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Leseunterricht.
nahe verwandt war, und Stern u. a. haben mit ihm für den Anfang die lateinischeSchrift vorgezogen. Obwohl nun nicht zu verkennen ist, daß die lateinische Current-schrift um ihrer einfacheren Formen Willen leichter zu schreiben ist als die deutsche, daßder Schüler wegen der gefälligeren Form der lateinischen Schrift früher zu schönererDarstellung der Buchstaben gelangt, und daß Lei der größeren Aehnlichkeit der latei-nischen Currcntschrift mit unserer deutschen Druckschrift der Uebergang zu der letzterensich fast von selbst macht: so ist doch die deutsche Currentschrift in den meisten Schulen,Wo Schreibleseunterricht eingeführt ist, üblich geworden, hauptsächlich darum, weil fürunsere deutschen Schüler der Gebrauch dieser Schrift unentbehrlich ist (vgl. den Art.ABC), und man nicht zu bald, mancherorts erst spät dem Schüler die Erlernung einerzweiten Schreibschrift zumuthen will. Der Uebergang von der deutschen Currentschriftzur Druckschrift hat übrigens keine erhebliche Schwierigkeiten, theils weil doch ein Theilder Buchstaben in beiden Schriften sich sehr ähnlich ist, theils Weil auch bei größererVerschiedenheit der Form die Identität des Wesens sich leicht dadurch einprägt, daßman die Buchstaben Leider Schriften über oder nebeneinander vor die Augen derSchüler bringt. Dies thun manche schon beim ersten Anfang des Schreibleseunterrichts,scheinen aber damit diesen Anfang, indem sie die Schüler nöthigen, zweierlei Formenfür einen und denselben Laut sich zu merken, ohne Noth zu erschweren. Ebenso verhältes sich mit den großen Buchstaben, welche auch leichter nachher gelernt und Ungeübtwerden, nachdem die Schüler alle kleinen Buchstaben geschrieben haben, als zugleichmit diesen. Die Besorgnis, die ersten Bilder von Hauptwörtern ohne große Anfangs-buchstaben, welche die Schüler sich einprägen, möchten dem Rechtschreibunterricht Ein-trag thun, ließe sich ja, wenn sie irgend gegründet wäre, damit beseitigen, daß mananfangs bis zur Einübung der Majuskeln statt der Hauptwörter nur Wörter andererClassen gebrauchte. Den Anfang macht man wie bei anderen Niethoden mit demSelbstlaut, an welchen sich hernach gleich ein Mitlaut anzuschließen hat. In derdeutschen Currentschrift ist anerkanntermaßen das i am leichtesten zu machen. Mitdiesem beginnt der Lehrer, indem er sich vor die Wandtafel stellt, den Buchstaben davor den Augen der Schüler vermittelst der Kreide entstehen läßt, seine Bestandtheileund ihr Verhältnis zu einander erläutert, den Laut angiebt und dann die Schüler denBuchstaben auf ihren Schiefertafeln nachmachen und den Laut wiederholt aussprechenläßt. Von diesem geht er zum n über, das ebenso behandelt, dann aber, sobald dieKinder es schreiben gelernt haben, mit dem i bald als Anlaut, bald als Auslaut,endlich in beiden Bedeutungen zugleich verbunden wird (ni, in, nin). Hierauf folgtin gleicher Weise das m und nach diesem das u und das e, so daß nun schon eineziemliche Anzahl von Sylben geschrieben und ausgesprochen werden kann. So schreitetnun nach der Formverwandtschaft der Buchstaben der Unterricht fort, bis alle Buch-staben in üblichen Wörtern auf die mannigfachste Weise mit einander verbunden ge-schrieben und gelesen werden. Einem solchem Schreibleseunterricht gebührt der Vorzugvor dem von einigen angewendeten Leseschreibunterricht, bei welchem man das Lesendes Buchstabens, nachher des Wortes vorangehen und erst, wenn es von den Schülerngelesen worden ist, das Wort zum Behuf des Schreibenlernens und der liefern Ein-prägung der Formen und Laute schreiben läßt. Wie man aber schon bei Verbesserungder Buchstabirmethode Vorübungen empfohlen und bei der Lautirmethode in ihrenverschiedenen Nüancen für durchaus nothwendig erklärt hat, so werden sie auch für dieSchreiblesemethode entweder für völlig unentbehrlich oder doch für sehr zweckmäßig undden Gesetzen einer richtigen Methode entsprechend erklärt. Sie werden hier abgetheiltin Vorübungen für Ohr und Mund und in Vorübungen für Auge und Hand. Dieersteren bestehen darin, daß man durch Vor- und Nachsprechen Sätze in Wörter, diesein Sylben und diese in Laute zerlegen läßt, bis man mit dem so gefundenen Laut idas Schreiben und Lesen beginnt. Die letzteren aber haben den Zweck, die Schülerdas rechts und links, das oben und unten auf der Tafel kennen zu lehren und ihre