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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Landkarten.

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graphischen Schulbehelfe wird die bestentsprechende Literatur dieser Zweige entnehmenlassen. Eine Beschränkung auf ein zweckgemäßes, nichts wesentliches vernachlässigendesMinimum ist Lei einem lexikalischen Artikel, der nicht zum Buche anschwellen darf,ohnedem geboten.

Die Hülfsmittel zur Versinnlichung der kosmischen Beziehungen der Erde sindfolgende:

a. Die Ningkngel (spliasrn armiUaris), ein Apparat, der im Mittelalter alsein unentbehrliches Meuble der Gclehrtenstnbe galt und zur Darstellung der Stel-lungen der Planeten diente, welche auf Ringen um die Sonne in der Ebene des Thier-kreises liefen. Wenn auch die Plastik dieses Apparats zur Veranschaulichung desSystems und (eine gute Mechanik vorausgesetzt) der Bewegungsunterschiede und Stcl-lungsändernngen augenfälliger wirkt, als eine bloße Zeichnung, so leidet doch anderer-seits die Darstellung an nicht wegzuschafsenden Gebrechen, die der Entstehung richtigerVorstellungen von den verhältnismäßigen Größen und Entfernungen sehr hinderlichsind. So z. B. müssen die äußeren Planeten in viel nähere proportionale Abständevon der Sonne gesetzt werden, als sie in der Natur haben, dadurch treffen alle geo-metrischen Oerter nicht mehr zu, und Lösungen diesfälliger Aufgaben sind vereitelt; esmüßen die Planetoiden völlig wegbleiben, weil einerseits der Raum für sie nicht vor-handen ist, andererseits ihre starken Neigungen zur Ekliptik ihre Einreihung nnthunlichmachen. Dieser Mängel und der Kostspieligkeit wegen ist dieser Apparat fast ganzaußer Gebrauch gekommen und es dürften die von I. Jüttner in Prag 1828 verfertig-ten Ringkugeln die letzten in Oesterreich erschienenen gewesen sein.*)

b. Das Planetarium, ein ganz ähnliches Instrument, jedoch mit Beseitigungaller Kreise, und daher freier in seinen Dimensionen, ist in Deutschland wenig in Ge-brauch gekommen. In England hat man viel Geld auf solche Weltmaschinen (Orrsries)verwendet und sie durch künstliche Uhrwerke treiben lassen, so auch in Frankreich, aberin die Schulen sind nur sehr unvollkommene Apparate gekommen, die vor den Ning-kngeln nichts voraus haben, als die Einfachheit der Aufstellung. Alle Nachtheile dieserkleben auch ihnen an, und seit Neptun entdeckt worden und die Zahl der Planetoidenüber 60 gestiegen, ist wahrscheinlich kein neues derartiges Werk versucht worden. Eineso genaue Darstellung wie jene der Planetoiden, welche unter der Leitung C. v. Lit-trow's auf der Wiener Sternwarte angefertigt wurde, gehört nicht mehr der Sphäredes Unterrichts an, sondern dient nur zu wissenschaftlichen Forschungen höherer Potenz.

o. Das Tellnrinm und Lunarium (meistens vereinigt) zur Darstellung desLaufes der Erde um die Sonne und des Mondes um die Erde, und zur Erklärungder Entstehung der Jahreszeiten, der Phasen des Mondes, und der Sonnen- undMondsfinsternisse. Ursprünglich waren diese Apparate höchst einfach erdacht, aber derWunsch, die Erscheinungen der Natur näher zu bringen, hat sie mit künstlichem mecha-nischem Triebwerke ausgerüstet, so daß bei derlei vollkommeneren Maschinen selbst aufdie Knotenbewegung der Mondbahn Rücksicht genommen ist. Die gewöhnliche Ein-richtung besteht darin, daß ans einem Fuße, der eine Lampe (die Sonne) trägt, einArm befestigt ist, an dessen einem Ende die Erde mit schiefer Stellung der Achse an-gebracht ist, an welcher ein zweiter Arm den Mond trägt. Bei den wohlfeilerenTellnrien werden die Bewegungen durch Schnüre vermittelt, bei den besser construirtendurch Nädertriebwerk mittelst einer Kurbel, oder eines Uhrwerks. Am bekanntestensind in Deutschland geworden die Tcllurien von Gust. Grimm (Gera Lei Kanitz1850); in Oesterreich insbesondere ziemlich verbreitet sind die Doppelmaschinen vonAnt. Leibenfrost (p in Wien 1861). Am weitesten hat die Sorge für möglichste

* Hier kann noch hinzngcfügt werden: Armillarsphäre von Ed. Wetzet, Berlin bei Reimer1857, Preis 36 Thlr., verpackt 3g Thlr., durch einen innerhalb der Ringkugel für alle Breitenstellbaren Horizont vor ähnlichen Apparaten zweckmäßig ausgezeichnet. D. Red.