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mentssecretär bei dem General vonTauenzien in Breslau auf, aus welcher Stellung er1765 sich wieder nach Berlin wandte (1759—1765: Briefe, die neuesteLiteraturbetreffend; 1759: Fabeln; 1763: MinnavonBarnhelm, zuerst gedruckt 1767;1766: Laokoon). Hauptsächlich die Hoffnung, dort seine Pläne zur Begründung einerdeutschen Nationalbühne am ersten verwirklichen zu können, veranlaßte L. 1767 nachHamburg überzusiedeln, von wo er 1769 als Hofrath und Bibliothekar nach Wolfen-büttel berufen wurde (1767—68: Hamburgische Dramaturgie; 1768 und 1769:Briefe antiquarischen Inhaltes). Im I. 1775 ward ihm das langersehnteGlück, eine Reise nach Italien machen zu können, in Begleitung des Prinzen Leopoldvon Braunschweig; und am Schluffe des Jahres 1776 vermählte er sich mit der WittweKönig, mit welcher er lange Jahre verlobt gewesen war, die aber bereits im Januar1778 dem Sohne, welchen sie ihm geboren hatte, nachstarb. L. selbst starb am 15. Febr.1781 zu Braunschweig, wohin er zumBesuche sich begeben hatte (1772: Emilia Ga-lotti; 1778: Fragmentenstreit; 1779: Nathan; 1780: die Erziehung desMenschenges chlechts).
Abgesehen von der Darstellung in der Geschichte der poetischen Nationalliteraturder Deutschen von Gervinus, welcher für Lessing vorzugsweise Liebe und darumVerständnis zeigt, heben wir von, in neuerer Zeit gerade über L. besonders zahlreichhervorgetretenen, Monographieen hervor: Herder, Lessing, sämmtliche Werke. ZurPhilosophie und Geschichte, XV. S. 137—165. — Lesstngs Leben nebst seinem nochübrigen literarischen Nachlasse, herausg. vonK. G. Lessing und G. G. Fülleborn.1793—95. — Danzel, G. E. Lessiug (fortgesetzt von Guhrauer). 1850 ff., eineBiographie von einer so gewissenhaften Gründlichkeit, wie sie noch auf die LebenSge-schichte keines anderen unter unseren großen Dichtern verwandt worden ist; die Dar-stellung von Stahr (G. E. Lessing 1859) leidet unter dem an sich sehr natürlichen,gerade aber den Biographen L.s zum Vorwurfe gemachten Bestreben, den großenMann als den Genossen der Ansichten und Tendenzen des Darstellers erscheinen zulassen. — C. Schwarz, G. E. Lessing als Theologe. 1854. — Hebler, Lessing-Studien. Bern 1862. — M. Carriere, vier Denkreden auf deutsche Dichter 1862,S. 1—32. — H. Lang, Religiöse Charaktere, I. S. 213—304.
Die pädagogische Bedeutung L.s liegt nicht etwa in von ihm ausgesprochenenbestimmten pädagogischen Grundsätzen und Belehrungen: an solchen sind die SchriftenSchillers, Göthes, Herders und anderer Heroen unserer neuesten elastischen Literatur-periode weit reicher, als die L.s. Sein pädagogischer Werth tritt uns vorzugsweiseaus der Betrachtung seiner gesummten Persönlichkeit, der ganzen Artund Richtung seines Geistes und seines dadurch bestimmten Lebens-ganges entgegen. Daran reiht sich dann in zweiter Linie die Betrachtung seinergelegentlichen Aeußerungen auch über pädagogische und didaktischeFragen. Und endlich ist der Nutzen zu erwägen, welchen seine Schrifsenals Unterrichtsmittel der stilistischen und ästhetischen Bildung ge-währen können.
Man hat den Mittelpunct von Lessings Wesen in der kritischen Krafterkamit,ihn auch wohl als den incarnirten Verstand bezeichnet und in der dialektisch-polemischen Tendenz die Grundrichtung seines Geistes gefunden. Wie nahe nunauch dergleichen Ausdrücke durch die Betrachtung von L.s schriftstellerischer Thätigkeitgelegt sind, so wird doch durch keine dieser Formeln das Wesen des Mannes vollstän-dig umschrieben, ja sie können leicht von der Erkenntnis des eigentlichen Kernes des-selben abziehen. Denn wenn man doch gewohnt ist, die kritische Kraft vorzugsweisein der Fähigkeit zu suchen, die Unhaltbarkeit der über irgend einen Gegenstand gewohn-heitsmäßig oder sonst aus oberflächlicher Betrachtung festgehaltenen Ansichten nachzu-weisen, so übersieht man leicht, wenn man in L. nur den Kritiker erkennt, daß jenekritische Operation ihm immer nur Mittel zu dem höchsten Zweck war, zur lebendigen