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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Landkarten.

Gegensatz zu Sydows physischer Karte von Europa und Mitteleuropa bilden politischeKarten von Europa und von Deutschland von Stülpnagel (Gotha). Der von Sydowi» Einem Geiste durchgeführte Wandkartencyklns ist an Zweckmäßigkeit bisher nochunübertroffen geblieben; weder die elegant gedruckten Wandkarten von Ewald (Darm-stadt 1854, 5 Bl.) noch die von I. Scheda ans Kosten des österreichischen Unter-richtsministeriums'gelieferten Wandkarten (Heinisphären, Europa, Mitteleuropa. Wien1853, viel reicher in topographischer Hinsicht) erproben sich für den ersten Unterrichtgleich erfolgreich mit jenen SydowS; noch weniger können sich Holle's zahlreiche Wand-karten (Wolfenbüttel seit 1851) mit ihnen messen, die scheinbar die Wohlfeilheit voraushaben und jedem vermntheten Bedürfnisse vorschnell zu begegnen suchen. KrümmersWandkarten (Leipzig 1852) sind durch häßliche Uebertreibung des Ausdrucks fast zuWarnungstafeln geworden. Rohlfs Wandkarte von Europa (Berlin 1856) ist dieunglückliche Ansführung einer in anderer Weise nicht verwerflichen Idee, nämlich dieBerge in Kreidemanier ausznführen und zugleich das Land nach der absoluten Höhedurch Kreidentöne zu bezeichnen und zwar nach dem Grundsätze: je tiefer, destodunkler. Letzterer war bei Europa, das zwei Drittel Tiefland hat, ein Misgriff, unddie Wahl desselben Mittels zu verschiedenem Zwecke war der zweite. Viel glück-licher hat O. Delitsch ans Anregung l>r. C. Vogels auf 4 Wandkarten in Oel-farbendrnck ans Wachstuch (2 Hemisphären, Europa, Mitteleuropa. Leipzig 1856bis 1862) die Idee seines früher erschienenen kleinen Elementaratlasses, Schichtenkartender Erdräume zu liefern, ins Große übertragen. Die Karten (ein neuer Zweig derkartographischen Technik) sind dauerhaft, vertragen Einzeichnungen mit Kreide, wennbenützt, um auf ihrer physischen Grundlage andere Karten entstehen zu lassen, fallengefällig ins Auge, zeigen die (aus mehrfachen Gründen) wenigen Schichten in leicht er-kennbarem Abhub und vermitteln so ein deutliches Bild der absoluten Höhenverhält-nisse. Die Färbung der Schichten geht von gelbbraun bis zu schwarzbraun nach deinrichtigen Grundsätze: je höher, desto dunkler. Das Meer (der Leinwandgrund) istje nach Wunsch schwarz oder blau. Auf den Karten finden sich Ortslagcn, aber keineSchrift.*) Zum Vorträge der mathematischen Geographie haben C. Adami(Berlin 1836) und Wetzel (Berlin 1858, 61) Wandkarten geliefert. > Zum Vortrageder physikalischen Geographie versuchte Molt (Schwäbisch Hall 1855) eine Folgevon 6 Wandkarten, die aber durch rohe und minder passende Ausführung sich wenigRuf erwarben.

Unter den Wandkarten für den höhern Unterricht nehmen jene von Roost (Mün-chen 1850) einen ehrenvollen Platz ein, nicht minder die Weltkarte in Mercators Pro-jektion von vr. H. Kiepert (Berlin 1861. Reimer) und die von Mahlmann ver-besserten Planigloben von Grimm (Berlin 1858). Eine gute Aufnahme fand Kiepertssehr zweckmäßig bearbeitete und ansgeführte Karte von Palästina (Berlin, 1859),in wissenschaftlicher Beziehung die beste unter den bis jetzt veröffentlichten. Der Ge-brauch einer solchen Wandkarte für den Vortrag der biblischen Geschichte und desLebens Jesu hat das Bedürfnis so gesteigert, daß seit 1837 nicht weniger als 9 Wand-karten von Palästina in Deutschland erschienen sind, worunter die von Winkelmann(Eßlingen 1843) eine der besten ist. Daß Kieperts Karte als die letzte und auf derneuesten Kenntnis des Landes beruhende auch in Beziehung ans das physische Bildeine ausgezeichnet gute Karte ist, braucht kaum versichert zu werden. Van äsr Vslcke'emap ol tlrs üol^ lanck (Gotha 1858, 8 Bl.) eignet sich der englischen Sprache wegennicht für unsere Unterrichtsanstalten. Wandkarten zur Vaterlandskunde werden in dembetreffenden Abschnitte besprochen werden.

*) Da diese Karten mehrmals durch die Presse gehen, so ist die früher besprochene Trennungder Elemente ermöglicht und bereits so benützt worden, daß das Gradnetz allein auf demWachstuch abgedruckt wird. Aus diese Weise ist eine Vorrichtung im großen zum gelegenheit-lichen Zeichnen in der Schule geschaffen, wie es Vogels Netzkarten für Schüler im kleinen sind.