenhaus zu Bücke-bnrg, Friedrich Christian (reg. 1681—1728) verordncte (1726) den iUnnäuseeolesinstiens zur Erbauung und Unterhaltung von Kirchen, Pfarr-, Schul- und Küster-Häusern. Albrecht Wolfgang (reg. 1728—1748js ließ zuerst eine Landschnlordnnng23. Dec. 1733 ergehen, und verlieh dem von seiner Mutter Johanne Sophie zu Stadt-hagen gestifteten lutherischen Waisenhause mehrere Gerechtigkeiten.