Landkarten.
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Einen eigenen Zweig bilden dre historischen Wandkarten. Es sind derennoch nicht viele, aber fast alle sind empfehlenswert!). Bei dem Bestände so vielerAtlanten des klassischen Alterthnms in den Händen der Schüler nnd mit der Nothhülfeneuerer Karten für die mittlere Geschichte scheint man sich einstweilen zufrieden gestellt,und das Bedürfnis nach großen Wandkarten, deren Objecte einen weiten Gesichtskreisboten, Weniger lebhaft gefühlt zu haben. Erst im Jahr 1825 erscheint Frieds ver-gleichende Karte von Alt- nnd Nengriechenland (Wien bei Artaria), die aber noch den""'"^"^"icharakter nicht trägt, dann im Jahr 1847 (Weimar, Geog. Jnstit.) I)r. H.
Jahr 1852 die des römischen Reiches nnd im Jahr 1853 die ver-alten Welt (alle eben dort) von demselben Verfasser.*) lieber das Mittelalter bestehtl>r. Bretsch neiders Wandkarte von Europa zur Reform ationsz eit (Gotha1849) nnd eine größere Arbeit desselben Verfassers, 10 Karten zur Geschichte Enro-pa's vom Mittelalter bis ans die neue Zeit, nach C. v. Sprnner (Gotha 1859).Hollc's historische Wandkarten (Wolfcnbüttel 1852) sind keineswegs Originalarbcitenund wechseln in ihrem Werthe nach den benützten Materialien. Das Unternehmen istauf einen ganzen Atlas berechnet. Einige Lehrer der Geschichte ziehen cs vor, dieKarten zu den verschiedenen Perioden durch die Schüler entstehen zu lassen, und ver-sichern, die Erfahrung zu machen, daß nach dieser Weise Ort- und Zeitdatcn bei denSchülern besser haften, als beim Gebrauche völlig fertiger Karten.**)
L. Schnlatlanten nnd Schnlkarten (mit Ausschluß der historischen undsonstigen von specieller Tendenz). Es bedurfte einer langen Periode, bis sich mit demGewichte, welches mehr und mehr die physische Partie der Erdbeschreibung gegen) die früher fast allcinherrschende politische erhielt, die Physiognomie der Kartenüberhaupt nnd im weiteren Verlaufe auch der Schulkarten änderte, bis sich feste Grnnd-1 sätze über eine methodische Behandlung der Geographie als Schulgegenstand bildeten,-- die folgerecht Einfluß ans die kartographische Darstellung nahmen. Wie es bei Revo-lutionen im wissenschaftlichen Gebiete immer der Fall ist, geschahen auch hier Neber-griffe nnd man beutete die physische Geographie dermaßen aus, daß die politische wennnicht vergessen doch vernachläßigt wurde. Nun stellt sich das Gleichgewicht wieder hernnd jedem der beiden Zweige wird der gebührende Werth znerkannt. Die gute Folge,welche zurückgeblieben, besteht darin, daß Hauptobjecten (z. B. dem Bodengcpräge) eine) besondere Aufmerksamkeit zngewendet wird, daß die Karte als ebenbürtiges Hülfsmittelparallel zum Texte steht, daß der früher die Schnlkarten überwuchernde Reichthum anOrten einer mäßigen und zweckgemäßen Auswahl der Objecte gewichen ist, und daßman nun den Schüler Karten lesen lehrt, während ihm früher das Erwerben diesers Kenntnis ans gut Glück überlassen war.
Von Berlin aus, wo A. v. Humboldt nnd K. Ritter wirkten, giengen die
physische Karten (Weimar 1828?) zeigen schon das Erwachen einer neuen Anschauungs-weise, obschon der Antor im Terrain die nichtssagende alte Manier der Bergzeichnnngdurch eine andre ersetzte, die nicht minder gleichförmig und ausdruckslos war. DerAtlas von Th. Fr. v. Liech lenstern (Berlin 1834—1838) enthält schon mehr phy-sische als Staatenkarten, doch dürften für die untern Schulen die Foliokarten vonDelius (Berlin 184l) die ersten gewesen sein, welche die Erkenntnis der natürlichenLandesbeschaffenheit für den Anfänger anznbahnen suchten. In höherem Stile nnd
*1 Ein hübscher Plan vom alten Rom in großem Format ist neuestens erschienen von
Herin. Rheinhard in Stuttgart.
**) lieber Zweck und Einrichtung der Wandkarten, siche Klödens Urtheil im BrandenburgerSchulblatt. 1846.
Kieperts
Wandkarte von Alt-Griechenland, im Jahr 1850 die von Alt-Jta-
ersten Lichtblicke zur Reformation des Schnlkartenwcsens aus. Rühle v. Liliensterns