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Landschule.
ertheilte». Nach dem dreißigjährigen Kriege vollends kostete es genug Opfer, Müheund Zeit, bis sie nur wieder hergestellt und in den früheren Stand gebracht waren.Erst in der zweiten.Hälfte des vorigen Jahrhunderts sieng man an, ihnen mehr Auf-merksamkeit und Sorgfalt zuznwenden. Vorzugsweise sind es E. F. v. Nochow undH. Pestalozzi, welchen die ländlichen Schulen ihren gegenwärtigen besseren Zustand zudanken haben. Die von Rochow ans den Grund philanthropistischer Grundsätze ein-gerichtete Schule in dem Dorfe Rekahn ward bald zur Musterschule, der sich vieleandere mehr oder minder getreu nachbildeten, und seine Ansichten und Vorschläge überden Schulunterricht ebenso wie sein „Kinderfreuud" fanden bald weithin Verbreitungund Eingang. Was aber von ihm noch nicht geordnet und geregelt war, das brachtePestalozzi unter bestimmte Principien, vornehmlich aber war die ganze Richtung seinesGemüths und humanen Strebens dem Wohle der Armen und der geistigen undsittlichen Hebung der untersten Schichten des Volks zugewendet. Der Geist, der vondiesen Männern ausgieng, erwies sich nach und nach allerorten wirksam. Wo nochkeine Landschulen waren, wurden sie nun errichtet, so daß jetzt in ganz Deutschlandkein Ort mehr zu finden ist, der nicht seine Schule hat, und daß man sich jetztWundern könnte, wie noch Niemeyer (Grunds, d. E. u. d. Unt.) n. a. sich Mühegeben zu müßen meinten, um das Recht des Landvolks, geschult zu werden,nachzuweisen und zu vertheidigen. Aber auch in einem besseren Zustande befindensich jetzt diese Schulen, so daß in manchen Gegenden in dieser Beziehung zwischender ländlichen und der städtischen Volksschule wenig Unterschied ist. Doch sind es im-merhin noch eigenthümliche Schwierigkeiten, mit welchen die Landschule zum Theilüberall, zum Theil wenigstens unter gewissen örtlichen Verhältnissen zu kämpfenhat. Unter jenen nennen wir hauptsächlich die häufige Ungetheiltheit der Schuleninfolge der geringen Zahl der Ortseinwohner, Lei welcher Ein Lehrer alleAltersclassen entweder zusammen oder nach einander in zwei Abtheilungen zu unter-richten hat, und die Sommerschule, während der die einzelnen Schüler nur in ein paarStunden des Tages, zum Theil wegen Viehhütens, Fabrikarbeit u. dgl. in den un-geeignetsten Stunden, zum Theil auch nur an ein paar Tagen der Woche Schulun-terricht empfangen, oder sogar noch hie und da, wie in Graubündten, den ganzenSommer über gar nicht in die Schule kommen. Zu den anderen Schwierigkeiten zählenwir die in manchen Gegenden sehr häufigen Schulversäumnisse, seis infolge weiter Ent-fernung der Wohnungen vom Schullocal, häufiger ungünstiger Witterung und übel»Weges, oder wegen vieler Feld- und Hausgeschäfte, zu welchen die Schüler von denEltern verwendet werden, oder wegen großer Armut, die zum Herumziehen und BettelnAnlaß giebt oder die Kinder an der nöthigen Kleidung und Nahrung Mangel leidenläßt; ferner den schlechten Zustand der Schulhäuser und Schulzimmer, der zum Theilnoch immer so ist, wie ihn schon Niemeyer (Grunds, d. E. u. d. U. IH. Thl. H. 66.Anm. 2) beklagt; den geringen Gehalt der Landschullehrer, um deswillen häufig nurschwächere Lehrer auf solche Stellen kommen; den Mangel an guten Lehrmitteln fürdie Hand deS Lehrers, an Mitteln zu seiner beruflichen Fortbildung und an Lern-mitteln für die Hände der Schüler, und endlich das zähe Halten mancher Landleuteam Alten und das eigensinnige Widerstreben gegen neuere Methoden und Lehrmittel.Ein Lehrer, der mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, müßte in der That unge-wöhnliches Geschick und eisernen Fleiß haben, wenn er seine Schule auf gleiche Höhemit den städtischen Volksschulen bringen und darauf erhalten könnte.
In der Classeneintheilung unterscheidet sich die ländliche Volksschule von der städ-tischen nur in sofern, daß auf dem Lande gewöhnlich weniger Classen (und Klassen-lehrer) sind, somit auch die Trennung der Geschlechter, für welche sonst kein hinreichenderGrund vorhanden wäre, nur selten vorkommt. Wenn aber, wie es häufig der Fallist, die Schülerzahl so klein ist, daß nur Ein Lehrer angestellt ist, so sollte dieser nie-mals alle Altersclassen in der Schule beisammen haben, indem er doch nur Eine Ab-