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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Lcssrng.

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ihn Jesum erst bloß als einen frommen und ganz heiligen Mann, als einen zärtlichenKindcrfrcund, lieben zu lehren." L. ersah sich die ziemlich anspruchsvoll auftretendeZeitschrift zu einem Gegenstände der Kritik seiner Literaturbriefe (3. Theil, 48.—51. Brief)und bemerkt in Bezug auf jene Anwendung einer an sich unverwerflichen methodischenRegel (VI, 109 ff.): „Ich fürchte sehr, daß strenge Verehrer der Religion mit dergewaltsamen Ausdehnung dieser Regel nicht zufrieden sein werden. Oder sie werden viel-mehr nicht einmal zugeben, daß diese Regel hier beobachtet worden. Denn wenn dieseRegel sagt, daß man in der Unterweisung von dem Leichteren auf das Schwerere fort-gehen müße, so ist dieses Leichtere nicht für eine Verstümmlung, für eine Entkräftungder schweren Wahrheit, für eine solche Herabsetzung derselben anzusehen, daß sie das,was sie eigentlich sein sollte, gar nicht mehr bleibt. Und darauf muß Pastor Jronsidenicht gedacht haben, wenn er es, nur ein Jahr lang, dabei hat können bewenden lassen,den göttlichen Erlöser seinem Sohne bloß als einen Mann vorzustcllen, den Gott„„zur Belohnung seiner unschuldigen Jugend, in seinem dreißigsten Jahre mit einerso großen Weisheit, als noch niemals einem Menschen gegeben worden, ausgerüstet,zum Lehrer aller Menschen verordnet, und zugleich mit der Kraft begabt habe, solcheherrliche und außerordentliche Thaten zu thun, als sonst niemand außer ihm verrichtenkönnen."" — Heißt das den geheimnißvollen Begriff eines ewigen Erlösers erleich-tern? Es heißt ihn aufheben; es heißt einen ganz andern an die Stelle setzen; esheißt, mit einem Worte, sein Kind so lange zum Socinianer machen, bis es die ortho-doxe Lehre fassen kann. Und wann kann es die fassen? In welchem Alter werdenwir geschickter dieses Geheimnis einzusehen, als wir es in unserer Kindheit sind? Undda es einmal ein Geheimnis ist, ist es nicht billiger, es gleich ganz der bereitwilligenKindheit einzuflößen, als die Zeit der sich sträubenden Vernunft damit zu erwar-ten?" — Weiteres für den Mann, in welchem man nur den Gegner der Orthodoxiezu sehen gewohnt ist, sehr charakteristisches fügt der folgende Brief noch bei in Bezugauf die Schwächen des sogenannten „vernünftigen Christenthums" der Aufklärung, vonwelchem L. bekanntlich später sagte, man wisse nicht, weder wo das Christenthum ihmsitze, noch wo die Vernunft. Diese Kritik eines angesehenen Blattes, hinter welcherman L. nicht vermuthete, machte nicht geringes Aufsehen, und Basedow fand es indiesem Falle zweckmäßig, zum Champion des angegriffenen Oberhofpredigcrs in einereigenen Schrift sich anfzuwerfen (Vergleichung der Lehren und Schreibart des Nordi-schen Aufsehers und besonders des Herrn Hofprediger Cramers mit den merkwürdigenBeschuldigungen gegen denselben in den Briefen, die neueste Literatur betreffend. Soroe1760). Dies wurde dann für L. Veranlassung, seine früheren Einwendungen mithoher geistiger Ileberlegenheit nur ausführlicher zu begründen (6. Theil, 102.—110.Brief), die pädagogischen in demselben Sinne, in welchem er noch in der Erziehungdes Menschengeschlechtes sagt (8 26): „Ein Elementarbuch für Kinder darf gar wohldieses oder jenes wichtige Stück der Wissenschaft oder Kunst, die es vorträgt, mit Still-schweigen übergehen, von dem der Pädagog urtheilte, daß es den Fähigkeiten der Kin-der, für die er schrieb, noch nicht angemessen sei. Aber es darf schlechterdings nichtsenthalten, was den Kindern den Weg zu den zukünftigen wichtigen Stücken versperreoder verlege. Vielmehr niüßen ihnen alle Zugänge zu denselben sorgfältig offen ge-lassen werden." So hatte auch hier wieder bei der ernsten Begegnung die nüchterneKlarheit und der eindringende Scharfblick L.s den Kern unkindlicher und roher Auf-klärerei in den vielverheißenden und auch in mancher Beziehung nützlich gewordenenPädagogischen Neuerungen Basedows erkannt, welche nach 1777 selbst der dreiundfünfzig-jährige Kant mit unbedingtem Lobe empfehlen konnte. Auch der alten Katechismen hatL. sich angenommen gegen die Theologen, welche ihnen „den Mangel an einer ver-nünftigen Religion und an einem vernünftigen Uebergange zur Offenbarung vorwerfen,"und indem sie bloß so obenhin daran künstelten, sie „erst recht schal und kahl machten."Den Beweis übrigens, wenn es überhaupt eines solchen Beweises bedurfte, daß L. den