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Landkarten.
drücke, die nicht selten sehr bedeutend leidet, vorzüglich bei Terrainzeichming mit derKreide: daß der Druck mit Holzstöcken, Abklatschen, Typen und Matrizenans der Buchdruckerpresse zwar keine zarten Arbeiten liefern kann, aber doch ge-nügendscharfe, und am wohlfeilsten ist; daß der Farbendruck (mittelst Lithographie) hin-sichtlich des Znsammcnpassens Zeit und Sorgsamkeit erfordert, und daher trotz allerErsparungen, die durch Uebereinandergreifcn der Farben sich erreichen lassen, mit demöfteren Passiren der Presse kostspieliger wird; daß die Ausdehnung des Papiers jenach der Beschaffenheit desselben und der Art der Pressung keine gleichförmige ist; daßes sonach, nm einen Schluß aus allem zu ziehen, von vornherein wohl überlegt werdenmöge, welche Weise der Vervielfältigung beim Beginn eines größeren Unternehmensgewählt werden soll.
Durch die Vertheilung der kartographischen Objecte ans mehrere Platten,z. B. des Gradnetzes, der Straßen, Orte, Grenzen und Schrift auf eine oder zweiPlatten (Schwarzdruck), der Gewässer ans eine andere (Blaudruck), der Gebirge anseine dritte (Braundrnck), ist man im Stande zum öffentlichen und Selbstunterrichtetaugliche Eombinationen herznstellcn, z. B. rein hydrographische Karten, rein oro-graphische starten, ans beiden zusammen physische Karten, durch das Hinzutreten derandern kartographischen Objecte, stumme Karten (outline inaps bei den Engländern,oartos mnEtto8 bei den Franzosen), welche durch die Beifügung der Schriftplattcn zuvollständigen Karten werden. Bei den unvollständigen Karten hat der Schüler Gelegen-heit zur Selbstthätigkeit durch Hinznfügung der fehlenden Elemente und memorirt dabeiGestalten, Größen, Entfernungen durch den oftmaligen Verkehr, die stummen Kartendienen sehr gut zum Selbstexamcn, kurz der Lehrer ist in der Lage die fruchtbringendstenHebungen einzuführen, soweit es Zeit und Umstände ihn: gestatten.
Dieses Princip der Theilnng läßt sich auch ans dazu hergerichtete Wandkartenübertragen, so daß auch Uebnngen auf diesen ermöglicht werden, und aus solche Arteine Grundlage gegeben wird, von der sich zahlreiche Anwendungen machen lassen.Ueberhaupt ist der Grundsatz, viele starten, z. B. historische, statt sie fertig den Schülernin die Hand zu geben, durch sie ans tauglichen Grundkarten entstehen zu lassen, nochzu wenig vom Lehrstande ansgebeutet, und es dürfte die Zahl der Lehrer, welche dieGabe haben, zeichnend zu lehren, noch sehr gering sein. Muß man doch in manchenLändern zufrieden sein, wenn die Lehrer der Erdbeschreibung überhaupt verstehen, Länder-nmrisse, Flnßlänfe rc. mit leidlichen: Glücke ans die Tafel zu zeichnen.
Bisher wurden nur die Eigenschaften guter Karten und Atlanten besprochen, ohneRücksicht darauf zu nehmen, daß im Laufe der Zeit manche derselben Einbuße erleiden,indem z. B. die Richtigkeit der Karten durch neue Entdeckungen, durch politische Ver-änderungen, durch Verbesserung der Materialien, nicht bloß in neu anftauchenden Ge-genden, sondern auch in alten Culturländern durch neue Straßenzüge, Eisenbahnen,Zndnstrieorte n. s. w. der Stand der Objecte geändert wird. Daher tragen gewissen-hafte Herausgeber von Karten und Atlanten Sorge für die successivc Erneuerungmangelhafter Blätter durch Snpplementliefernngcn, für die möglichst schnelle Eintragungalles neuen nach dem Bekanntwerden, um immer ans dem Laufenden zu sein, und für die nö-thigen Nachträge und Verbesserungen in den Platten. Bei Schnlatlanten ist Wohl ein förm-liches System von Auswechslung einzelner verbesserter Blätter gegen ältere Bearbei-tungen nicht eingeführt, und im Falle des Einzelverkaufs der Blätter auch entbehrlich.
Nun ist es an der Zeit, speciell der Leistungen Deutschlands im Gebiete deshöheren und niederen Sch ulk artenwese ns zu gedenken, welches für diesen Zweignahezu eben so viel geleistet hat, als die übrigen Staaten Europas zusammen. Esgereicht dem deutschen Fleiße und dem deutschen Unterrichtswesen gewiß zu großer Ehre,daß nachbarliche Staaten deutsche Kartenwerke in ihre Sprachen übertragen ließen.Zum Behnfe einer Uebersicht ist nöthig, die mannigfaltigen Erzeugnisse in Classcn zubringen, und zwar in folgende: Wandkarten, Schülerkarten und Schulatlanten, Hülfs-