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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Landkarten.

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Durchmesser zu erzeugen gesucht, von luftdichtem Stoffe, welche erst durch Aufblasendie Kugelform erhielten und an der Decke anfgehängt wurden. Fast gleichzeitig hatCella in München (1831) und Grimm in Berlin (1832) einen solchen pneuma-tischen Globus veröffentlicht, allein die Unhaltbarkeit des luftdichten Zustandes, diewidrige konische Form des anfgehängten Nordpols un andere Uebelstände haben diesenProducten eine kurze Dauer bemessen. Der Idee, die Auffassung der Erhabenheitender Erdoberfläche durch die Plastik zu fördern, verdanken die Ncliefgloben ihreEntstehung. Sie sind häufiger als man vermuthen sollte, da sie so leicht Beschädi-gungen unterliegen, und ihr eigentlicher Werth (abgesehen von dem wissenschaftlichenVerdienste) sich vorzugsweise auf Blindeninstitnte beschränkt. Ein nicht zu entfernender,leicht aber in seinen Folgen unterschätzter Nachtheil derselben besteht in der nothwendigbedeutenden Ueberhöhung, welche den Kenner in seinen Studien nicht mehr irre macht,aber bei dem Anfänger sehr unrichtige Vorstellungen erzeugen kann, weil dieser dasbloße Zeichen leicht für die Sache nimmt. Schon im Jahr 1810 hat Schwitzky inBerlin für Blinde einen Reliefglobus geliefert, später (1834) eben dort Kummerund in neuester Zeit C. Adami (bei Reimer, von 12 Zoll Durchmesser, je nach demKolorit zu 5, 10, 15 Thaler). Baron v. Knobelsdorf in Berlin hat solche Globeuvon 16, 26 und 48" Durchmesser (der größte für 200 Thaler) angekündigt, letzteremit einer angeblich bloß zehnfachen Ueberhöhung der Berge. Es bedarf kaum der Er-wähnung, daß ein Neliefglobns der Montirnng entbehren muß, sonach zum Vortrageder mathematischen Geographie untauglich ist.

Zur Uebnng der Selbstthätigkeit der Schüler und Anwendung beim Zeichnen,ferner zur Verdeutlichung des mathematischen Netzes der Erdkugel, indem inan es vorden Angen der Schüler entstehen läßt, hat Brand eg ger in Ellwangen (1856) -einenschwarz übertünchten Globus aus Gipsmasse nnter dem Namen Jnductionsglobusausgegeben, welcher aber von den gleichen Erzeugnissen von Fr. Schöninger in Wienan Dauerhaftigkeit, passendem Farbengrnnd und Billigkeit übertroffen wird. SchöningersProdncte können, ohne Schaden zu nehmen, einen ziemlich schweren Fall erleiden, sindmit einer lichtgelben Paste (ans Firnis und pulverisirtem Bimssteine) überzogen, answelcher sich leicht zeichnen und die sich wieder gut reinigen läßt. Diesterwegs Urtheil überdieses HülfSmittel (in den rheinischen Blättern) klingt sehr günstig. Es gründet sichauf die pädagogische Erfahrung, daß eine Sache, die man entstehen sieht, besser be-griffen und fester eingeprägt wird, als wenn man sie fertig vor Augen stellt undnur erklärt.

2) Die Landkarten. Mehrfach sind die Gesichtspuncte, welche sich in Beziehungauf diese Hanpthebel des geographischen Unterrichts aufdrängen, je nachdem man dieAnforderungen im allgemeinen oder besonder» stellt. Allgemeine Eigenschaften wirdman jene nennen, die allen Karten zukommen sollen, besondere, die nur bei Schnl-karten vorausgesetzt werden. Unter die allgemeinen Eigenschaften gehören: Nichtigkeit,Zweckmäßigkeit, Schönheit. Die Nichtigkeit ist in der möglichsten Uebereinstimmungaller Umrisse (z. B. Küsten, Flüsse, Grenzen rc.), aller Ortslagen und sonstigen An-gaben mit der Wirklichkeit gelegen, wozu eine fehlerfreie Projection viel beiträgt, fernerin der wohlgetroffenen Charakteristik der Landesbeschaffenheit (als Ebene, Flachland,Hügelland, Bergland, Hochgebirgsland), endlich in der entsprechenden Rechtschreibungder vorkommenden Objectsnamen. Die Zweckmäßigkeit wird man in einem passendenMaßstab des Entwurfs, in einer gelungenen Auswahl der benannten Gegenstände, inder Beifügung nützlicher Nebcnkärtchen und Bodenprofile, in kluger Verwendung derleeren Räume zu Titel, Erklärungen rc., in deutlicher Colorirung, zusagendem Format,gutem Papier, mit wenigen Worten, in einer wohlverstandenen Anordnung des Ganzensuchen, die der gehofften allfeitigen Leistung der Karte bestens entspricht. Die Schön-heit kann nicht in unnützem, wenn auch kunstgerechtem Zierat gesucht werden, son-dern vielmehr in einer dem Auge wohlgefälligen Harmonie der einzelnen Theile (Eon-