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Lehren und Lernen.
Theile brechen wollte, wie Rousseau und Pestalozzi oder Basedow und Wenn es dieAufgabe wäre, ein neues System des Unterrichts aufzubauen, könnte da, wo das Lehrenuntersucht oder beschrieben wird, vom Was die Rede sein. Für uns lautet die nächsteFrage nur so: wie sind Sprachen, Mathematik, Religion u. s. w. zu lehren? DasWie aber wird bestimmt durch das Ziel alles Lernens und Lehrens. Als das nächsteZiel der beiden Arten des Lernens haben wir das Wissen und das Können bezeichnet,was aber nicht Zweck für sich sein kann, einfach darum, weil, wenn beides Zweck fürsich wäre, die Bemühung um das Wissen und Können ohne Ende fortgehen müßte,da wir mit dem Wissen und dem Können niemals fertig werden, sondern Lei allerBemühung und bei rastlosem geistigem Streben immer noch vieles übrig bleibt, waswir Weder können noch wissen. Man könnte noch hinzufügen, daß, wenn einer so lebt,wie wenn er das Wissen und Können als Zweck au sich betrachtete, ein solcher in derGanzheit seines geistigen Wesens unfertiger und mangelhafter erscheine als der andere,für welchen das Wissen und Können nur ein Mittel zur Erreichung eines höher ge-steckten Zieles ist. Wie nöthig es aber sei, das gemeinsame eine Ziel alles Unterrichtszu erkennen, läßt sich leicht ersehen, wenn wir uns eine größere Lehranstalt etwa vonsechs Elasten und der doppelten Zahl der Lehrer vorstellen. Wenn nun jeder dieserzwölf Lehrer darauf ausgeht, daß in seiner Elaste und in seinem Fache viel und rechtgelernt werde, so ist das gewiß ganz löblich; aber wenn alle nur eben das Lernenselbst und als Frucht des Lernens das Wissen und Können im Auge haben, so werdendie sechs Elasten und die zwölf Unterrichtsfächer niemals zu einer Lehranstalt zusam-menwachsen, sie werden nur räumlich und äußerlich beisammen, die Unterrichtsfächerwerden nur verknüpft, und die Bemühungen der Lehrer werden alle vereinzelt sein, sodaß die Anstalt, obwohl von einem Einzigen beaufsichtigt, nur ein Nebeneinander vonallerlei Unterricht vorstellt. Das kworm wird, meine ich, in einer solchen
Lehranstalt nicht nur bei den Lehrern, sondern auch bei den Schülern das Einheimischeund Durchgängige sein und ihren Charakter vorstcllen, oder vielleicht richtiger, der An-stalt nicht möglich machen, einen Charakter zu haben. Und in manchen Lehranstaltenscheint dieses stoiUeoSM auch angestrengte'Bemühungen begabter und fleißiger
Lehrer selbst für das Wissen und Können ihrer Schüler fruchtlos zu machen. DieEinheit aller gemeinsamen Bestrebungen wird lediglich durch das Hinarbeiten auf einund dasselbe Ziel zu Stande gebracht. Welches wird nun das Ziel sein, zu welchemsich die nächsten Ziele des Lernens und Lehrens, das Wissen und das Können, wieMittel zum Zwecke verhalten? Es ist ganz richtig, wenn man sagt, die Bildung seidieses Ziel. Und dennoch werden wir das gemeinsame Wie für das Lehren nichtherausfinden, wenn wir die Regel aufstellen wollen, es soll in der Weise gelehrt werden,daß aus dem Gelernten die Bildung erwachsen könne. Denn so wie die Meisten auchunter denen, welche Gebildete heißen, das Wort gebrauchen, sind es sehr verschiedenegeistige Zustände, die man damit bezeichnet; und die verbreitetste Meinung darüber istdoch wohl die, daß die Bildung Eines sei mit dem Wissen und Können, wonach der-jenige ein Gebildeter ist, bei dem man ein gewisses Maß des Wissens und Könnenswarnimmt oder vermuthet. Wenn aber die Meinung von der Identität des Wissensund Könnens mit der Bildung die richtige wäre, so hätten wir als eigentliches Zieldes Lernens und Lehrens wieder das Wissen und Können, was nicht das wirkliche Zielsein kann. Setzen wir lieber ein solches Ziel, welches für alle gleich erkennbar ist,bei welchem keine oder nur eine mäßige Verwirrung der Begriffe stattfindet, und welchesebenso sehr der kleinsten Dorfschule wie der Universität zum Ziele und zum Maßstabedes Wie dienen kann. Ein solches Ziel ist die Erziehung: wenn der Dorfschulmeister,der Lehrer an der gelehrten Schule und der Universitätslehrer so lehrt, daß die Schülerdurch das Lernen erzogen werden können, so trifft er das richtige und allgemeine Wiedes Lehrens, und wird nicht bloß erziehen, sondern auch im Wissen und Können etwaserkleckliches zu Stande bringen. Und wenn aus einem in diesem Geiste ertheilten Un-