Landkarten.
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mir so viel sei erwähnt, daß eine Farbe (m der Regel an Stärke zunehmend vonunten nach oben) mehr plastisch wirkt, mehrere Farben desto leichter gleichhohe Schichtenim ganzen Bilde erkennen lassen, je weniger homogen oder verwaschen ihre Grenzensich zeigen. Allein die Schichtenkartcn in starrer Auffassung des PrincipS entbehrendes Vortheils, innerhalb der Schichten die Undnlation des Bodens sehen zu lassen, einUmstand, der bei einer bedeutenden Höhe der Schicht von großem Belange werdenkann. Man ist deshalb eben jetzt in einer Uebergangsperiode begriffen, in welcher dasStreben, Alt und Neu zu vereinigen, (Schraffen und Schichten) in allerlei Versuchensich kund giebt. Noch etwas früher, fast zu früh, wagte inan den Sprung znm voll-kommenen Relief, und begann sogleich mit Karten kleinsten Maßes, ohne zu beachten,daß man dabei kein Naturbild erreichen konnte, sondern nur ein unwahres (weil starküberhöhtes) plastisches Zeichen an die Stelle der Flachzeichnung setzte, das vom Laiensehr leicht misverstanden wurde. War diese Ausdehnung der Plastik kein guter Griff,so muß doch den Reliefkarten (die man mit besserem Verständnis nun auf dasMaß der topographischen Aufnahme und Nednction znrückgeführt hat) ein großerWerth für den Unterricht in sofern zuerkannt werden, als sie in gewählten Bei-spielen die Hauptformen der Erhebungen am belehrendsten vor Augen zu bringenvermögen und dadurch viel klarere Vorstellungen zu bewirken im Stande sind, als diebesten Beschreibungen in Worten, selbst Bildern, vorzugsweise Lei Lehranstalten ingroßen Flachländern, deren Schüler in den seltensten Fällen Gelegenheit haben, Ge-birgsgegenden durch Autopsie kennen zu lernen. Noch hat die Technik nicht die Wegegefunden, solche topographische Reliefkarten einzelner Gegenden mit geringen Kostenzu vervielfältigen, noch sind die Hindernisse nicht überwunden, die das Material ver-ursacht, da Gips zu zerbrechlich, galvanoplastische Vervielfältigung in Kupfer zu zeit-raubend und kostspielig, bei nassen Pasten Leim Eintrocknen der Verlust der mathe-matischen Schärfe des Originals zu besorgen, endlich der Schriftdrnck ans unebenenFlächen noch unersunden ist und daher die Beigabe einer Begleitkarte (statt dem ver-suchten, mühsamen und leicht Fehlern bloßgestellten und doch die Wirkung sehr beein-trächtigenden Aufkleben zahlloser Zettel mit den Eigennamen) ein unabweisbares Be-dürfnis ist. Als ein Surrogat der Reliefe können jene Versuche angesehen werden, wophotographische Bilder von schiefbelcuchteten Reliefkarten genommen wurden, beiwelchen gegenüber der nach dem Princip der schiefen Beleuchtung ausgeführten Berg-zeichnnng der Vortheil eintritt, daß die Lichtseiten der Höhen naturgemäß stärker vor-treten, als die ebenen Stellen, aber auch der Nachtheil, daß die Schatten der Bergebei schroffem Abfall viel verdecken, ungerechnet die unpraktische Seite dieser Manierfür die Schule, da solche Photographien nur im kleinen und nicht wohlfeil genug her-gestellt werden können.
Noch können die allgemeinen Bemerkungen nicht geschlossen werden, da noch vielessich aufdrängt, was einer weiten Anwendung unterliegt. Es ist mit Rücksicht auf dieallgemeinen drei Anforderungen nicht gleichgültig, auf welche Weise die Vervielfältigunggeschieht, ob durch Stahlstich, Kupferstich, Steingravirung, Holzschnitt, Typen; ob durchUmdruck, mehrmaligen Druck, Farbendruck, Oelfarbcndruck, auf Druckpapier, Schreib-papier rc. Das beste Original kann in den Händen ungeschickter Künstler und Technikerverunglücken; die schönste Gravirung kann im Drucke verdorben werden. Bei der Un-möglichkeit, hier in ein weitläufiges Detail einzugehn, mag es genügen, anzuführen, daßder Stahlstich nur vortheilhaft ist bei Gegenständen, die spätern Correcturen nichtunterliegen und von denen nur einmal vom Original eine große Anzahl von Exemplarengedruckt werden soll; daß Leim Kupferstich durch die Galvanoplastik die Herstellungeiner beliebigen Anzahl secundärer Platten mit gleicher Schärfe des Originals möglichist, und die spätere Anbringung noch so vieler und bedeutender Correcturen keinem An-stande unterliegt; daß beim Steindruck mittelst Umdrucks auch der schnellen Verviel-fältigung keine Schranke gesetzt ist, aber auf Kosten der Schärfe und Reinheit der Ab-