Lehrer.
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Macht für ihn ist, sondern Mittel, die Nation wie in Identität zu erhalten, so siein steigende Entwicklung ihrer Bildung in Hinsicht ans Gedanken, Sprache, Sitte,Kunst n. s. w. zu versetzen, ebenso unabweisbar und in vielen Staaten und untermanchen Bevölkerungen und Racen, besonders ans manchen Bildungsgebieten z. B. desgeistlichen Lebens, weit älter. Ein civilisirter Staat der Gegenwart kann sich demZustandekommen eines förmlichen öffentlichen Lehrerstandes nicht mehr widersetzen. Es istein schlimmes Zeichen, wenn derselbe solches Zustandekommen erschwert; denn er müßteentweder die Vereinigung von Lehrkräften fürchten, oder ihre Wirkungen nicht zu Wür-digen und zu nützen wissen; aber ein noch schlimmeres Zeichen ist es, wenn im Lehrer-stande selbst so wenig Sinn für Gemeinschaft angetroffen werden sollte, daß er in derGemeinsamkeit seiner Anliegen sich nicht verstehen und zu entsprechenden Organisationennicht zusammenschließen mag.
Wie lange es in der Menschenwelt Lehrer von dieser oder von jener Kategoriegegeben habe, mögen die Historiker der Didaktik an anderer Stelle zu ermitteln suchen.Zuverläßig mußten zuvor gewisse Arten von Erkenntnissen und Fertigkeiten, zu welchenman gelangt war, für so wcrthvoll erachtet sein, daß man ihrem Verluste undden damit verbundenen Nachtheilen zuvorzukommen trachtete. Dies hat nur durchlehrende Personen geschehen können. Die heilige Schrift, wie sie selbst getragen istvon der Idee des Offenbarens d. i. von der Voraussetzung, daß Gott selbst ineine lehrende, d. h. auf die Erkenntnis wirkende Thätigkeit bei der Menschheit tritt, weisetvon den Urvätern an bis in die apostolischen Zeiten herab auf einen Chor von hohenMännern hin, welche zu Lehrern ihrer nächsten Kreise, ihrer Stämme, Völker, ja derMenschheit werden; sie führt sie in ihrer Wirksamkeit handelnd und redend auf; ja sieurtheilt über ihre Wirksamkeit nach Form, Ziel, Geist, Werth und Erfolg. Unter ihrenPriestern und Königen wandeln die Propheten, unter ihren Helden stehen die Männerdes Wortes, unter den Thaten vernehmen wir die Gedanken höchster Weisheit. DerLehrer ist in heiliger Schrift allerwärts vorhanden und zu merken. Das ganze Lebensgesetztritt als Lehre und das Evangelium als getragen von einer Persönlichkeit auf, an welcherder Lehrer wie vom Jünger, vom Freunde, so vom Gegner wargenommen und anerkanntwurde. Wie auf dem Grund und Boden der Heilsgeschichte, so in der Heidenwelt.Von Weisheit der Aegypter ergeht frühe Kunde; wo sie ist, muß Lehre stattgefundenhaben, wo diese, da müßen Lehrer gewesen sein. Die Griechen werden ihren Gabenund Werken gemäß die Lehrer in ihren Städten, Stämmen, endlich in Rom, nachmalsin der Welt. — Das Christenthum kann in seiner Verbreitung durch die Welt nichtohne Lehrer und nicht ohne Lehre gedacht werden. Ist im griechischen Alterthum derLehrer bereits zum Künstler geworden, so erscheint er durch das Christenthum zumTräger und Pfleger vom Worte Gottes geweiht. (Röm. 12, 7. 1 Petr. 4, 11.Jac. 3, 1.) Das Moment geistlichen Wesens stammt dem Priester aus dem Umstande,daß er Lehrer ist und in diesem Berufe am Dienste Gottes sei; nicht dem Lehrerdaraus, daß er durch einzelne Verrichtungen am Heiligthum auch zum Priesterthumirgend welche Beziehungen erlangt. —- Im weiteren Geschichtsverlaufe bildet sich mitsteigender Deutlichkeit eine Verschiedenheit unter den Lehrern theils nach den Gegen-ständen, deren Behandlung sie zur Aufgabe ihres Berufes haben, theils nach den eigen-thümlich gestalteten Kreisen der Lernenden, welchen sie Bildung zuzuführen haben. Esist zunächst weniger der bestimmte religiöse oder nicht religiöse Charakter des Gegen-standes, welcher unter den Lehrern grnndwesentliche Unterschiede bildet, als die Gestalt,welche die durch sie zu bereitende Erkenntnis, der Stufe der Lernenden entsprechend,anzunehmen hat. Es ist als hätten die Lehrer der elementaren und vermittelndenZwischenstufen, die auch bei den allerersten Lehranfängen nicht haben fehlen können,in den Augen der Beobachter und Berichterstatter noch nicht so viel Bedeutung gehabt,um sie als Lehrer zu unterscheiden und hervorzuheben. Wo die Erkenntnis sich zueiner zusammenhängenden, zu einer systematisch geordneten oder zu einer dialektisch