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Landkarte».
Annäherung an die Wirklichkeit getrieben Fr. Schöning er in Wien (Landstraße,Angnstinerhans), welcher einfache Apparate zum Privatgebranche (ä 6 fl. ö. W.) undcomplicirtc bis zur elliptischen Bewegung der Erde und der Knotenbewegung der Mond-bahn in allen Größen verfertigt. Die vollkommensten derlei Maschinen mit Uhrwerksind ans 100 Thaler zu stehen gekommen. In neuester Zeit hat Felkl in Prag(1859) Tellurien angckündigt und noch bessere sind durch Fried, und Carl Gdäs(Geographisches Institut in Weimar) zu Stande gekommen, die aber 30 Thalerkosten. *) Ein solcher Apparat gehört beinahe zu dem unentbehrlichen geographischenSchulgeräthe, denn Zeichnungen, die sich nur ans einen Moment beziehen können, wirkenzur Entwicklung klarer Vorstellungen weder so überzeugend und schnell, noch mit sonachhaltigen Eindrücken. Der größlb Uebelstand des Apparats, auch des besten, bestehtin der falschen Linie des Mondlanfs, welche wegen der stets zu weiten Entfernung desMonds eine Schlingenlinie wird, statt der Natur gemäß eine höchst wenig ausgcbogeneSchlangenlinie zu bilden. Zur Feststellung der richtigen Begriffe müßen separate Zeich-nungen benützt werden, wie sie das kleine Werk von Gräfe: „Die Erde und der Mond"enthält. Auch ist zu beachten, daß zu kleine Apparate dem Lehrer desto mehr Müheverursachen, je größer die Zahl der Schüler ist, die davon profitiren sollen. Sehrwenige Lehrer werden in der glücklichen Lage sein, wie Prof. Codemo in Vicenza, deram Plafond seines Hörsaales ein großartiges Tellnrinm bleibend anbringen konnte,weil dieser Hörsaal ausschließlich geographischen Vorträgen gewidmet war.
ä. Mondkarten, Mondgloben, Mondrelicfs. Eine Abbildung des Mondes,dessen Flecken schon das unbewaffnete Auge warnimmt, wird kein unbrauchbarer Ucber-fluß in einer Schnlsammlung sein, zumal wir eine sehr gute und wohlfeile Mondkartein der Neduction der großen Mondkarte von Beer und Mädler (Berlin bei Schropp1839) besitzen. Sie reicht vollkommen ans und macht den Besitz eines Mondglobus(von Riedl von Leuenstern in Wien, bei Fr. Schöninger) ganz entbehrlich. Den-noch würde ein MondglobuS dann ein höheres Interesse für die Schule gewinnen, wenner im richtigen Verhältnisse zu einem Erdglobus stünde, und daher geeignet wäre, diedeutlichste Auffassung des gegenseitigen körperlichen Verhältnisses zu vermitteln. Znmnoch besseren Verständnisse könnte ein Relief irgend eines ausgezeichneten Ninggebir-ges (z. B. des Tycho oder Eratosthenes rc.) dienen, wie sie als Abgüsse aus seinem18^ im Durchmesser haltenden plastischen Mondglobus Konservator Dickert in Bonnliefert. Für den gewöhnlichen Schulunterricht hat die Mondoberfläche mit ihren Ge-bilden keine besondere Wichtigkeit, aber ein höheres Studium der Terrainvcrhältnissewird einem Vergleiche zwischen Blond und Erde interessante Aufschlüsse ablocken können,nicht blos Contraste — die ihren Grund großentheils in dem Umstande haben, daßauf dem Monde keine Zerstörungen der Urbildungen durch Wasser stattgefunden haben(wie auf der Erde) — sondern auch Parallelen, wenn nicht im großen doch im kleinen.
s. Sternkarten. Wenn man den höheren Unterricht bei Seite läßt, welchersolcher Hülfsmittel nicht entbehren kann, und nur die Lehrstnfe der Mittelschulen undVolksschulen berücksichtigt, so beschränkt sich der Gebrauch von Sternkarten auf einenso kleinen Kreis des Lehrstoffs, daß von den erstgenannten nur der nördliche Himmelund die Aequatorzone in Betracht kommen kann, ersterer wegen der Orientirnng durchdie dem Polarsterne nahe liegenden Sternbilder, letztere wegen der Planetenerscheinun-gen. Als Wandkarten brauchbar sind: vr. F. Reuter: Der nördliche gestirnte Himmel,Gotha bei Perthes (4 Bl.), ans blauem Grunde, und vr. Jos. Müller: Die Aeqnato-
*1 Ed. Wetzels vollständiges Tellnrinm und Lunarium, Berlin bei Reimer, SO resp. S3 Thlr.1857, nnd desselben Sphäre-Tellnrimn ebendas. 120 resp. 125 Thlr. 1857. Das Tellnrinmzeichnet sich durch größere Dimensionen und besonders solide Construction vor ähnlichen ans unddas letztere vereinigt die Leistungen der beiden ersteren in einer so vorzüglichen Weise, daß sichdie competentesten Richter mit rühmlichster Anerkennung darüber aussprcchen. D. Red.