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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Landkarten.

touren, Terrain, Schrift rc.) durch Vermeidung von Misverhältuis, von Ungleichheit,von Nachläßigkeit im Stiche und Drucke, kurz, durch Befriedigung des ästhetischen Ge-fühles, das auch im Schüler zugleich geweckt und gebildet werden soll.

Hat man nicht einzelne Karten, sondern zusammengehörige Sammlungen derselben,Atlanten, im Auge, so kann den Anforderungen, in Bezug auf Zweckmäßigkeit undSchönheit noch beigefügt werden, daß alle Länder, nach Maßgabe des Bedürfnisses,vertreten sein sollen, daß zur Förderung richtiger Memorirung und zum bequemen Ver-gleiche die Kartcnmaßstäbe suitenweise gleichförmig, oder, Wo Abweichungen eintretenmüßen, thunlichst commensurabel gewählt werden sollten, und daß der Geist har-monischer Ausführung, der bei jeder einzelnen Karte erwartet wird, auch das Ganzedurchdringen und auszeichncn möge. Bei Wandkarten treten noch einige Bedin-gungen hinzu, als da sind: deutliches Erkennen ^ der Objecte aus größerer Ferne, pas-sende Vorrichtungen zum Aushängen, größere Sorge für Dauerhaftigkeit (Aufziehen aufLeinwand, Pappe rc.). Bei Karten zu spccicllen Zwecken (z. B. historischen) rückt derallgemeine Gesichtspnnct dem besonderen immer näher, ohne sich ihm völlig nnterzuordnen.

Vergleicht man obige Grundsätze, welche nach und nach Geltung erlangt haben,und auf dem bekannten und erprobten Ausspruche beruhen:Für die Schule ist nurdas Beste gut genug," mit den Leistungen seit einem halben Jahrhundert, so ergiebt sichdie niederschlagende Bemerkung, daß die guten zweckgemäßen Arbeiten für Schule undSchülerrari nantss in gurgits vasto" sind, daß sich eine Blasse Unberufener gefundenhat, die das Bedürfnis mit schlechten Reductionen größerer Karten zu befriedigenglaubten, und daß nur ausnahmsweise der Geist eines echten Geographen und deserfahrnen und umsichtigen Schulmanns j in diesen Erzeugnissen weht. Insbesonderewird eine Partie gar so häufig verfehlt oder vernachläßigt, nämlich die Darstellungdes Bodengepräges. Den Wechsel in den Principien der Zeichnung des Terrains,seit die Reihen von Maulwurfshaufcn des vorigen Jahrhunderts, mit welchen man seitalter Zeit die Züge der Gebirge in seitlicher Ansicht anSzudrücken pflegte, verschwanden,theilen die Schulkarten mit den übrigen; es wurden zuerst andere Zeichen an dieStelle der früheren gesetzt, fast noch ausdrucksloser als die alten; es wurde der Grund-satz einseitiger schiefer Beleuchtung ausgestellt, eine Manier, die in Frankreichund Italien noch sehr in Uebung ist, bis endlich der Geist der Principien Lehmanns(die senkrechte Beleuchtung und die mit dem Neigungswinkel wachsende Stärkeder Schraffen oder der Schummerung mit Kreide, in voller Schärfe auf topographischeKarten großen Maßes beschränkt) endlich auch aus die Schraffirung der Berge imkleinen Maße Einfluß nahm, und die Kenntnis der Grnndzüge des darzustellendenTerrains die geschickten Zeichner befähigte, eine (wenn auch ideale) der Gesammtwahr-heit nahe kommende Charakteristik der Bodenbeschaffenheit anzndeuten,während früher und überhaupt bei schlechter Auffassung der Aufgabe gar kein plastischesBild davon in der Vorstellung entstehen konnte, oder doch ein höchst unvollkommenes.Den raupenähnlichen Zügen, die beim ersten Auftreten der Schraffen ziemlich gleich-förmig auf den Wasserscheiden (ohne Rücksicht auf Wahrheit) zogen, und oft nichteinmal hoch und nieder gehörig unterschieden, folgte nach und nach ein besserer Aus-druck, welcher Plateaus, Ketten, vcrschiedengeneigten Abfall, Sättel u. s. w. erkennbarmachte und so aus dem bloßen Zeichen ein annäherndes Bild gestaltete. Alleinauch dieses genügte dem weiterstrebenden Verstände nicht. Die absolute Höhe ließsich kaum schätzen, weil nur die relative beim Zusammenstöße sich den Augen darbot.Um auch jene zur deutlichen Uebersicht zu bringen, entstanden die hypsometrischenoder Schichtenkarten, welchen das Princip gleichhoher Höhencurven zu Grundeliegt, und bei welchen, um eine klare Uebersicht und plastische Wirkung zu erzeugen, dieverschiedenen Höhenschichten mit skalengerecht steigenden Tönen ein und derselben Farbeoder verschiedener Farben ausgedrückt erscheinen. Die Rücksicht auf den Raum erlaubtnicht, auf eine nähere Würdigung der verschiedenen Ausführungsmanicren einzugehn,