Leseunterricht.
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fachsten) Buchstaben anzufangen, diese mit rothcr Tinte vorznschrciben und hernach vomSchüler unter öfterer Anssprache des Namens mit schwarzer Tinte überfahren zu lassen.Ebenso veröffentlichte der Franzose de Launey um die Mitte des vorigen Jahrhundertseine Methode, bei welcher die ersten Schreibübungen mit dem auf die Laute gegrün-deten Leseunterricht verbunden waren. Sie fand unter dem Namen LoriptoloZis oderLoritnrs - tsoturs da und dort Eingang; wenigstens sagt Diesterweg in seinem Weg-weiser: Schon 1755 existirte die Schreiblesemethode in Frankreich. Weniger Nachahmungscheinen Bell und Lancaster gefunden zu haben, welche Leide fast zu gleicher Zeitdurch Mangel an Lernmitteln darauf gekommen sind, die Anfänger die Buchstaben inden Sand schreiben und so kennen lernen zu lassen. In Deutschland ist, da dieMethode Ratichs unter den Stürmen des 17. Jahrhunderts sich verloren zu habenscheint, der bayerische Neg.- und Kreisschulrath Graser als der Urheber der neuernSchreiblesemethode zu bezeichnen. So umständlich auch und den Gang des Unterrichtshemmend seine verschiedenen Vorübungen und die eingeflochtenen Kindererzählungenwaren, der Grundgedanke seiner Methode, daß „der Anfang mit dem Schreiben zumachen sei, weil zuerst das Wort in der Schrift dargestellt werden müße, ehe es ge-lesen werden könne", hat durchgeschlagen und gesiegt. Daß Graser sich an Olivierund Krug anschloß und darauf drang, daß die Schüler bei jedem Laute sich derMundstellungen bewußt werden, daß er noch weiter gieng als diese und Nachweisenwollte, daß jeder Buchstabe die Abbildung der Mundstellung sei, welche den ent-sprechenden Laut hervorrief, wozu er seine „Elementarschrift" erfand, die sonderbargenug den Schüler mehr zu verwirren als zu fördern geeignet war, daß er ferner dieLautirmethode, die er ein Gezisch und Geflitsch nennt, verwarf und doch unbewußtfortwährend anwendete: das alles hindert nicht, ihm für seine Methode dankbar zusein. (Sie ist ausführlich dargestellt in seiner Schrift: Die Elementarschule fürs Lebenin ihrer Grundlage. Baireuth 1817. Band I. Abth. II.) Die Elcmentarschrift istans der Schulwelt verschwunden, die Kinderplage mit den Mundstellungen hat aufge-hört; aber die Verbindung des elementarischen Lesens und Schreibens mit einander hatsich erhalten und über viele Gaue des deutschen Vaterlandes verbreitet (vgl. d. Art.Graser S. 40.) Die namhaftesten Nachfolger Grasers waren wohl N. Wurst, einWürttemberger, und die beiden bayerischen Lehrer Ludwig und Heinisch. Der erstereverschaffte in Württemberg und in der Schweiz der Schreiblesemethode Eingang durchseine Schriften: Erstes Schulbuch für die untersten Elasten der Elementarschulen. Neutl.1835 und: Die zwei ersten Schuljahre. Ebendas. 1838. So eifrig er auch anfangsdie Grasersche Methode mit allen ihren Sonderbarkeiten und Schwierigkeiten vertheidigteund zu verbreiten suchte, machte er sich doch schon in der 2. Aust, der „zwei erstenSchuljahre 1839" von denselben völlig los und gab ihr eine einfachere und leichter zumZiele führende Gestalt. Nicht anders gieng es Ludwig, der die Grasersche Methodeimmer mehr vereinfachte und zuletzt in dem „Ersten Lesebuch für die Vorbereitungs-schüler in den deutschen Schulen, Baireuth 1646" und in seinem mit Heinisch heraus-gegebenen „Ersten Sprach- und Lesebuch für Volksschulen 1850" eine ungekünstelte,einfache und leicht anwendbare Schreiblesemethode veröffentlichte. Ihre eigenen Wegeschlugen ferner in der Schreiblefemethode Harnisch, Scholz, Stern n. a. ein, ohnedaß sie im wesentlichen von einander sehr verschieden sind. Das Wesen dieser Methodebesteht darin, daß der Schüler, indem er den Buchstaben schreibt, sich die Gestaltund den Laut desselben einprägt und sobald als möglich einen Selbstlaut und einenMitlaut mit einander verbindend die Sylbe (das Wort) ansspricht. Ob auch derName des Buchstabens zu gleicher Zeit eingcprägt oder erst später dem Schüler gesagtwerden solle, darüber sind die Meinungen heute noch verschieden. Um der Einfachheitwillen dürfte Wohl dem letzteren der Vorzug gegeben werden. Die Frage, ob dabeidie lateinische oder die deutsche Currentschrift zuerst anznwenden sei, ist hauptsächlichdurch Graser angeregt worden, dessen Elementarschrift nüt der lateinischen Schrift