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Lehrer.
verführbaren erhebt, macht das Lehrerthum sich in den geschichtlichen Aufzeichnungenbemerklich. Solch Lehrerthum bei den Erwachsenen weiset die Welt des Altcrthumsin großartiger Ausprägung auf und in Rücksicht der geschichtlichen Anfaßbarkcit istdasselbe das erste und älteste. Es dient der Aristokratie und schasst eine Aristokratiedes Geistes. Die großen Lehrer unter den Griechen und Römern theilen ihre Ge-danken nur einer Auswahl von ausgezeichneten Schülern mit. — Im Mittelaltertraten, nachdem die Sprachen des Alterthums für den Nachwuchs in den Cultur-nationen immer mehr abgelebt waren, allmählich sie als solche Gegenstände auf, welchees auf dem Wege des Unterrichtes zu erwerben galt, da man sie nicht mehr ans demdes Lebens unmittelbar gewinnen konnte, und sie den Einsichtigen doch als die Anfängeund Träger aller gediegenen Bildung erscheinen mußten. Es erscheinen Lehrer dergriechischen Sprache unter den Italienern; der römischen unter den andern romanischenNationen, um auf solchem Wege die Jugend für das wissenschaftliche Studium auszu-rüsten: L.ck llumaniora hieß es. Wenn die Wege, welche die Lehrer in den Stifts-nnd andern Schulen einschlugen, auch keine so deutlich erkannten und festgeordnetenwaren, wie in unseren Gymnasien, so war doch das Bedürfnis solcher höheren Bil-dung erkannt und die Lehrer erhielten die Aufgabe, dasselbe zu befriedigen. DieseVorbereitung erstreckt sich mit immer größerer Deutlichkeit und Ausbreitung, zumalmit dem Eintritt der Reformation auf dem deutschen Gebiete, in die Schichten desWohlhabenden Bürgerthnmes, das in den Städten seinen Wohnsitz hat. — Die mitder Reformation angeregte Beeiferung um Erlangung und Verbreitung von höhererBildung wirkte weiter. Für die gymnasialen Schulen mußten Lehrer humanistischerArt gebildet werden. Erasmus und Reuchlin, Mclanchthon und Camerarius sind ihreVäter und Pfleger. —-Der Elemeutarlehrer theils als der Borbildner für die höherführenden Schulen der letzten Art, theils als Ausbildner eines großen Theiles der männ-lichen und weiblichen Jugend, welche höhere Schulen zu besuchen nicht weiter beabsich-tigt, sondern sich nur in den Veranstaltungen, welche in der Wirklichkeit des Lebens lie-gen, auszubilden gedenkt, ist in seiner Besonderheit das Erzeugnis der neueren Zeit.Was ehedem in gewissem Sinn Kirchschullehrer war oder hieß, ist jetzt Volksschnl-lehrer. Je mehr die unteren Schichten der Bevölkerungen nach Unterricht verlangen,desto mehr bedürfen sie der Lehrer. Der sogenannte Elementar- oder Volksschullehrerist recht eigentlich der Lehrer des gemeinen Mannes, um nicht zu sagen des Prole-tariats. Er ist durch seine Beziehungen, man darf gegen diese Thatsache sich nicht ver-schließen, zu demokratischen Sympathien vielfach eingeladen. So ergeben sich als Lehrer vongewissen Bildungsstufen, welche, wenn schon zu einander gehörig, doch deutlich ausein-andertreten, die akademischen, die humanistischen, die elementaren Lehrer. Was gegen-wärtig in scharfer Sonderung uns vor Augen steht, war nicht immer so getrennt. Auchder Wissenschaftslehrer der alten Zeit mußte oft in gymnasialer Weise vorbereiten, jaelementarisch vorbilden (Sokrates). Aus dem Mittelalter und der Reformationszeitsind genug gelehrte Lehrer bekannt, welche, indem sie die einen für die Universitätenzubereiteten, die andern in den Elementen unterwiesen. Erst die neueren Zeiten habeneine Lehrerschaft erzeugt, deren einzelne Stufen sich auf gewisse Bereiche des Bildensmit Exclusivität beschränken. Der akademische Wissenschaftslehrer hat die Aufgabe, denihm einwohnenden Erkenntnisgehalt einer bestimmten Sphäre wissenschaftlich organisirtseinen Schülern vorzuführen, um sie dadurch in Stand zu setzen, die Erkenntnissubstanzin ihrer Objectivität zu sehen, sich anzueignen und von ihr angeregt an der Weitergestaltungoder Verwerthung der Wissenschaft mitzuwirken. Er ist es, der vornehmlich durch denWissenschaftlichen Stoff zu wirken hat, d. h. durch Mittheilung der ihm inwohnendenGelehrsamkeit, aber der, dem reiferen Auditorium entsprechend, das er vor sich hat, auchdie rednerische Form nicht vernachläßigen darf; es sind Vorträge, also eine Art von Reden,die er zu halten hat. Daß das Rhetorische weder fehlen noch dominiren darf, das machtseine Aufgabe eigenthümlich schwierig. Der humanistische Lehrer, der in dem Bereiche