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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Liederbuch.

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reichend, setzt noch keine Kenntnis der Tonschrift (wir stimmen unbedingt für die Notenschrift, vgl. Gesang S. 767) voraus; die Lieder werden mittelst des Gedächtnissesausgenommen. Melodien nur für den Lehrer. Die zweite für das Alter bis zum14. Jahre mit zweistimmigen Liedern. Die dritte faßt das Bedürfnis gehobenererVolksschulen in Städten, sowie die Unter- und Mittelclassen der Gymnasien und Real-schulen bis zum 14. Jahre ins Auge.

Der beschränkte Raum verbietet, hier irgend näher aus eine kritische Beleuchtungder vorhandenen Sammlungen einzngehen. Wir nennen hier nur als wohlübcrdachteArbeit die „Liedersammlnng für die Schule. Vier Abtheilnugen, in stufenmäßig geord-neter Folge bearbeitet von I. Chr. Weeber und Friedr. Krauß. 5. Heft für Knaben-schulen. 6. Heft für höhere Elasten der Töchterschulen. Stutig. Ebner 1852 —1859."Dazu: Volksschulliederheft in drei Cursen von F, Krauß. Stnttg. Ebner und GöppingenStolp. Stereotypirt. Dazu dürfte genannt werden „Unsere Lieder". Hamb. Agenturdes rauhen Hauses. 3. Ausl. 1861. Lieder für Jung und Alt, heransgegeben vonI. I. Schäublin. Basel, Bahnmaier. 3. Ausl. 1859. Eine durch reiche Auswahl,auch ans älterer Zeit, sich anszeichnende Sammlung, die auch hier nicht ungenanntbleiben darf, sind die „150 alte und neue Volksweisen, mit ursprünglichen oder neuunterlegten Worten zum Gebrauch in christlichen Kreisen und Vereinen" bearbeitet vonA. Homann, Organist in Elberfeld. Cöln 1861.

Für Gymnasien und realistisch-technische Anstalten vom 14. Jahr an wäre beson-ders zu sorgen. Man hat z. B. am Berliner Turnliederbuch mit einstimmigen Sing-weisen oder an den „Liedern deutscher Jugend", Stuttgart, für vier Männerstimmengesetzt, die neben Turnliedern auch manches gute vaterländische Lied darbieten, brauch-bare Vorarbeiten, ebenso an dem Liederkranz für Tnrngemeindcn des Vaterlandes, mitalten und neuen Sangweisen der besten Tonsetzer, von Aug. Ravenstein, Stnttg. Göpel;so zeichnen sich auch durch taktvolle Wahl aus die Sammlungen von Fr. Eck undChrist. Weeber (Liederbuch für das deutsche Volk; Vierstimmige Männerchöre, heraus-gegeben von I. Chr. Weeber, Oberlehrer der Musik am Schullehrerseminar in Nür-tingen. Stnttg. Ebner 1851), letzteres mit fast durchaus gesunden Texten und Melo-dien. — Es wäre um so gerathener, unsere ältere Gymnasialjugend mit gutem Sing-material zu versorgen, als sie dadurch bewahrt werden könnte, nach den akademischenSingbüchern vorzngreifen, vor denen sie aus mehr als einem Grunde zu warnen war-.Zwar fehlt es nicht an Liederbüchern für die akademische Jugend, die ans der evler.mRichtung des Bnrschenlebens seit der Zeit der Freiheitskriege hervorgegangen sind undfür die schon die „Lieder für Jung und Alt", Berlin 1818, den Vorgang bilden, wiez. B. Auswahl deutscher Lieder für Hallesche Burschen 1822, deutsches Liederbuch,zunächst zum Gebrauche für Hochschulen, Stnttg. 1823, mit Melodien in dreistimmigemSatze von Fr. Silcher. Auch das „neue Commersbnch der Tübinger Hochschule" hatviele gute Lieder, sowie das „allgemeine deutsche Commersbnch" von Herm. und Mor.Schauenburg. Lahr. 6. Ausl. 1861. (Musikalisch von Silcher und Fr. Eck redigirt).Das letztere trägt zur Empfehlung einen anerkennenden Brief des alten E. M. Arndtan der Stirn. Zu dem Anhang aber hätte der alte Arndt sicherlich seinen Namen nichthergegeben. Hier, sowie in dem Leipziger „Commersbnch für den deutschen Studenten"1861 begegnet man Liedern, über denen man fragen möchte: lind das singt unserestndirende Jugend? — Was soll man sagen zu „Bummelliedern" wie z. B.:

Vivat das Studcntenleben,

Wo man immer sitzt beim Bier,

Und tubakcn lhui daneben,

Wo man nie braucht ein Klystier.

Vivat hoch die Lumperei!

»ns ist alles einerlei n. st w.